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Virus

oder auch Computervirus

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 05.11.2026

Ein Virus ist Schadsoftware, die sich an vorhandene Dateien hängt und mit ihnen ausgeführt wird. Ohne die Wirtsdatei und ohne jemanden, der sie startet, tut ein Virus nichts.

Virus

Schadsoftware, die sich an vorhandene Dateien hängt und mit ihnen ausgeführt wird.
Beispiel: „Der Virus steckte in einem Makro der Tabellendatei.“

Auch: Computervirus. Der Name stammt aus der Biologie und beschreibt dasselbe Verhalten: ein Erreger, der sich ohne Wirt nicht vermehren kann.

Abgrenzung zum Wurm: Der Wurm kopiert sich selbst über das Netz und braucht weder eine Datei noch einen Menschen, der etwas anklickt.

Wie ein Virus arbeitet

In drei Schritten, die sich seit vierzig Jahren nicht geändert haben. Er hängt seinen Code an eine ausführbare Datei oder in ein Dokument mit Makros, er wird mitgestartet, wenn jemand diese Datei öffnet, und er hängt sich von dort an weitere Dateien. Der Schaden selbst ist der dritte Teil und kann alles sein: Daten löschen, Daten abgreifen oder einfach eine Hintertür öffnen.

Warum der Begriff im Alltag falsch verwendet wird

Weil er zum Sammelbegriff geworden ist. Im Sprachgebrauch heißt alles Virus, was einen Rechner befällt, und die Programme dagegen heißen Virenscanner. Fachlich ist der Virus nur eine von mehreren Arten, und zwar die, die heute am seltensten vorkommt. Der Oberbegriff ist Malware.

Wie sich ein Virus von den anderen Arten unterscheidet

An zwei Fragen: Braucht der Schädling eine Wirtsdatei, und braucht er einen Menschen, der etwas anklickt? Die fünf häufigsten Arten beantworten das unterschiedlich.

Art

Wie sie sich verbreitet

Was sie tut

Virus

Hängt sich an eine vorhandene Datei

Läuft mit, wenn die Wirtsdatei läuft

Wurm

Kopiert sich selbst über das Netz

Braucht keine Datei und keinen Nutzer

Trojaner

Gibt sich als nützliches Programm aus

Öffnet den Weg für alles Weitere

Spyware

Kommt meist als Beigabe mit

Liest mit und meldet nach außen

Rootkit

Wird nachgeladen, wenn der Zugang steht

Verbirgt sich und alles andere

Daraus folgt, dass die Arten sich nicht ausschließen. Ein Trojaner bringt oft ein Rootkit mit, und Erpressersoftware kann sich wie ein Wurm verbreiten; die Einteilung beschreibt Verhalten und keine Produktgruppen.

Welche Rolle Viren heute noch spielen

Eine kleine. Moderne Betriebssysteme machen das Anhängen an Programmdateien schwer, und die großen Vorfälle der letzten Jahre gingen auf Ransomware, Phishing und ausgenutzte Sicherheitslücken zurück. Wo noch Viren auftauchen, dann meist als Makro in Office-Dateien, und genau deshalb sind Makros aus dem Netz in Standardeinstellungen blockiert.

Siehe auch:

Malware

Der Oberbegriff für Software, die auf einem Gerät Schaden anrichtet oder es fremd steuert.

#Web-Security

Wurm

Schadsoftware, die sich ohne Zutun eines Menschen selbst über das Netz verbreitet.

#Web-Security

Trojaner

Ein Schadprogramm, das sich als nützliches Programm ausgibt, um auf ein Gerät zu kommen.

#Web-Security

Rootkit

Schadsoftware, die sich und andere Schadsoftware vor dem System verbirgt.

#Web-Security

Ransomware

Schadsoftware, die Daten verschlüsselt und für die Freigabe Geld fordert.

#Web-Security

Backdoor

Ein verborgener Zugang zu einem System, der die übliche Anmeldung umgeht.

#Web-Security