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ISO 9241-110

oder auch Interaktionsprinzipien

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 16.10.2026

ISO 9241-110 ist die Norm mit den Interaktionsprinzipien für die Gestaltung interaktiver Systeme. Sie formuliert sieben Grundsätze, die unabhängig von Anwendung, Umgebung und Technik gelten.

ISO 9241-110

Norm mit den sieben Interaktionsprinzipien für die Gestaltung interaktiver Systeme.
Beispiel: „ISO 9241-110 nennt als erstes Prinzip die Aufgabenangemessenheit.“

Auch: Teil 110 der ISO 9241, früher unter dem Titel „Grundsätze der Dialoggestaltung“ geführt. In Deutschland erscheint sie als DIN EN ISO 9241-110.

Abgrenzung zu ISO 9241-171: Teil 110 beschreibt, wie eine Oberfläche grundsätzlich mit ihren Nutzern umgeht. Teil 171 behandelt eigens die Barrierefreiheit von Software.

Abgrenzung zu Nielsens Heuristiken: Beide beschreiben Gestaltungsgrundsätze und überschneiden sich stark. Die Heuristiken stammen aus der Praxis der Usability-Prüfung, die Norm aus einem Gremienverfahren und wird in Ausschreibungen zitiert.

Was darin steht

Sieben Interaktionsprinzipien, dazu ein Rahmen, wie sie anzuwenden sind, und allgemeine Gestaltungsempfehlungen. Das erste und bekannteste ist die Aufgabenangemessenheit: Eine Oberfläche soll ihre Nutzer dabei unterstützen, ihre Aufgabe zu erledigen, und nicht eine eigene Logik durchsetzen.

Bewusst nicht behandelt werden die Besonderheiten einzelner Anwendungsfelder, etwa sicherheitskritische Systeme oder Funktionen mit künstlicher Intelligenz. Auch Fragen der Ästhetik, des Marketings und der Markenführung bleiben außen vor; die Darstellung von Information regelt Teil 112.

Welche Fassung gilt

Aktuell ist die zweite Ausgabe von Mai 2020, in Deutschland als DIN EN ISO 9241-110:2020-10. Der Katalogeintrag bei der ISO weist sie nach der Prüfung von 2025 als bestätigt aus. Sie löste die Ausgabe von 2006 ab und hat die Prinzipien dabei neu gefasst, weshalb ältere Quellen andere Bezeichnungen nennen.

Wie alle ISO-Normen ist sie kostenpflichtig. Wer die Prinzipien im Projekt anwenden will, kommt mit den frei verfügbaren Heuristiken meist genauso weit; gebraucht wird die Norm vor allem dort, wo jemand ihre Einhaltung vertraglich zusichern soll.

Wo sie im Projekt auftaucht

In Ausschreibungen öffentlicher Stellen, fast immer zusammen mit Teil 171 und der EN 301 549. Gefordert wird dann die Beachtung der Prinzipien, was sich mit einer sauberen Konzeption und einer Prüfung gegen die Heuristiken abdecken lässt.

Aus unserer Arbeit an über 2.500 Website-Projekten lohnt sich der Blick auf die Prinzipien bei Anwendungen hinter dem Login: Portale, Konfiguratoren, Buchungsstrecken. Für eine Unternehmenswebsite stehen die praktisch wirksamen Punkte ohnehin in den Heuristiken.

Siehe auch:

ISO 9241-171

Norm mit Gestaltungsempfehlungen für barrierefreie Software.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)

Nielsens 10 Usability-Heuristiken

Zehn allgemeine Regeln für die Gestaltung von Benutzeroberflächen, die Jakob Nielsen 1994 in ihrer heutigen Form veröffentlicht hat.

#Benutzererfahrung (UX)

Heuristische Evaluation

Prüfverfahren, bei dem mehrere Fachleute eine Oberfläche unabhängig voneinander gegen anerkannte Gestaltungsregeln durchgehen.

#Benutzererfahrung (UX)

Benutzererfahrung (UX)

Das gesamte Erleben eines Menschen im Umgang mit einem Produkt oder Dienst, vom ersten Kontakt bis nach der Nutzung.

#Benutzererfahrung (UX)

Benutzerzentriertes Design

Ein Vorgehen, das künftige Nutzer von Anfang an und wiederholt einbezieht.

#Benutzererfahrung (UX) #Barrierefreiheit (Accessibility)

Aufgabenangemessenheit

Der Grundsatz, dass eine Oberfläche die Aufgabe des Nutzers unterstützt und keine eigene Logik durchsetzt.

#Benutzererfahrung (UX) #Barrierefreiheit (Accessibility)