Ein Kompetenzprofil in der Personalentwicklung beschreibt, wie breit und wie tief die Fähigkeiten einer Person verteilt sind. Benannt werden die Formen nach Buchstaben, deren Umriss der Verteilung gleicht: Der waagerechte Strich steht für die Breite, also den Überblick über mehrere Felder, der senkrechte für die Tiefe in einem davon.
- Kompetenzprofil in der Personalentwicklung
Ein Bild davon, wie breit und wie tief die Fähigkeiten einer Person verteilt sind.
Beispiel: „Für die Rolle suchen wir ein Kompetenzprofil mit Tiefe im Frontend und Überblick über SEO.“Auch: Skill Profile, Kompetenzmuster. Im Alltag wird meist nur der Buchstabe genannt, etwa „T-Profil“.
Abgrenzung zur Stellenbeschreibung: Die nennt Aufgaben und Verantwortung. Das Kompetenzprofil beschreibt den Schnitt der Fähigkeiten, mit dem jemand diese Aufgaben ausfüllt.
Profil | Breite | Tiefe | Wofür es passt |
|---|---|---|---|
keine | ein Feld | tiefe Fachaufgaben in einem Gebiet | |
breit | keine | Überblick, Koordination, erste Einschätzung | |
breit | ein Feld | Mitarbeit in Teams, die sich abstimmen müssen | |
breit | zwei Felder | Brücke zwischen zwei Disziplinen | |
breit | drei und mehr Felder | kleine Teams, in denen jeder mehrere Rollen trägt | |
angrenzende Felder | ein Feld, weicher Übergang | Weg aus der Tiefe in die Breite | |
breit | ein Feld, dazu Führung | Leitung über mehrere Disziplinen | |
Erfahrung und Neugier | ein Feld | Rollen, in denen die Umsetzung den Ausschlag gibt |
Woher die Buchstaben im Kompetenzprofil kommen
Das älteste und bekannteste ist das T. Verbreitet hat es David Guest 1991 in einem Beitrag im britischen Independent über die Suche nach dem Renaissance-Menschen der Datenverarbeitung; davor benutzte McKinsey den Ausdruck intern für seine Berater. Populär wurde das Bild durch Tim Brown, den Chef der Designfirma IDEO, der damit beschrieb, wen er einstellen wollte.
Die Belegstellen dazu sammelt der Wikipedia-Artikel zu T-shaped skills.
Die übrigen Formen sind später und lockerer belegt. Das Pi wird Ashley Friedlein zugeschrieben, dem Gründer von Econsultancy, die Kammform Ross Dawson. Beim E stehen sich zwei Ansprüche gegenüber, ohne dass eine Primärquelle die Frage entscheidet. Zu X und Dash gibt es keinen belegbaren Urheber, sie sind in der Debatte um Führung und Generalisten entstanden.
Was ein Kompetenzprofil in der Praxis entscheidet
Drei Dinge: wen du einstellst, wie du ein Team zusammensetzt und woran jemand als nächstes arbeitet. Ein Team aus sieben Spezialisten ohne Überblick braucht jemanden, der übersetzt; ein Team aus sieben Generalisten findet niemanden, der die harten Fälle löst.
Die nützliche Frage ist deshalb, welche Profile im Team schon vorhanden sind und welche fehlen. In unseren über 2.500 Projekten lag die häufigste Lücke in der Breite zwischen zwei Spezialgebieten, für die niemand zuständig war.
Wo die Grenzen des Kompetenzprofils liegen
Ein Buchstabe ist eine Vereinfachung. Er sagt nichts über Verlässlichkeit, Zusammenarbeit oder darüber, wie schnell jemand Neues lernt, und er altert: Wer zwei Jahre an derselben Sache arbeitet, verändert seine Form, ohne dass es im Profil steht.
Dazu kommt die Selbsteinschätzung. Breite wird im Gespräch schnell behauptet und ist schwer zu prüfen; Tiefe zeigt sich dagegen in wenigen Minuten. Wer Profile zur Einstellung benutzt, prüft die Breite deshalb an konkreten Fällen aus dem Nachbarfeld.