Ein Suchfeld ist ein Eingabefeld, über das Besucher einen Bestand mit einem eigenen Begriff durchsuchen. Der Bestand kann die ganze Website sein oder nur das, was eine einzelne Ansicht zeigt: eine Tabelle, eine Liste, der Katalog einer Anwendung. Beide Fälle sehen gleich aus und unterscheiden sich in ihrer Reichweite.
- Suchfeld
Eingabefeld, über das Besucher einen Bestand mit einem eigenen Begriff durchsuchen.
Beispiel: „Über der Referenztabelle sitzt ein Suchfeld, das die Zeilen beim Tippen eingrenzt.“Auch: Suchleiste, Suchbox oder Search Bar. Gemeint ist immer dasselbe Eingabefeld samt zugehöriger Schaltfläche.
Reichweite: Die Seitensuche durchsucht die ganze Website und führt auf eine eigene Ergebnisseite. Die Suche in einer Ansicht bleibt in dieser Ansicht und grenzt ein, was dort ohnehin schon steht.
Abgrenzung zur Suchmaschine: Die Suchmaschine durchsucht das ganze Web, das Suchfeld nur den Bestand, zu dem es gehört.
Wohin das Suchfeld gehört
Die Seitensuche sitzt im Header, rechts neben der Navigation. Auf der Ergebnisseite gehört sie ein zweites Mal nach oben, mit dem gesuchten Begriff noch darin, damit sich eine erfolglose Suche korrigieren lässt, ohne von vorn anzufangen.
Die Suche in einer Ansicht sitzt unmittelbar über dem, was sie durchsucht, und zwar innerhalb desselben Rahmens. Die Beschriftung muss die Reichweite benennen, also „Referenzen durchsuchen“ und nicht bloß „Suche“. Wer in einem Feld am Tabellenkopf die ganze Website erwartet und nur Tabellenzeilen bekommt, hält das für einen Fehler.
Für die Ansichtssuche ist das Filtern beim Tippen die gewohnte Reaktion, für die Seitensuche das Absenden. Beide Male gehört die Trefferzahl sichtbar dazu, und beide Male braucht das Feld einen Weg, die Eingabe wieder zu leeren.
Technisch ist es ein Formular mit einem Feld vom Typ search. Die Rolle search am Formular sagt Vorlesewerkzeugen, worum es sich handelt, und ein verknüpftes Label benennt das Feld auch dann, wenn im Entwurf nur eine Lupe zu sehen ist.
<form role="search" action="/suche/" method="get">
<label for="q">Website durchsuchen</label>
<input type="search" id="q" name="q" value="Steuerberater Hamburg">
<button type="submit">Suchen</button>
</form>Was eine brauchbare Suche können muss
Sie muss Tippfehler verzeihen, Teilwörter finden und deutsche Zusammensetzungen auflösen, damit „Datenschutzerklärung“ auch bei der Eingabe „Datenschutz“ auftaucht. Dazu gehört eine Ergebnisseite, die den gesuchten Begriff wiederholt, die Trefferzahl nennt und bei vielen Treffern blättern lässt.
Die Websuche ist zugleich ein Kriterium der Barrierefreiheit: Das Erfolgskriterium Mehrere Wege (2.4.5) verlangt mindestens zwei Wege zu einer Seite, und eine Suche zählt als einer davon.
Woran Suchfelder scheitern
Der häufigste Fall ist die leere Ergebnisseite ohne Hinweis darauf, wie es weitergeht. Wer nichts findet, verlässt die Website. Eine Trefferliste ohne Ergebnis gehört deshalb mit einem Vorschlag versehen: ähnliche Begriffe, die wichtigsten Seiten, der Weg zum Kontakt.
Der zweite Fall ist die Suche, die nur Titel durchsucht. Was im Fließtext steht, findet sie dann nie. Aus unserer Arbeit an über 2.500 Website-Projekten wissen wir, dass die Suchanfragen der Besucher die beste Liste fehlender Inhalte liefern, sobald sie mitgeschrieben werden.