Ein Virus ist Schadsoftware, die sich an vorhandene Dateien hängt und mit ihnen ausgeführt wird. Ohne die Wirtsdatei und ohne jemanden, der sie startet, tut ein Virus nichts.
- Virus
Schadsoftware, die sich an vorhandene Dateien hängt und mit ihnen ausgeführt wird.
Beispiel: „Der Virus steckte in einem Makro der Tabellendatei.“Auch: Computervirus. Der Name stammt aus der Biologie und beschreibt dasselbe Verhalten: ein Erreger, der sich ohne Wirt nicht vermehren kann.
Abgrenzung zum Wurm: Der Wurm kopiert sich selbst über das Netz und braucht weder eine Datei noch einen Menschen, der etwas anklickt.
Wie ein Virus arbeitet
In drei Schritten, die sich seit vierzig Jahren nicht geändert haben. Er hängt seinen Code an eine ausführbare Datei oder in ein Dokument mit Makros, er wird mitgestartet, wenn jemand diese Datei öffnet, und er hängt sich von dort an weitere Dateien. Der Schaden selbst ist der dritte Teil und kann alles sein: Daten löschen, Daten abgreifen oder einfach eine Hintertür öffnen.
Warum der Begriff im Alltag falsch verwendet wird
Weil er zum Sammelbegriff geworden ist. Im Sprachgebrauch heißt alles Virus, was einen Rechner befällt, und die Programme dagegen heißen Virenscanner. Fachlich ist der Virus nur eine von mehreren Arten, und zwar die, die heute am seltensten vorkommt. Der Oberbegriff ist Malware.
Wie sich ein Virus von den anderen Arten unterscheidet
An zwei Fragen: Braucht der Schädling eine Wirtsdatei, und braucht er einen Menschen, der etwas anklickt? Die fünf häufigsten Arten beantworten das unterschiedlich.
Art | Wie sie sich verbreitet | Was sie tut |
|---|---|---|
Hängt sich an eine vorhandene Datei | Läuft mit, wenn die Wirtsdatei läuft | |
Kopiert sich selbst über das Netz | Braucht keine Datei und keinen Nutzer | |
Gibt sich als nützliches Programm aus | Öffnet den Weg für alles Weitere | |
Kommt meist als Beigabe mit | Liest mit und meldet nach außen | |
Wird nachgeladen, wenn der Zugang steht | Verbirgt sich und alles andere |
Daraus folgt, dass die Arten sich nicht ausschließen. Ein Trojaner bringt oft ein Rootkit mit, und Erpressersoftware kann sich wie ein Wurm verbreiten; die Einteilung beschreibt Verhalten und keine Produktgruppen.
Welche Rolle Viren heute noch spielen
Eine kleine. Moderne Betriebssysteme machen das Anhängen an Programmdateien schwer, und die großen Vorfälle der letzten Jahre gingen auf Ransomware, Phishing und ausgenutzte Sicherheitslücken zurück. Wo noch Viren auftauchen, dann meist als Makro in Office-Dateien, und genau deshalb sind Makros aus dem Netz in Standardeinstellungen blockiert.