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Barrierefreiheits-Audit

oder auch Accessibility Audit

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 16.10.2026

Ein Barrierefreiheits-Audit ist die systematische Prüfung eines Angebots auf Barrierefreiheit mit dokumentiertem Ergebnis. Es verbindet maschinelle Prüfung, Bedienung mit Tastatur und Hilfsmitteln und die Beurteilung der Inhalte durch Menschen.

Barrierefreiheits-Audit

Systematische Prüfung eines Angebots auf Barrierefreiheit mit dokumentiertem Ergebnis.
Beispiel: „Das Barrierefreiheits-Audit prüft acht repräsentative Seiten und den Bestellvorgang.“

Auch: Accessibility Audit. Das englische audit kommt vom lateinischen audire, also hören, und bezeichnete ursprünglich die mündliche Rechnungsprüfung.

Abgrenzung zum BITV-Test: Der BITV-Test ist ein festgelegtes Verfahren mit Punktzahl. Ein Audit kann demselben Raster folgen, aber auch enger oder weiter angelegt sein.

Wie es abläuft

In drei Durchgängen. Zuerst die Werkzeuge, die die zählbaren Verstöße einsammeln. Dann die Bedienung: einmal vollständig mit der Tastatur, einmal mit einem Screenreader, einmal bei 200 Prozent Vergrößerung. Zuletzt die Inhalte, also Alternativtexte, Überschriften, Linktexte und Fehlermeldungen.

Geprüft wird eine Auswahl, nicht alles. Repräsentativ heißt: jede Seitenvorlage einmal, dazu die Vorgänge, die wirklich zählen, also Kontakt, Anmeldung, Bestellung oder Buchung.

Was im Bericht steht

Je Befund vier Angaben: wo er auftritt, welches Kriterium betroffen ist, wie schwer er wiegt und was zu tun ist. Ohne die letzte Angabe ist ein Bericht wenig wert; eine Liste von Verstößen ohne Lösungsvorschlag landet ungelesen in der Ablage.

Dazu gehört eine Reihenfolge. Fehler, die ganze Vorgänge unbenutzbar machen, stehen vor solchen, die einzelne Inhalte betreffen; und Fehler in einer Vorlage stehen vor Fehlern auf einer einzelnen Seite, weil ihre Behebung vielfach wirkt.

Wann es sich lohnt

Vor dem Start eines Relaunches und noch einmal vor der Abnahme. Im Entwurf lassen sich Grundentscheidungen ändern, die später teuer werden: Farbpalette, Schriftgrößen, Komponenten, Reihenfolge der Bausteine.

Aus unserer Arbeit an über 2.500 Website-Projekten ist das Audit nach dem Start der häufigere, aber teurere Fall. Was im Entwurf eine Entscheidung ist, wird danach ein Umbau, und zwar an jeder Seite, die inzwischen entstanden ist.

Für Bestandsseiten lohnt deshalb ein kleinerer Zuschnitt: erst die Vorlagen prüfen, aus denen alle Seiten entstehen, und erst danach die einzelnen Inhalte. Ein Befund in der Vorlage ist einmal zu beheben, derselbe Befund in zweihundert Seiten zweihundertmal.

Siehe auch:

Automatisierte Prüfwerkzeuge (Barrierefreiheit)

Programme, die eine Seite maschinell auf Barrierefreiheitsfehler prüfen.

#Barrierefreiheit (Accessibility)

BITV-Test

Standardisiertes Prüfverfahren für die Barrierefreiheit von Websites im deutschen Raum.

#Barrierefreiheit (Accessibility)

Barrierefreiheitserklärung

Öffentliche Erklärung darüber, wie barrierefrei ein Angebot ist und wo es noch hakt.

#Barrierefreiheit (Accessibility)

Barrierefreiheit

Eigenschaft eines Angebots, von Menschen mit Behinderungen ohne fremde Hilfe genutzt werden zu können.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)

Usability-Test

Prüfverfahren, bei dem echte Nutzer echte Aufgaben an einer Oberfläche erledigen, während jemand beobachtet und mitschreibt.

#Benutzererfahrung (UX)

Manuelle Barrierefreiheitsprüfung

Prüfung der Kriterien, die sich nur durch Hinsehen und Bedienen feststellen lassen.

#Barrierefreiheit (Accessibility)