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Kompetenzprofil in der Personalentwicklung

oder auch Skill Profile

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 30.10.2026

Ein Kompetenzprofil in der Personalentwicklung beschreibt, wie breit und wie tief die Fähigkeiten einer Person verteilt sind. Benannt werden die Formen nach Buchstaben, deren Umriss der Verteilung gleicht: Der waagerechte Strich steht für die Breite, also den Überblick über mehrere Felder, der senkrechte für die Tiefe in einem davon.

Kompetenzprofil in der Personalentwicklung

Ein Bild davon, wie breit und wie tief die Fähigkeiten einer Person verteilt sind.
Beispiel: „Für die Rolle suchen wir ein Kompetenzprofil mit Tiefe im Frontend und Überblick über SEO.“

Auch: Skill Profile, Kompetenzmuster. Im Alltag wird meist nur der Buchstabe genannt, etwa „T-Profil“.

Abgrenzung zur Stellenbeschreibung: Die nennt Aufgaben und Verantwortung. Das Kompetenzprofil beschreibt den Schnitt der Fähigkeiten, mit dem jemand diese Aufgaben ausfüllt.

Acht Zeichen nebeneinander in Blau: I, ein liegender Strich für Dash, T, Pi als Querstrich mit zwei Beinen, die Kammform für M, V, für X eine Senkrechte mit kreuzender Diagonalen und E. Unter jedem steht sein Name.
Sechs der acht Formen beschreiben Breite und Tiefe des Fachwissens, also über wie viele Disziplinen jemand hinwegsieht und wie tief er in einer davon steckt. Beim X kommt die Führung als zweite Achse dazu, beim E vier Merkmale, die anders zählen.

Profil

Breite

Tiefe

Wofür es passt

I-förmig

keine

ein Feld

tiefe Fachaufgaben in einem Gebiet

Dash-förmig

breit

keine

Überblick, Koordination, erste Einschätzung

T-förmig

breit

ein Feld

Mitarbeit in Teams, die sich abstimmen müssen

Pi-förmig

breit

zwei Felder

Brücke zwischen zwei Disziplinen

M-förmig

breit

drei und mehr Felder

kleine Teams, in denen jeder mehrere Rollen trägt

V-förmig

angrenzende Felder

ein Feld, weicher Übergang

Weg aus der Tiefe in die Breite

X-förmig

breit

ein Feld, dazu Führung

Leitung über mehrere Disziplinen

E-förmig

Erfahrung und Neugier

ein Feld

Rollen, in denen die Umsetzung den Ausschlag gibt

Woher die Buchstaben im Kompetenzprofil kommen

Das älteste und bekannteste ist das T. Verbreitet hat es David Guest 1991 in einem Beitrag im britischen Independent über die Suche nach dem Renaissance-Menschen der Datenverarbeitung; davor benutzte McKinsey den Ausdruck intern für seine Berater. Populär wurde das Bild durch Tim Brown, den Chef der Designfirma IDEO, der damit beschrieb, wen er einstellen wollte.

Die Belegstellen dazu sammelt der Wikipedia-Artikel zu T-shaped skills.

Die übrigen Formen sind später und lockerer belegt. Das Pi wird Ashley Friedlein zugeschrieben, dem Gründer von Econsultancy, die Kammform Ross Dawson. Beim E stehen sich zwei Ansprüche gegenüber, ohne dass eine Primärquelle die Frage entscheidet. Zu X und Dash gibt es keinen belegbaren Urheber, sie sind in der Debatte um Führung und Generalisten entstanden.

Was ein Kompetenzprofil in der Praxis entscheidet

Drei Dinge: wen du einstellst, wie du ein Team zusammensetzt und woran jemand als nächstes arbeitet. Ein Team aus sieben Spezialisten ohne Überblick braucht jemanden, der übersetzt; ein Team aus sieben Generalisten findet niemanden, der die harten Fälle löst.

Die nützliche Frage ist deshalb, welche Profile im Team schon vorhanden sind und welche fehlen. In unseren über 2.500 Projekten lag die häufigste Lücke in der Breite zwischen zwei Spezialgebieten, für die niemand zuständig war.

Wo die Grenzen des Kompetenzprofils liegen

Ein Buchstabe ist eine Vereinfachung. Er sagt nichts über Verlässlichkeit, Zusammenarbeit oder darüber, wie schnell jemand Neues lernt, und er altert: Wer zwei Jahre an derselben Sache arbeitet, verändert seine Form, ohne dass es im Profil steht.

Dazu kommt die Selbsteinschätzung. Breite wird im Gespräch schnell behauptet und ist schwer zu prüfen; Tiefe zeigt sich dagegen in wenigen Minuten. Wer Profile zur Einstellung benutzt, prüft die Breite deshalb an konkreten Fällen aus dem Nachbarfeld.

Siehe auch:

T-förmiges Kompetenzprofil

Überblick über mehrere Felder, dazu echte Tiefe in einem davon.

#Rollen & Berufsbilder

I-förmiges Kompetenzprofil

Tiefe in einem Feld, ohne Überblick über die Nachbarfelder.

#Rollen & Berufsbilder

Pi-förmiges Kompetenzprofil

Überblick über mehrere Felder, dazu Tiefe in zwei davon.

#Rollen & Berufsbilder

M-förmiges Kompetenzprofil

Überblick über mehrere Felder, dazu Tiefe in drei oder mehr davon.

#Rollen & Berufsbilder

X-förmiges Kompetenzprofil

Breite und Tiefe wie beim T, dazu die Fähigkeit, andere wirksam zu machen.

#Rollen & Berufsbilder

Dash-förmiges Kompetenzprofil

Überblick über viele Felder, ohne eigene Tiefe in einem davon.

#Rollen & Berufsbilder