Zum Inhalt springen

Screenreader

oder auch Bildschirmleseprogramm, Screen Reader, Vorlesewerkzeug

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 16.10.2026

Ein Screenreader ist ein Programm, das Bildschirminhalte vorliest oder auf einer Braillezeile ausgibt. Ausgewertet wird dabei die Struktur des Dokuments: Zu jedem Element nennt das Programm Rolle, Name und Zustand.

Screenreader

Programm, das Bildschirminhalte vorliest oder auf einer Braillezeile ausgibt.
Beispiel: „Der Screenreader sagt bei dieser Schaltfläche ‚Termin vereinbaren, Schaltfläche‘ an.“

Auch: Bildschirmleseprogramm oder Vorlesewerkzeug. Verbreitet sind NVDA und JAWS unter Windows, VoiceOver auf Apple-Geräten und TalkBack unter Android.

Abgrenzung zur Vorlesefunktion: Browser und Betriebssysteme können Fließtext vorlesen. Ein Screenreader bedient zusätzlich die Oberfläche und ersetzt dafür die Maus.

Links eine blaue Schaltfläche mit der Aufschrift „Termin vereinbaren“, rechts drei beschriftete Zeilen mit dem, was ein Screenreader daraus macht: Rolle Schaltfläche, Name Termin vereinbaren, Zustand nicht gedrückt, jeweils mit der Herkunft der Angabe
Aus einem Knopf werden drei Angaben, und jede hat ihre eigene Quelle im Markup.

Was ein Screenreader ausgibt

Drei Angaben je Element. Die Rolle sagt, worum es sich handelt, und kommt aus dem gewählten HTML-Element. Der Name sagt, welches Element gemeint ist, und kommt aus dem sichtbaren Text oder einem Label. Der Zustand sagt, wie es gerade steht: gedrückt, aufgeklappt, ausgewählt, deaktiviert.

Fehlt eine davon, fehlt sie hörbar. Ein Bild ohne Alternativtext wird als „Grafik“ angesagt, eine Schaltfläche ohne Namen als „Schaltfläche“, und ein Aufklappmenü ohne Zustand gibt keinen Hinweis darauf, ob es offen ist.

Wie darin navigiert wird

Nicht von oben nach unten. Screenreader bieten Listen aller Überschriften, Links, Formularfelder und Bereiche an, und darüber wird gesprungen. Die Überschriftenstruktur ist damit das Inhaltsverzeichnis, über das die Seite erschlossen wird.

Dazu kommen die Bereiche: Kopfbereich, Navigation, Hauptinhalt, Fußbereich. Sind sie als solche ausgezeichnet, lassen sie sich einzeln anspringen; sonst bleibt nur der Weg durch alles hindurch.

Woran es scheitert

Am umgedeuteten div. Ein Element ohne Rolle ist für den Screenreader kein Bedienelement, auch wenn es wie eines aussieht und auf Klicks reagiert. Dasselbe gilt für Überschriften, die nur größer gesetzt statt als Überschrift ausgezeichnet sind.

Aus unserer Arbeit an über 2.500 Website-Projekten lässt sich der Großteil dieser Fehler ohne Screenreader finden: Die Seite einmal nur mit der Tabulatortaste durchlaufen und einmal mit abgeschaltetem CSS ansehen. Was dabei unverständlich wird, ist es auch beim Vorlesen.

Siehe auch:

Barrierefreiheit

Eigenschaft eines Angebots, von Menschen mit Behinderungen ohne fremde Hilfe genutzt werden zu können.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)

ARIA

Satz von HTML-Attributen, der Rolle, Eigenschaften und Zustand eines Elements für Hilfstechnologien ergänzt.

#Barrierefreiheit (Accessibility)

Assistive Technologien

Hilfsmittel, mit denen Menschen mit Behinderungen digitale Angebote bedienen.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)

Screenreader-Test (NVDA, JAWS, VoiceOver)

Prüfung einer Seite mit einem Screenreader, so wie Betroffene sie bedienen würden.

#Barrierefreiheit (Accessibility)

VoiceOver (Screenreader)

Der in macOS und iOS eingebaute Screenreader.

#Barrierefreiheit (Accessibility)

Text-to-Speech

Die maschinelle Umwandlung von geschriebenem Text in gesprochene Sprache.

#Barrierefreiheit (Accessibility)