Universal Design ist der Entwurf von Produkten und Umgebungen, die ohne Anpassung und ohne Sonderlösung für möglichst viele Menschen nutzbar sind. Der Begriff stammt aus der Architektur und ist älter als das Web.
- Universal Design
Der Entwurf von Produkten und Umgebungen, die ohne Anpassung für möglichst viele nutzbar sind.
Beispiel: „Universal Design zeigt sich an der Rampe, die alle nehmen, statt am Treppenlift neben der Treppe.“Auch: universelles Design, Design für alle. Die UN-Behindertenrechtskonvention verwendet den Begriff und übersetzt ihn mit universellem Design.
Abgrenzung zum Inclusive Design: Universal Design zielt auf eine Lösung für alle. Inclusive Design nimmt hin, dass es mehrere Wege braucht, und sucht sie gezielt bei denen, die sonst ausgeschlossen bleiben.
Abgrenzung zur Barrierefreiheit: Die beschreibt das Ergebnis und ist in Gesetzen und Normen prüfbar gefasst. Universal Design ist die Haltung im Entwurf, aus der dieses Ergebnis folgen soll.
Die sieben Grundsätze
Formuliert wurden sie am Center for Universal Design der North Carolina State University, das 1989 gegründet wurde und auf den Architekten Ronald L. Mace zurückgeht: breite Nutzbarkeit, Flexibilität in der Benutzung, einfache und intuitive Benutzung, wahrnehmbare Informationen, Fehlertoleranz, niedriger körperlicher Aufwand sowie Größe und Platz für Zugang und Benutzung.
Drei davon lesen sich wie eine Zusammenfassung der WCAG: wahrnehmbare Informationen, Fehlertoleranz und niedriger Aufwand. Das ist kein Zufall, denn die Richtlinien stammen aus derselben Denkrichtung.
Wo der Gedanke im Web ankommt
Überall dort, wo eine Lösung mehreren Gruppen dient. Untertitel helfen Gehörlosen und allen, die ohne Ton schauen. Große Schaltflächen helfen Menschen mit Zittern und allen, die im Gehen tippen. Klare Sprache hilft beim Lernen und beim Überfliegen.
Der Gegenentwurf ist die Sonderlösung: eine zweite, barrierefreie Fassung der Website. Sie ist immer schlechter gepflegt als die erste und steht deshalb in den Anforderungen nur als letzter Ausweg.
Wo er an Grenzen kommt
Bei Zielkonflikten. Was für Menschen mit Sehbehinderung gut ist, kann für Menschen mit Lernschwierigkeiten zu viel sein, und eine Oberfläche, die jede Einstellung anbietet, überfordert beide.
Aus unserer Arbeit an über 2.500 Website-Projekten löst sich das selten im Entwurf und meistens in der Einstellbarkeit: eine gute Voreinstellung für alle, dazu die Mittel des Systems für die, die etwas anderes brauchen.