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Benutzerzentriertes Design

oder auch UCD, User-Centered Design

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 17.10.2026

Benutzerzentriertes Design ist ein Vorgehen, das die künftigen Nutzer von Anfang an und wiederholt einbezieht. Entworfen wird gegen das, was beobachtet wurde, und nicht gegen eine Annahme.

Benutzerzentriertes Design

Ein Vorgehen, das künftige Nutzer von Anfang an und wiederholt einbezieht.
Beispiel: „Benutzerzentriertes Design beginnt mit Beobachtung und nicht mit dem ersten Entwurf.“

Auch: User-Centered Design, UCD, nutzerzentriertes Design. Die Norm spricht von menschzentrierter Gestaltung und meint damit dasselbe Vorgehen für interaktive Systeme.

Abgrenzung zum Inclusive Design: Das benennt, wen man einbezieht, nämlich auch die Ränder der Nutzerschaft. Benutzerzentriertes Design beschreibt das Verfahren, also wann und wie einbezogen wird.

Abgrenzung zur Barrierefreiheit: Die ist ein prüfbares Ergebnis mit Kriterien. Benutzerzentriertes Design ist der Weg, auf dem man dorthin kommen kann, aber nicht muss.

Was die Norm festlegt

Maßgeblich ist ISO 9241-210:2019, Teil 210 der Reihe zur Ergonomie der Mensch-System-Interaktion, in zweiter Ausgabe von Juli 2019 und 2025 bestätigt. Sie enthält Anforderungen und Empfehlungen zu Grundsätzen und Tätigkeiten der menschzentrierten Gestaltung über den gesamten Lebenszyklus eines Systems.

Der Kern ist die Wiederholung. Verstehen, Anforderungen festhalten, entwerfen, prüfen, und dann wieder von vorn, bis das Ergebnis trägt. Eine einmalige Befragung am Anfang erfüllt das nicht.

Wie es im Projekt aussieht

Am Anfang Gespräche und Beobachtung statt Workshops im eigenen Haus. Dann Entwürfe, die früh getestet werden, auch als Papierskizze. Dann Prüfung mit Menschen, die nicht am Projekt beteiligt sind, und eine Runde Änderungen, für die im Plan Zeit steht.

Der letzte Punkt entscheidet. Eine Prüfung ohne eingeplante Zeit für Änderungen ist eine Bestätigungsrunde; sie bestätigt, was ohnehin gebaut wird.

Was das mit Barrierefreiheit zu tun hat

Beides hängt an derselben Frage: Wer wird einbezogen? Wer Menschen mit Behinderungen in die Beobachtung und in die Prüfung aufnimmt, findet Barrieren im Entwurf und nicht erst im Audit.

Aus unserer Arbeit an über 2.500 Website-Projekten ist das der billigste Weg. Ein Fund im Wireframe kostet eine Stunde, derselbe Fund nach dem Start kostet einen Umbau.

Siehe auch:

Benutzererfahrung (UX)

Das gesamte Erleben eines Menschen im Umgang mit einem Produkt oder Dienst, vom ersten Kontakt bis nach der Nutzung.

#Benutzererfahrung (UX)

Nutzerinterview

Geplantes Einzelgespräch, in dem Ziele, Gewohnheiten und Hürden eines Nutzers im eigenen Wortlaut erhoben werden.

#Benutzererfahrung (UX)

Usability-Test

Prüfverfahren, bei dem echte Nutzer echte Aufgaben an einer Oberfläche erledigen, während jemand beobachtet und mitschreibt.

#Benutzererfahrung (UX)

Prototyp

Vorabversion eines Interfaces, die gebaut wird, um eine Annahme zu prüfen, bevor die Umsetzung beginnt.

#Benutzererfahrung (UX)

ISO 9241-110

Norm mit den sieben Interaktionsprinzipien für die Gestaltung interaktiver Systeme.

#Benutzererfahrung (UX) #Barrierefreiheit (Accessibility)