Das WWW (World Wide Web) ist der Dienst im Internet, der Dokumente über Verweise verbindet und sie im Browser anzeigt. Tim Berners-Lee hat es 1989 am CERN vorgeschlagen, und seit 1993 darf es jeder kostenlos benutzen. Im Alltag steht www außerdem als Vorsilbe vor vielen Domainnamen, und über diese drei Buchstaben muss jeder Websitebetreiber einmal entscheiden.
- WWW (World Wide Web)
Der Dienst im Internet, der Seiten über Hyperlinks verbindet und im Browser anzeigt.
Beispiel: „Das WWW ist einer von mehreren Diensten im Internet.“Auch: World Wide Web, kurz Web oder W3. Die deutsche Übersetzung weltweites Netz hat sich nie durchgesetzt.
Abgrenzung zum Internet: Das Internet ist das Netz der Rechner und die Technik darunter. Das WWW ist ein Dienst darin. E-Mail, DNS und Videokonferenzen laufen ebenfalls über das Internet und gehören trotzdem nicht zum WWW.
Wie das WWW entstanden ist
Am 12. März 1989 legte Tim Berners-Lee am CERN ein Papier vor, in dem er ein System aus verknüpften Dokumenten beschrieb. Sein Chef notierte darauf den oft zitierten Satz, das sei unklar, aber spannend. Gemeinsam mit Robert Cailliau folgte am 12. November 1990 ein formeller Vorschlag unter dem Namen WorldWideWeb.
Im selben Jahr schrieb Berners-Lee auf einem NeXT-Rechner alles, was dafür nötig war: das Protokoll, die Auszeichnungssprache, den ersten Browser und den ersten Server. Am 20. Dezember 1990 lief die erste Seite, am 6. August 1991 machte er das Projekt in einer Newsgroup öffentlich. Der entscheidende Schritt kam am 30. April 1993: Das CERN gab die Technik kostenlos frei. Ohne diese Entscheidung wäre das Web eine Fußnote geblieben, denn im selben Jahr erschien mit Mosaic der erste Browser, der Bilder zeigte, und die Zahl der Server begann zu steigen.
Woher der Name World Wide Web kommt
Berners-Lee hat einige Namen verworfen, bevor er bei diesem landete. Der erste Entwurf von 1989 sprach von Mesh, also Masche, was zu sehr nach Mess klang, englisch für Durcheinander. Auch Mine of Information und The Information Mine fielen durch, letzteres schon wegen der Abkürzung TIM.
Übrig blieb Web, das Netz, weil die Mathematik damit ein Gebilde aus Knoten und Verbindungen bezeichnet. World Wide Web lehnt sich an World Wide Wireless an, wie die Funkverbindungen des frühen 20. Jahrhunderts hießen. Die Abkürzung WWW hat dabei einen Schönheitsfehler, den Berners-Lee selbst bemerkt hat: Sie ist dreimal so lang gesprochen wie der Name, den sie abkürzt.
Woraus das WWW technisch besteht
Drei Bausteine genügen, und alle drei stammen aus derselben Arbeit von 1990.
Baustein | Aufgabe |
|---|---|
Regelt, wie Browser und Server eine Seite austauschen | |
Beschreibt, woraus eine Seite besteht | |
Benennt jede Seite eindeutig und macht sie verlinkbar | |
Kam 1996 dazu und trennt die Gestaltung vom Inhalt |
Alles andere kam später dazu und ändert an diesem Kern nichts: CSS für die Gestaltung, HTTPS für die Verschlüsselung, JavaScript für Verhalten im Browser, Unicode für die Zeichen aller Schriften. Eine Seite, die nur aus HTML über HTTP unter einer URL besteht, funktioniert bis heute.
Was das WWW vom Internet unterscheidet
Das Internet ist älter. Es entstand aus dem ARPANET der späten 1960er Jahre und ist das Netz, über das Rechner Daten austauschen. Das WWW ist einer der Dienste, die dieses Netz benutzen, und zwar der sichtbarste.
Daneben stehen andere: E-Mail über SMTP, die Namensauflösung über das DNS, Dateiübertragung über FTP, Fernwartung über SSH, dazu alles, was eine App im Hintergrund abruft. Wer sagt, er sei im Internet, meint meistens das WWW. Wer eine E-Mail schreibt, benutzt das Internet und das WWW gerade nicht.
Die Abbildung stellt beide Ebenen übereinander.
Wofür das www vor der Domain steht
In den 1990er Jahren bekam jeder Rechner einen Namen nach seiner Aufgabe. Der Webserver hieß www, der Mailserver mail, der Dateiserver ftp. Aus dieser Gewohnheit stammt die Vorsilbe: www.example.de war der Rechner im Netz von example.de, der Webseiten ausliefert.
Technisch ist www nichts weiter als eine Subdomain, und sie ist seit Langem freiwillig. Ein Browser ergänzt sie bei Bedarf selbst, und Google hat 2018 sogar versucht, sie in der Adressleiste von Chrome auszublenden, den Schritt nach Kritik aber zurückgenommen.
Mit www oder ohne www?
Beide Schreibweisen funktionieren, und beide müssen auf dieselbe Seite führen. Entscheidend ist, dass eine davon die Hauptadresse ist und die andere dorthin weiterleitet. Wer beide parallel ausliefert, hat jede Seite zweimal im Netz stehen, und Suchmaschinen müssen raten, welche gemeint ist.
Für die Entscheidung gibt es ein technisches Argument: Eine Zone darf an ihrer Wurzel keinen CNAME Record tragen. Wer seine Seite bei einem Anbieter mit wechselnden Adressen liegen hat, braucht deshalb entweder feste A-Records oder einen ALIAS Record. Mit www ist dieser Fall ein gewöhnlicher CNAME und damit einfacher.
So sehen beide Fälle in der Zonendatei aus.
; Beide Schreibweisen zeigen auf dasselbe Ziel
example.de. 3600 IN A 203.0.113.10
www.example.de. 3600 IN CNAME example.de.
; Liegt die Seite bei einem Anbieter mit wechselnden Adressen,
; braucht die Wurzel einen ALIAS, weil dort kein CNAME stehen darf
example.de. 3600 IN ALIAS ziel.anbieter.de.
www.example.de. 3600 IN CNAME ziel.anbieter.de.Die Weiterleitung selbst steht in keiner dieser Zeilen. Das DNS beantwortet nur die Frage, welche Adresse zu einem Namen gehört; welche Schreibweise die Hauptadresse ist, entscheidet der Webserver mit einer 301-Weiterleitung, und der Canonical Tag sagt es den Suchmaschinen noch einmal ausdrücklich. Unsere Empfehlung für neue Projekte: ohne www, weil die Adresse kürzer ist und in jeder Anzeige besser aussieht. Für bestehende Seiten gilt die Umkehrung: Wer schon mit www läuft, bleibt dabei.
Wie groß das WWW heute ist
Netcraft zählt jeden Monat, wie viele Namen im Web antworten. Im Juli 2026 waren es rund 1,49 Milliarden Hostnamen auf etwa 305 Millionen Domains, verteilt auf knapp 14,8 Millionen Rechner, die zum Web hin sichtbar sind.
Diese Zahl ist größer als die Zahl der Websites, denn shop.example.de und blog.example.de zählen einzeln. Als wirklich aktiv gelten je nach Zählweise rund 217 Millionen Seiten, also etwa jede siebte. Der Rest sind geparkte Domains, Weiterleitungen und Reste, die niemand abgeschaltet hat.
Wie sich das WWW verändert hat
Die erste Fassung war ein Netz aus Dokumenten, das Fachleute pflegten. Mit den 2000er Jahren kamen Seiten dazu, die ihre Besucher selbst schreiben: Blogs, Wikis und soziale Netzwerke, später unter dem Schlagwort Web 2.0 zusammengefasst. Seit den 2010er Jahren wandert ein Teil der Nutzung in Apps ab, die dieselben Daten über Schnittstellen holen und keine Seite mehr anzeigen.
Die jüngste Verschiebung läuft gerade: Antwortmaschinen lesen das Web und geben die Antwort direkt aus, ohne dass jemand die Quelle öffnet, siehe Zero-Click-Suche. Für Websitebetreiber heißt das, dass die eigene Startseite seltener der erste Kontakt ist. Das Web selbst bleibt dabei die Grundlage, denn gelesen wird weiterhin, was unter einer URL steht.