Ein I-förmiges Kompetenzprofil steht für Tiefe in einem einzigen Feld, ohne Überblick über die Felder daneben. Der senkrechte Strich des Buchstabens ist diese Tiefe, und oben fehlt der Querbalken, der beim T die Breite darstellt.
- I-förmiges Kompetenzprofil
Tiefe in einem Feld, ohne Überblick über die Nachbarfelder.
Beispiel: „Die Datenbankoptimierung übernimmt jemand mit I-förmigem Kompetenzprofil.“Auch: Spezialisten-Profil, I-Shaped. Gemeint ist keine Bewertung: In vielen Rollen ist genau diese Form die richtige.
Abgrenzung zum T-förmigen Kompetenzprofil: Dort kommt zur Tiefe der Überblick über mehrere Felder hinzu.
Profil | Breite | Tiefe | Wofür es passt |
|---|---|---|---|
I-förmig | keine | ein Feld | tiefe Fachaufgaben in einem Gebiet |
breit | keine | Überblick, Koordination, erste Einschätzung | |
breit | ein Feld | Mitarbeit in Teams, die sich abstimmen müssen | |
breit | zwei Felder | Brücke zwischen zwei Disziplinen | |
breit | drei und mehr Felder | kleine Teams, in denen jeder mehrere Rollen trägt | |
angrenzende Felder | ein Feld, weicher Übergang | Weg aus der Tiefe in die Breite | |
breit | ein Feld, dazu Führung | Leitung über mehrere Disziplinen | |
Erfahrung und Neugier | ein Feld | Rollen, in denen die Umsetzung den Ausschlag gibt |
Was das I-förmige Kompetenzprofil stark macht
Es löst die Fälle, an denen Breite scheitert. Eine Abfrage, die zehn Sekunden braucht, ein Speicherleck, eine Schriftdatei, die in einem Browser bricht: Dafür braucht es jemanden, der in diesem Feld schon hundert Varianten gesehen hat.
Diese Tiefe entsteht durch Zeit an derselben Sache, und sie ist der Grund, warum Spezialisten gesucht werden. In Projekten mit knappem Zeitplan ist eine Person mit dieser Form oft der Unterschied zwischen einer Woche Suchen und einer Stunde Arbeit.
Wo das I-förmige Kompetenzprofil im Team hakt
An den Übergängen. Wer die Nachbarfelder nicht einschätzen kann, übergibt Arbeit in einem Zustand, mit dem das nächste Gewerk nicht weiterkommt, und merkt es nicht. Je mehr solcher Übergänge ein Projekt hat, desto teurer wird das.
Dazu kommt das Risiko für die Person selbst. Verschwindet die Technik, in der die Tiefe steckt, bleibt wenig, woran sich anknüpfen lässt. Genau das passiert im Web alle paar Jahre einmal.
Wie aus dem I-förmigen Kompetenzprofil ein T wird
Durch Arbeit an den beiden Feldern, die direkt angrenzen; Kurse in allem helfen dabei wenig. Wer im Backend tief ist, gewinnt am meisten, wenn er die Datenbank und das Frontend so weit versteht, dass er deren Grenzen kennt.
Als Zwischenschritt taugt das V-förmige Profil: Die Tiefe bleibt, der Übergang nach oben wird weicher. Danach ist der Weg zum T kurz.