Die Audiodeskription ist eine gesprochene Beschreibung der Bildinhalte eines Videos, die aus dem Ton allein nicht hervorgehen. Sie wird in die Tonspur gelegt und läuft mit dem Bild mit.
- Audiodeskription
Gesprochene Beschreibung der Bildinhalte eines Videos, die der Ton nicht hergibt.
Beispiel: „Die Audiodeskription sagt in der Sprechpause, dass sie die Tür öffnet.“Auch: Audio Description, Hörfilmfassung. Der englische Begriff heißt wörtlich die hörbare Beschreibung; im deutschen Fernsehen läuft dieselbe Sache seit den Achtzigern unter „Hörfilm“.
Abgrenzung zu den Untertiteln: Untertitel bringen den Ton als Text für Menschen, die ihn nicht hören. Die Audiodeskription bringt das Bild als Ton für Menschen, die es nicht sehen. Beides zusammen deckt ein Video ab.
Wie sie entsteht
Im Normalfall wird die Beschreibung in die vorhandenen Sprechpausen gelegt. Die WCAG beschreibt genau das als Standardfall: Erzählung, die den Dialog nicht überdeckt. Was beschrieben wird, sind Handlungen, Personen, Szenenwechsel, eingeblendeter Text und alles andere, was nur zu sehen ist.
Reichen die Pausen nicht, hilft die erweiterte Audiodeskription: Das Video hält kurz an, die Beschreibung läuft, danach geht es weiter. Das ist in den Anforderungen eine eigene Stufe und in der Produktion deutlich aufwendiger.
Wann die WCAG sie verlangt
Auf Stufe A lässt Erfolgskriterium 1.2.3 die Wahl zwischen einer Audiodeskription und einer Alternative für zeitbasierte Medien, also einem vollständigen Transkript. Auf Stufe AA verlangt 1.2.5 „Audio Description (Prerecorded)“ die Audiodeskription für jedes aufgezeichnete Video. Wer AA anstrebt, kann sie nicht mehr durch Text ersetzen.
Für öffentliche Stellen und für die vom Barrierefreiheitsstärkungsgesetz erfassten Dienstleistungen ist AA der Maßstab. Damit wird aus der Wahlmöglichkeit eine Pflicht.
Was das für die eigenen Videos heißt
Der günstigste Weg führt über das Drehbuch. Wer beim Schreiben darauf achtet, dass Gesagtes und Gezeigtes zusammenfallen, braucht hinterher kaum eine zusätzliche Spur. Ein Erklärvideo, in dem jemand sagt „hier oben rechts“ und auf etwas Unbenanntes zeigt, braucht sie dagegen immer.
Aus unserer Arbeit an über 2.500 Website-Projekten ist die häufigste Lösung bei Imagefilmen trotzdem das Transkript: Es deckt Stufe A ab, kostet einen Bruchteil und bringt den Inhalt nebenbei in eine Form, die Suchmaschinen lesen können.