Scam ist das englische Wort für Betrug und im Netz der Sammelbegriff für Maschen, die direkt auf Geld zielen. Strafrechtlich ist das in Deutschland Betrug nach Paragraph 263 des Strafgesetzbuchs; der englische Ausdruck hat sich eingebürgert, weil die Maschen international sind.
- Scam
Das englische Wort für Betrug, im Netz der Sammelbegriff für Maschen, die direkt auf Geld zielen.
Beispiel: „Der Scam begann mit einer Anzeige für Markenschuhe zum halben Preis.“Auch: Wer so etwas betreibt, heißt Scammer. Einzelne Maschen tragen eigene Namen, von Romance Scam über Anlagebetrug bis zum Schockanruf.
Abgrenzung zu Phishing: Dort ist das Ziel ein Zugang, der später zu Geld gemacht wird. Beim Scam zahlt das Opfer selbst, oft freiwillig und über Wochen.
Was einen Scam von Phishing unterscheidet
Der Weg zum Geld. Phishing sammelt Zugangsdaten ein und braucht danach noch einen zweiten Schritt. Ein Scam überzeugt den Menschen davon, selbst zu überweisen, zu kaufen oder Gutscheincodes vorzulesen. Technisch ist das anspruchslos, und genau deshalb funktioniert es auf jedem Gerät und an jeder Sicherheitseinstellung vorbei.
Beide gehören zur selben Familie, siehe Social Engineering. Der Unterschied zählt trotzdem, weil die Gegenmittel auseinandergehen: Gegen Phishing hilft Technik, gegen Scam hilft ein Verfahren und eine zweite Meinung.
Welche Maschen es gibt
Sieben, die in Deutschland den Großteil ausmachen. Die Reihenfolge ihrer Erfindung spielt keine Rolle; die meisten sind älter als das Internet und nur umgezogen.
Masche | Wie sie anfängt | Woran sie zu erkennen ist |
|---|---|---|
Fake-Shop | Anzeige oder Suchtreffer mit auffällig niedrigem Preis | Nur Vorkasse, frisches Impressum, kopierte Produktbilder |
Romance Scam | Kontaktaufnahme in sozialen Netzwerken oder beim Online-Dating | Nie ein Treffen, dafür irgendwann eine Notlage mit Geldbedarf |
Anlagebetrug | Werbung mit Prominenten, dann ein Anruf vom Berater | Eine eigene Oberfläche zeigt Gewinne, die Auszahlung scheitert |
Schockanruf | Anruf mit angeblichem Unglück in der Familie | Zeitdruck, Übergabe von Bargeld, keine Rückrufnummer |
Gewinnversprechen | Nachricht über einen Gewinn, den niemand gesucht hat | Vor der Auszahlung fällt eine Gebühr an |
Job-Angebot | Gut bezahlte Heimarbeit mit Kontonutzung | Das eigene Konto soll Zahlungen weiterleiten, das ist strafbar |
Gefälschte Rechnung | E-Mail an die Buchhaltung mit geänderter Bankverbindung | Bekannter Vorgang, neue Kontonummer, freundliche Eile |
Daraus folgt ein gemeinsames Muster: Am Anfang steht ein Vorteil oder eine Angst, in der Mitte eine Beziehung über Tage bis Monate, am Ende eine Zahlung über einen Weg, der sich schlecht zurückholen lässt. Wer dieses Muster kennt, erkennt auch die Masche, die morgen erfunden wird.
Wohin das Geld bei einem Scam fließt
Über mehrere Stationen, und jede davon ist Absicht.
Die zweite Station ist die, die Unbeteiligte in Schwierigkeiten bringt. Wer sein Konto für fremde Zahlungen zur Verfügung stellt, macht sich wegen Geldwäsche strafbar, auch wenn er selbst getäuscht wurde; die Anzeige trifft dann den vermeintlichen Heimarbeiter und nicht den Täter.
Wie groß das Problem in Deutschland ist
Größer als jede Statistik zeigt. Das Bundeskriminalamt zählt in seinem Bundeslagebild Cybercrime für 2025 rund 335.000 Fälle im engeren Sinne, also Angriffe auf Systeme und Daten, und schätzt rund zwei Drittel der Taten als aus dem Ausland oder von unbekannten Orten begangen ein.
Für Betrugsmaschen sagt diese Zahl wenig, denn sie laufen in der Statistik als Betrug und nicht als Cybercrime im engeren Sinne. Dazu kommt ein Dunkelfeld, das das BKA selbst als erheblich bezeichnet: Scham, Beträge unterhalb der Anzeigeschwelle und die Annahme, dass ohnehin nichts passiert, halten viele Fälle aus jeder Erhebung heraus.
Woran sich ein Scam erkennen lässt
An vier Dingen, die zusammen auftreten. Ein Vorteil, der zu gut ist. Ein Zeitdruck, der keine Rückfrage zulässt. Ein Zahlungsweg ohne Rückholung, also Überweisung, Gutscheincode oder Kryptowährung. Und ein Gegenüber, das bei genauen Fragen ausweicht oder beleidigt reagiert.
Bei Shops kommen handfeste Prüfungen dazu: ein Impressum mit vollständiger Anschrift, ein Blick auf das Alter der Domain, Zahlung auf Rechnung als Option und Produktbilder, die sich über die Rückwärtssuche nicht bei zwanzig anderen Seiten finden. Ein SSL-Zertifikat taugt dafür nicht: Es kostet nichts und sagt nur, dass die Verbindung verschlüsselt ist.
Was ein Scam für ein Unternehmen bedeutet
Meist einen Missbrauch des eigenen Namens. Fake-Shops kopieren Impressen, Steuernummern und Produktfotos von echten Händlern, Anlagebetrüger werben mit Logos bekannter Häuser, und gefälschte Rechnungen tragen den Briefkopf eines Lieferanten. Den Schaden tragen dann die Kunden, und bei ihnen bleibt der Name des echten Unternehmens hängen, bei dem sie sich hinterher beschweren.
Dazu kommen Maschen, die auf die Buchhaltung zielen, siehe Spear Phishing. Nachgebaute Stimmen und Videobilder machen den Anruf des angeblichen Geschäftsführers glaubwürdiger, siehe Deepfake. Gegen beides hilft dieselbe Regel: Zahlungswege ändern sich nur über zwei Augenpaare und einen Rückruf auf die bekannte Nummer.
Was ein Scam nicht ist
Keine technische Lücke. Es gibt nichts zu patchen, keine Firewall hilft, und die Geräte der Opfer sind in Ordnung. Ebenso wenig ist jede unerwünschte Nachricht ein Scam: Werbung ohne Einwilligung ist Spam, und eine schlecht gemachte Rechnung ist oft nur eine schlecht gemachte Rechnung.
Und es ist keine Frage der Dummheit. Die Maschen arbeiten mit Druck, Zeit und Vertrauen; getroffen werden Menschen in jeder Bildungsstufe, oft in einer Phase, in der sie ohnehin unter Spannung stehen. Diese Einsicht ist kein Trost, sondern die Voraussetzung dafür, dass jemand einen Fall überhaupt meldet.
Einen Onlineshop vor dem Kauf prüfen
In fünf Minuten, bevor Geld fließt. Impressum lesen und die Anschrift in einer Kartenanwendung nachsehen. Prüfen, ob eine Zahlung auf Rechnung oder per Lastschrift angeboten wird; nur Vorkasse ist das deutlichste Zeichen. Den Domainnamen auf vertauschte Buchstaben ansehen, siehe Typosquatting. Ein Produktbild über die Rückwärtssuche prüfen. Und den Shopnamen zusammen mit dem Wort Erfahrungen suchen, wobei frische Lobeshymnen ohne Verlauf eher gegen den Shop sprechen.
Nach einer Zahlung richtig reagieren
Sofort und in dieser Reihenfolge. Bei der eigenen Bank anrufen und um Rückruf der Überweisung bitten, denn in den ersten Stunden ist das manchmal möglich. Den Zahlungsdienst oder die Kryptobörse informieren, bei der das Geld eingegangen ist. Anzeige bei der Polizei erstatten, auch online. Alle Belege sichern: Verlauf, Kontodaten, Profile, Anzeigen. Und das Konto im betroffenen Dienst absichern, falls dort Zugangsdaten eingegeben wurden.
Die eigene Marke gegen Fake-Shops schützen
Regelmäßig suchen und schnell melden. Einmal im Monat den eigenen Namen samt typischer Produkte suchen, dazu die Schreibweisen mit vertauschten Zeichen. Wird ein Fake-Shop gefunden, geht die Meldung an den Hoster und den Registrar der Domain, an die Plattform, auf der geworben wird, und an die Verbraucherzentrale; parallel gehört ein kurzer Hinweis auf die eigene Website, damit Kunden den Unterschied sehen. Wer eine eingetragene Marke hat, kommt bei Plattformen deutlich schneller durch.