Automatisierte Prüfwerkzeuge sind Programme, die eine Seite maschinell auf Barrierefreiheitsfehler prüfen. Sie durchsuchen das ausgelieferte Dokument nach Verstößen, die sich eindeutig feststellen lassen, und melden sie mit Fundstelle. Maschinell geprüft wird auch in anderen Feldern, etwa Ladezeit, Suchmaschinenoptimierung oder Sicherheit. Dieser Eintrag meint die Werkzeuge für Barrierefreiheit.
- Automatisierte Prüfwerkzeuge (Barrierefreiheit)
Programme, die eine Seite maschinell auf Barrierefreiheitsfehler prüfen.
Beispiel: „Das automatisierte Prüfwerkzeug meldet vier Bilder ohne Alternativtext und zwei Kontrastverstöße.“Verbreitet sind axe als Erweiterung und Bibliothek, Lighthouse im Chrome-Browser und WAVE als Webdienst. Alle drei prüfen nach denselben Erfolgskriterien, melden aber unterschiedlich streng.
Abgrenzung zur Prüfung durch Menschen: Das Werkzeug beurteilt, was sich zählen lässt. Ob ein Alternativtext das Bild beschreibt oder die Reihenfolge Sinn ergibt, entscheidet nur jemand, der hinsieht.
Was sie zuverlässig finden
Alles, was im Markup eindeutig fehlt oder widerspricht: Bilder ohne alt-Attribut, Formularfelder ohne Label, zu geringe Kontrastwerte, doppelte Kennungen, falsch verschachtelte Überschriften, ungültige ARIA-Attribute. Das sind die Fehler, die sich mit der geringsten Mühe beheben lassen.
Wie der Wert zustande kommt, den Lighthouse am Ende anzeigt, beschreibt die Dokumentation zur Bewertung. Wichtig daran: Der Wert ist eine Gewichtung bestandener Prüfungen und kein Maß für Barrierefreiheit.
Was sie grundsätzlich nicht sehen
Alles, was Bedeutung voraussetzt. Ob der Alternativtext zum Bild passt, ob die Überschriftenstruktur den Inhalt gliedert, ob der Fokus in sinnvoller Reihenfolge läuft, ob die Fehlermeldung verständlich ist: Dafür braucht es ein Urteil.
Die verbreitete Schätzung lautet, dass sich mit Werkzeugen rund ein Drittel der Kriterien prüfen lässt. Eine Seite ohne Befunde ist damit frei von den Fehlern, die eine Maschine erkennt, und über alles Übrige sagt das Ergebnis nichts.
Wie man sie sinnvoll einsetzt
Früh und laufend. In der Entwicklung als Erweiterung im Browser, in der Auslieferung als Prüfung im Bauprozess, die bei neuen Verstößen Alarm schlägt. So bleiben die maschinell prüfbaren Fehler draußen, und die Prüfung durch Menschen kann sich um den Rest kümmern.
Aus unserer Arbeit an über 2.500 Website-Projekten ist die Reihenfolge entscheidend: erst die Werkzeuge laufen lassen und ihre Befunde abräumen, dann mit der Tastatur durchgehen, dann mit einem Screenreader. Umgekehrt verbringt man die Zeit damit, Fehler von Hand zu finden, die eine Maschine in Sekunden meldet.