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Motorische Behinderungen

oder auch Motorische Einschränkungen

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 17.10.2026

Motorische Behinderungen sind Einschränkungen der Bewegung, die das Bedienen mit Maus oder Finger erschweren oder ausschließen. Zittern, Lähmungen und Schmerzen gehören ebenso dazu wie das Fehlen einer Hand.

Motorische Behinderungen

Einschränkungen der Bewegung, die das Bedienen mit Maus oder Finger erschweren.
Beispiel: „Motorische Behinderungen machen aus einem kleinen Schließen-Kreuz ein unerreichbares Ziel.“

Auch: motorische Einschränkungen, Mobilitätsbehinderungen. Für das Web zählt allein die Feinmotorik der Hände und des Kopfes; wer im Rollstuhl sitzt, bedient eine Website so wie alle anderen.

Abgrenzung zur vorübergehenden Einschränkung: Ein gebrochener Arm, eine Maus in der falschen Hand oder ein Telefon in der Bahn führen zu denselben Schwierigkeiten. Was für Betroffene nötig ist, hilft hier ebenfalls.

Wie viele Menschen betroffen sind

Beim Statistischen Bundesamt sind bei 10 Prozent der schwerbehinderten Menschen Arme oder Beine betroffen, bei weiteren 9 Prozent Wirbelsäule und Rumpf. Zusammen ist das die größte der im Web unmittelbar spürbaren Gruppen.

Balkendiagramm mit drei Balken auf einer Skala bis 60 Prozent: körperlich 57 Prozent, geistig oder seelisch 16 Prozent, nicht ausgewiesen 19 Prozent, darunter die Aufschlüsselung der körperlichen Behinderungen von inneren Organen mit 27 Prozent bis zum Verlust einer Brust mit 2 Prozent
Arme und Beine sind bei 10 Prozent die schwerste Behinderung, Wirbelsäule und Rumpf bei 9 Prozent.

Womit stattdessen bedient wird

Mit der Tastatur, mit einem einzelnen Taster, mit Mundstab oder Kopfstab, mit Augensteuerung und mit Sprachsteuerung. Allen gemeinsam ist, dass sie die Maus ersetzen, aber keine Bewegung entlang eines Weges nachbilden können.

Daraus folgt die wichtigste Regel: Was sich nur durch Ziehen, Wischen oder eine Mehrfingergeste erreichen lässt, ist für diese Gruppe verschlossen, wenn es keinen zweiten Weg gibt.

Was die WCAG dazu verlangt

Vier Kriterien zielen darauf. 2.1.1 „Keyboard“ verlangt auf Stufe A, dass sich jede Funktion über eine Tastaturschnittstelle bedienen lässt, ohne dass es auf das Timing einzelner Anschläge ankommt. 2.5.1 ergänzt auf Stufe A, dass Gesten mit mehreren Fingern oder entlang eines Weges auch mit einem einzelnen Zeiger gehen müssen.

Neu in der Fassung 2.2 sind zwei Kriterien der Stufe AA: 2.5.7 verlangt für jede Funktion, die durch Ziehen bedient wird, einen Weg ohne Ziehen, und 2.5.8 setzt die Mindestgröße eines Ziels auf 24 mal 24 CSS-Pixel, sofern der Abstand zu den Nachbarn nicht groß genug ist.

Siehe auch:

Keyboard Navigation

Bedienung einer Website allein mit der Tastatur, ohne Maus und ohne Touch.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)

Touch-Zielgröße

Die Fläche, auf der ein Bedienelement einen Fingertipp annimmt, unabhängig davon, wie groß es aussieht.

#Benutzererfahrung (UX)

Fokusindikator

Sichtbare Markierung des Elements, das gerade die Tastatureingabe entgegennimmt.

#Barrierefreiheit (Accessibility)

Barrierefreiheit

Eigenschaft eines Angebots, von Menschen mit Behinderungen ohne fremde Hilfe genutzt werden zu können.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)

Zeitlimits anpassbar

Die Anforderung, dass sich Zeitgrenzen abschalten, verlängern oder ausdehnen lassen.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)

Augensteuerung

Die Bedienung eines Geräts über die Blickrichtung, erfasst von einem Eyetracker.

#Barrierefreiheit (Accessibility)