Zum Inhalt springen

Ransomware

oder auch Erpressungstrojaner, Verschlüsselungstrojaner

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 04.11.2026

Ransomware ist Schadsoftware, die Daten verschlüsselt und für die Freigabe Geld fordert. Der Name kommt vom englischen ransom, also Lösegeld. Üblich ist heute die doppelte Erpressung: Die Daten werden vor dem Verschlüsseln kopiert, und ihre Veröffentlichung ist der zweite Hebel.

Ransomware

Schadsoftware, die Daten verschlüsselt und für die Freigabe Geld fordert.
Beispiel: „Die Ransomware verschlüsselte auch die Sicherung, weil sie im selben Netz hing.“

Auch: Im Deutschen heißt sie Erpressungstrojaner oder Verschlüsselungstrojaner, je nachdem, worauf der Blick fällt.

Abgrenzung zum Datenabfluss: Der bleibt oft unbemerkt. Ransomware macht sich absichtlich bemerkbar, weil die Erpressung sonst nicht funktioniert.

Wie Ransomware in ein Netz kommt

Über drei Türen. Eine Nachricht mit Anhang oder Link, siehe Phishing, ein aus dem Netz erreichbarer Zugang ohne zweiten Faktor, etwa für Fernwartung, und eine bekannte Lücke in einer Anwendung, für die das Update fehlt. Zwischen dem ersten Zugriff und der Verschlüsselung liegen oft Tage, in denen sich der Angreifer im Netz umsieht.

Das BSI nennt in seinem Lagebericht 950 beim Bundeskriminalamt angezeigte Fälle und bewertet die Lage als weitgehend unverändert. Die größten Schäden entstehen dort, wo zusätzlich Daten abgeflossen sind.

Warum Zahlen bei Ransomware keine Lösung ist

Weil die Zahlung nichts zurückholt, was schon kopiert wurde. Ein Schlüssel wird nicht in jedem Fall geliefert, die Entschlüsselung dauert oft länger als die Wiederherstellung aus einer Sicherung, und die Zahlung finanziert die nächste Welle. Wer zahlt, bleibt außerdem in den Listen der Gruppen als zahlungsbereit vermerkt.

Was vor Ransomware schützt

Sicherungen, die der Angreifer nicht erreicht. Eine Kopie gehört an einen Ort ohne Schreibrecht aus dem laufenden Netz, und die Wiederherstellung wird geprobt, bevor sie gebraucht wird, siehe Backup-Strategie. Dazu kommen getrennte Rechte, damit ein übernommenes Konto nicht alles erreicht, ein zweiter Faktor für jeden Fernzugang und ein Patch-Management, das Tage und keine Monate braucht.

Siehe auch:

Malware

Der Oberbegriff für Software, die auf einem Gerät Schaden anrichtet oder es fremd steuert.

#Web-Security

Trojaner

Ein Schadprogramm, das sich als nützliches Programm ausgibt, um auf ein Gerät zu kommen.

#Web-Security

Backup-Strategie im CMS

Die Festlegung, was wie oft gesichert wird und wie es zurückkommt.

#Content-Management-Systeme (CMS)

Phishing

Der Versuch, Zugangsdaten mit einer gefälschten Nachricht und einer nachgebauten Anmeldeseite abzugreifen.

#Web-Security

Patch-Management

Das geregelte Einspielen von Updates, von der Meldung über die Bewertung bis zum Nachweis.

#Web-Security

Least Privilege

Der Grundsatz, dass jeder Zugang nur die Rechte bekommt, die er für seine Aufgabe braucht.

#Web-Security