Der Quelltext ist der HTML-Code einer Seite, den der Browser vom Server empfängt und zur sichtbaren Darstellung verarbeitet. Er enthält den Text, die Verweise auf Bilder und Stylesheets sowie die Angaben im Kopfbereich, die ein Besucher nie sieht. Allgemein bezeichnet Quelltext den geschriebenen Code jeder Programmiersprache.
- Quelltext
Der HTML-Code einer Seite, den der Browser empfängt und zur Darstellung verarbeitet.
Beispiel: „Im Quelltext steht, welche Beschreibung die Seite an Suchmaschinen meldet.“Der geschriebene Code eines Programms in einer beliebigen Programmiersprache, bevor er ausgeführt oder übersetzt wird.
Beispiel: „Der Quelltext der Anwendung liegt in PHP vor und wird über Git versioniert.“Auch: Quellcode, Sourcecode, Source Code oder Seitenquelltext. Im Browser lässt sich der Quelltext einer Seite über den Menüpunkt „Seitenquelltext anzeigen“ oder über das der Adresse vorangestellte
view-source:aufrufen.Abgrenzung zum Code in den Entwicklerwerkzeugen: Der Seitenquelltext zeigt, was der Server ausgeliefert hat. Die Inspektionsansicht der Entwicklerwerkzeuge zeigt den Stand, den das Dokument im Browser gerade hat, nachdem JavaScript es ergänzt oder umgebaut hat. Beide können deutlich voneinander abweichen.
Was im Kopfbereich steht
Alles, was der Besucher nicht sieht und Maschinen trotzdem brauchen: der Seitentitel, die Beschreibung, das Canonical, die Angaben für soziale Netzwerke und die strukturierten Daten. Wer prüfen will, ob eine dieser Angaben stimmt, sieht im Quelltext nach.
<head>
<title>Webdesign für Steuerberater</title>
<meta name="description" content="…">
<link rel="canonical" href="https://www.beispiel.de/steuerberater/">
<meta name="robots" content="index, follow">
</head>Der Unterschied zwischen beiden Ansichten
Der ausgelieferte Quelltext ist der Ausgangszustand. Was danach im Browser passiert, steht nicht darin: JavaScript kann Abschnitte nachladen, Texte austauschen, Elemente einfügen und wieder entfernen. Die Entwicklerwerkzeuge zeigen das Ergebnis dieser Bearbeitung, also den Stand von eben, und nicht das, was ankam.
Diese Fassung ist obendrein oft auf den einzelnen Besucher zugeschnitten: Einwilligungen, Anmeldestatus, Standort, Testvarianten und Warenkorb führen dazu, dass zwei Besucher zur selben Zeit verschiedene Dokumente vor sich haben. Ein Fehlerbericht aus den Entwicklerwerkzeugen beschreibt deshalb einen Einzelfall, nicht unbedingt die Seite.
Für Suchmaschinen zählt in erster Linie der ausgelieferte Stand. Google führt JavaScript zwar aus, aber in einem zweiten Durchgang und mit Verzögerung, und viele andere Dienste tun es gar nicht. Was erst im Browser entsteht, wird dadurch schlechter erkannt, später erfasst oder übersehen. Unsere Empfehlung: Was gefunden werden soll, gehört in den ausgelieferten Quelltext.
Wofür sich ein Blick lohnt
Um zu prüfen, ob Titel und Beschreibung wirklich gesetzt sind, ob das Canonical auf die richtige Adresse zeigt und ob die strukturierten Daten den erwarteten Typ tragen. Das sind genau die Angaben, die im Frontend unsichtbar bleiben und trotzdem über die Sichtbarkeit einer Seite entscheiden.
Dass der Quelltext dabei oft unlesbar aussieht, hat einen Grund: Vor der Auslieferung werden Zeilenumbrüche und Leerzeichen entfernt, um Übertragungsvolumen zu sparen. Für die Prüfung hilft die Formatierungsfunktion der Entwicklerwerkzeuge, die den Code wieder einrückt.
So wird der Quelltext aufgerufen
Dem Menüpunkt gleichwertig ist der Weg über die Adresszeile: Vor die vollständige Adresse der Seite kommt view-source:, ohne Leerzeichen dazwischen. Der Browser zeigt dann den ausgelieferten Quelltext statt der gerenderten Seite. Das funktioniert in Chrome, Firefox und Edge; Safari verlangt dafür die zuvor aktivierten Entwicklerwerkzeuge.
Weil view-source: das Dokument ein zweites Mal abruft, kann die Anzeige von dem Dokument abweichen, das zur geöffneten Seite gehört. Bei Seiten hinter einer Anmeldung und bei Formularen, die per POST abgeschickt wurden, ist deshalb der Netzwerk-Reiter der Entwicklerwerkzeuge der verlässlichere Weg: Dort steht die Antwort, die tatsächlich eingetroffen ist.