Content-Decay bezeichnet den schleichenden Verlust an Sichtbarkeit bei Inhalten, die unverändert online stehen. Der Text ist derselbe wie vor zwei Jahren, die Besucherzahlen sind es nicht. Typisch ist ein Verlauf über Monate, in dem die Zahlen in jedem Quartal etwas niedriger liegen als im Jahr davor.
- Content-Decay
Der schleichende Sichtbarkeitsverlust älterer Inhalte, ohne dass sich an ihnen etwas ändert.
Beispiel: „Der Content-Decay zeigt sich am Ratgeber von 2024: im Frühjahr noch Anfragen, im Winter fast keine mehr.“Sichtbar wird er an Impressionen und Klicks über einen langen Vergleichszeitraum, nicht an der Durchschnittsposition. Die Position schwankt zu stark, um einen Trend zu zeigen.
Zu trennen ist er von der Saisonkurve und vom Einbruch nach einem Relaunch. In der ersten Woche sehen alle drei gleich aus.
Woher der Verfall kommt
Am häufigsten veralten die Angaben: Preise, Rechtsstände, Versionsnummern. Dazu kommen Wettbewerber, die zum selben Thema inzwischen etwas Vollständigeres veröffentlicht haben, und eine Suchabsicht, die sich verschoben hat, weil die Leute mittlerweile etwas anderes wissen wollen.
Neu hinzugekommen ist, dass viele Fragen direkt im Suchergebnis beantwortet werden. Dann bleibt die Platzierung bestehen und der Klick aus, siehe Zero-Click-Suche.
Wie man den Content-Decay erkennt
Über den Vergleich der letzten Monate mit demselben Zeitraum des Vorjahres, sortiert nach dem Rückgang an Klicks. Die Seiten oben in dieser Liste sind die Kandidaten.
Ein Rückgang allein ist aber noch keine Diagnose. Vor der Entscheidung gehört die Frage dazu, ob das Thema insgesamt weniger gesucht wird oder ob nur diese eine Seite verloren hat.
Was dagegen hilft
Die Entscheidung fällt je Seite und lautet überarbeiten, zusammenlegen oder aufgeben. Überarbeiten lohnt, wo das Thema trägt und nur die Angaben alt sind. Zusammenlegen passt, wo mehrere schwache Seiten dieselbe Frage behandeln; dann bekommt die stärkere Seite den Inhalt und die schwächere eine Weiterleitung.
Beim Überarbeiten gilt eine Regel: Das Datum wird nur geändert, wenn sich inhaltlich etwas geändert hat. Ein frisches Datum über einem alten Text ist Etikettenschwindel und wird auch so behandelt.