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Barrierefreiheit

oder auch Accessibility, Zugänglichkeit, a11y

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 16.10.2026

Barrierefreiheit ist die Eigenschaft eines Angebots, von Menschen mit Behinderungen ohne fremde Hilfe genutzt werden zu können. Für Websites heißt das: bedienbar mit der Tastatur, lesbar mit einem Screenreader, erkennbar bei eingeschränktem Sehvermögen und verständlich ohne Vorwissen.

Barrierefreiheit

Eigenschaft eines Angebots, von Menschen mit Behinderungen ohne fremde Hilfe genutzt werden zu können.
Beispiel: „Die Barrierefreiheit einer Website entscheidet sich an Tastaturbedienung, Kontrast und Textalternativen.“

Auch: Accessibility oder Zugänglichkeit. Die Kurzform a11y ist ein Zahlwort-Kürzel: a, elf ausgelassene Buchstaben, y.

Abgrenzung zur Benutzerfreundlichkeit: Barrierefreiheit ist an festen Kriterien prüfbar und für viele Angebote verbindlich. Benutzerfreundlichkeit ist das weitere Ziel und schließt sie ein; eine barrierefreie Seite kann trotzdem umständlich sein.

Was das Gesetz verlangt

Seit Ende Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Es betrifft nicht alle Websites, wohl aber Angebote im elektronischen Geschäftsverkehr, also Shops, Buchungen und Dienstleistungen gegenüber Verbrauchern. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und bis zu zwei Millionen Euro Jahresumsatz sind bei Dienstleistungen ausgenommen.

Was barrierefrei bedeutet, definiert § 3 BFSG: auffindbar, zugänglich und nutzbar „in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe“. Welche technischen Anforderungen das erfüllt, steht in der europäischen Norm EN 301 549, die ihrerseits auf die WCAG verweist.

Die vier Grundsätze

Die Richtlinien ordnen jedes Kriterium einem von vier Grundsätzen zu: „wahrnehmbar“, „bedienbar“, „verständlich“ und „robust“. Der erste meint, dass Inhalte über mehr als einen Sinn zugänglich sind; der zweite, dass jede Funktion ohne Maus erreichbar ist; der dritte, dass Sprache und Verhalten vorhersehbar sind; der vierte, dass auch Hilfstechnologien den Inhalt auswerten können.

Die Kriterien selbst stehen in den Web Content Accessibility Guidelines, gestuft nach A, AA und AAA. Verbindlich ist in aller Regel Stufe AA.

Was im Alltag zählt

Fünf Dinge tragen den größten Teil: eine sinnvolle Überschriftenstruktur, Textalternativen für Bilder, ausreichender Kontrast, vollständige Tastaturbedienung mit sichtbarem Fokus und Formulare, deren Felder benannt und deren Fehler erklärt sind.

Aus unserer Arbeit an über 2.500 Website-Projekten lässt sich der Großteil davon beim Bauen mitnehmen und kostet dann kaum etwas. Teuer wird es, wenn eine fertige Website nachträglich umgebaut werden muss, weil Markup und Komponenten die Grundlagen nicht hergeben.

Siehe auch:

Screenreader

Programm, das Bildschirminhalte vorliest oder auf einer Braillezeile ausgibt.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)

Keyboard Navigation

Bedienung einer Website allein mit der Tastatur, ohne Maus und ohne Touch.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)

Kontrastverhältnis

Messwert für den Helligkeitsunterschied zwischen Text und Hintergrund.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)

Alt-Text

Textfassung eines Bildes, die beschreibt, was es zeigt, wenn das Bild nicht ankommt.

#Website-Struktur

Barrierefreiheits-Audit

Systematische Prüfung eines Angebots auf Barrierefreiheit mit dokumentiertem Ergebnis.

#Barrierefreiheit (Accessibility)

WCAG (Web Content Accessibility Guidelines)

Internationale Richtlinien des W3C für barrierefreie Webinhalte.

#Barrierefreiheit (Accessibility)