Zum Inhalt springen

Typosquatting

oder auch Tippfehler-Domain, URL-Hijacking

Tags: Domains
Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 04.11.2026

Typosquatting ist das Registrieren von Tippfehlerfassungen einer bekannten Domain: ein vertauschter Buchstabe, ein fehlender Punkt, eine andere Endung. Wer sich vertippt, landet dann beim Besetzer statt beim Original.

Typosquatting

Das Registrieren von Tippfehlerfassungen einer bekannten Domain.
Beispiel: „Typosquatting fing jeden ab, der den Bindestrich vergaß.“

Auch: Tippfehler-Domain, URL-Hijacking. Die Adressen heißen im Englischen typo domains.

Abgrenzung zum Homograph-Angriff: Dort sehen die Zeichen nur aus wie andere, vertippt ist nichts. Beim Typosquatting steht wirklich ein anderer Buchstabe da.

Wozu Typosquatting benutzt wird

Für vier Zwecke, vom lästigen zum gefährlichen. Werbeseiten verdienen an den Besuchern, die versehentlich kommen. Weiterleitungen schicken sie zu Mitbewerbern. Verkaufsangebote richten sich an den Markeninhaber. Und nachgebaute Anmeldeseiten sammeln Zugangsdaten ein.

Der letzte Fall ist der Grund, warum Typosquatting nicht nur ärgerlich ist. Eine Adresse, die sich um einen Buchstaben unterscheidet, trägt dasselbe Schlosssymbol wie das Original, denn ein SSL-Zertifikat bekommt jeder für jede Domain, die ihm gehört.

Welche Gegenmittel es gibt

Das wirksamste ist die eigene Registrierung. Zwei bis fünf naheliegende Tippfehler kosten im Jahr weniger als ein Abendessen und leiten einfach auf die richtige Adresse weiter.

Wo jemand bereits zugegriffen hat, helfen dieselben Wege wie beim Grabbing: Schiedsverfahren bei allgemeinen Endungen, Gericht und DISPUTE bei .de. Bei Betrugsseiten kommt die Meldung beim Anbieter dazu, der solche Seiten meist schnell abschaltet.

Welche Tippfehler zuerst zu sichern sind

Vier Muster decken das meiste ab: der fehlende oder zusätzliche Bindestrich, vertauschte Nachbarbuchstaben, der verdoppelte Buchstabe und die fehlende Endung im zweiten Teil, etwa firmade statt firma.de.

Dazu die Umlautfassung und die Schreibweise mit ue, ae, oe, wenn der Name einen Umlaut enthält. Wer eine Marke mit ungewöhnlicher Schreibung hat, nimmt die naheliegende gewöhnliche gleich mit.

Siehe auch:

Domain Grabber

Jemand, der Domains in großer Zahl registriert, um sie weiterzuverkaufen.

#Domains

Homograph-Angriff

Eine nachgebaute Domain, in der Zeichen fremder Schriften wie lateinische Buchstaben aussehen.

#Domains

UDRP

Das Schiedsverfahren, mit dem sich missbräuchlich registrierte Domains zurückholen lassen.

#Domains

Domainportfolio

Die Gesamtheit der Domains, die ein Unternehmen hält.

#Domains

Domain

Der Name, unter dem eine Website im Internet erreichbar ist.

#Domains

SSL-Zertifikat

Eine beglaubigte Datei, mit der ein Server nachweist, dass er zu einer Domain gehört.

#Hosting & Webserver