Zum Inhalt springen

BITV-Test

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 16.10.2026

Der BITV-Test ist ein standardisiertes Prüfverfahren für die Barrierefreiheit von Websites im deutschen Raum. Er zerlegt die Anforderungen in einzeln bewertbare Prüfschritte und führt zu einer Punktzahl, die den Stand vergleichbar macht.

BITV-Test

Standardisiertes Prüfverfahren für die Barrierefreiheit von Websites im deutschen Raum.
Beispiel: „Der BITV-Test bewertet jeden Prüfschritt mit erfüllt, teilweise erfüllt oder nicht erfüllt.“

Benannt nach der Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung, kurz BITV, die für öffentliche Stellen des Bundes gilt. Entwickelt und gepflegt wird das Verfahren von einem Verbund aus Prüfstellen.

Abgrenzung zum automatisierten Test: Prüfwerkzeuge entscheiden maschinell und erfassen nur einen Teil. Der BITV-Test ist eine Prüfung durch Menschen, die jeden Schritt am konkreten Angebot beurteilen.

Wie er abläuft

Geprüft wird eine Auswahl repräsentativer Seiten, nicht die ganze Website: Startseite, typische Inhaltsseiten, ein Formular, der Anmeldevorgang, die Suche. Jeder Prüfschritt wird einzeln bewertet und das Ergebnis dokumentiert, sodass nachvollziehbar bleibt, woran eine Bewertung hängt.

Am Ende steht eine Punktzahl von höchstens 100. Ab 90 Punkten gilt das Angebot als gut zugänglich, ab 95 als sehr gut zugänglich; darunter benennt der Bericht die Mängel nach Dringlichkeit.

Welche Prüfschritte es gibt und wie sie bewertet werden, dokumentiert das Verfahren selbst öffentlich. Die Prüfschritte sind den Erfolgskriterien der Richtlinien zugeordnet, sodass ein Ergebnis auch außerhalb Deutschlands einzuordnen ist.

Was er leistet

Er macht den Stand belastbar. Eine Selbsteinschätzung lässt sich bestreiten, ein dokumentierter Prüfbericht nicht. Für öffentliche Stellen ist er der übliche Nachweis, für private Anbieter ein Argument gegenüber Auftraggebern und Aufsichtsbehörden.

Dazu kommt der Nebeneffekt: Weil jeder Schritt am konkreten Angebot beurteilt wird, fällt im Bericht auch auf, was formal erfüllt und praktisch trotzdem unbrauchbar ist.

Was er nicht leistet

Er ersetzt keine Prüfung mit Betroffenen. Ein Angebot kann jeden Prüfschritt bestehen und sich trotzdem umständlich bedienen lassen, weil Reihenfolge, Benennung und Wortwahl zwar korrekt, aber nicht verständlich sind.

Und er ist eine Momentaufnahme. Jede neue Seite, jedes neue Element und jeder Umbau können den Stand verändern, weshalb der Bericht ein Datum trägt und die Barrierefreiheitserklärung darauf verweist.

Siehe auch:

EN 301 549

Europäische Norm, die die Barrierefreiheitsanforderungen an IT-Produkte und Dienste festlegt.

#Barrierefreiheit (Accessibility)

Barrierefreiheit

Eigenschaft eines Angebots, von Menschen mit Behinderungen ohne fremde Hilfe genutzt werden zu können.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)

Usability-Test

Prüfverfahren, bei dem echte Nutzer echte Aufgaben an einer Oberfläche erledigen, während jemand beobachtet und mitschreibt.

#Benutzererfahrung (UX)

Heuristische Evaluation

Prüfverfahren, bei dem mehrere Fachleute eine Oberfläche unabhängig voneinander gegen anerkannte Gestaltungsregeln durchgehen.

#Benutzererfahrung (UX)

Leichte Sprache

Stark vereinfachtes Deutsch nach festem Regelwerk, geprüft von Menschen aus der Zielgruppe.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)

Konformitätsstufen A, AA, AAA

Die drei Stufen, in die die WCAG ihre Erfolgskriterien einteilt.

#Barrierefreiheit (Accessibility)