Inclusive Design ist ein Entwurfsansatz, der Menschen einbezieht, die sonst ausgeschlossen würden. Ausgangspunkt ist die Stelle, an der jemand an einer Lösung scheitert.
- Inclusive Design
Ein Entwurfsansatz, der Menschen einbezieht, die sonst ausgeschlossen würden.
Beispiel: „Inclusive Design fragt zuerst, wer die bisherige Lösung nicht bedienen kann.“Auch: inklusives Design, Design für Vielfalt. Nah verwandt ist Universal Design aus der Architektur, das dieselbe Haltung auf gebaute Umgebungen anwendet.
Abgrenzung zur Barrierefreiheit: Die ist ein prüfbares Ergebnis mit Kriterien und Stufen. Inclusive Design ist eine Haltung im Entwurf, die dieses Ergebnis wahrscheinlicher macht, ohne es zu garantieren.
Die drei Grundsätze
Am bekanntesten ist die Fassung von Microsoft Inclusive Design. Sie nennt drei Grundsätze: Ausschluss erkennen, also die eigene Voreingenommenheit eingestehen; von Vielfalt lernen, also Menschen in den Mittelpunkt stellen, deren Perspektive neu ist; und für einen lösen, für viele ausweiten, weil Lösungen für Menschen mit dauerhaften Behinderungen allen zugutekommen.
Der dritte Grundsatz ist der, der überzeugt. Die abgesenkte Bordsteinkante war für Rollstühle gedacht und wird heute von Kinderwagen, Koffern und Lieferwagen genutzt.
Wie sich das im Web zeigt
Eine Einschränkung muss nicht dauerhaft sein. Wer eine Hand nicht benutzen kann, dauerhaft nach einer Amputation, vorübergehend mit gebrochenem Arm oder gerade eben mit einem Kind auf dem Arm, steht vor derselben Oberfläche.
Daraus folgt, was auch die Barrierefreiheit verlangt: Bedienung mit der Tastatur, große Ziele, kein Zeitdruck, klare Sprache. Der Unterschied liegt in der Begründung, nicht im Ergebnis.
Wo der Ansatz an Grenzen kommt
Beim Nachweis. Inclusive Design liefert keine Prüfliste, und niemand kann damit eine Zusage belegen. Wer eine Stufe nach WCAG zusichern soll, braucht trotzdem die Kriterien.
Aus unserer Arbeit an über 2.500 Website-Projekten tragen beide zusammen: Der Ansatz sorgt dafür, dass die richtigen Fragen früh gestellt werden, die Kriterien dafür, dass das Ergebnis überprüfbar bleibt. In der Praxis heißt das, Betroffene in die Nutzerforschung aufzunehmen und die Prüfung gegen die Kriterien trotzdem einzuplanen.