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Audiodeskription

oder auch Audio Description, Hörfilm

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 16.10.2026

Die Audiodeskription ist eine gesprochene Beschreibung der Bildinhalte eines Videos, die aus dem Ton allein nicht hervorgehen. Sie wird in die Tonspur gelegt und läuft mit dem Bild mit.

Audiodeskription

Gesprochene Beschreibung der Bildinhalte eines Videos, die der Ton nicht hergibt.
Beispiel: „Die Audiodeskription sagt in der Sprechpause, dass sie die Tür öffnet.“

Auch: Audio Description, Hörfilmfassung. Der englische Begriff heißt wörtlich die hörbare Beschreibung; im deutschen Fernsehen läuft dieselbe Sache seit den Achtzigern unter „Hörfilm“.

Abgrenzung zu den Untertiteln: Untertitel bringen den Ton als Text für Menschen, die ihn nicht hören. Die Audiodeskription bringt das Bild als Ton für Menschen, die es nicht sehen. Beides zusammen deckt ein Video ab.

Wie sie entsteht

Im Normalfall wird die Beschreibung in die vorhandenen Sprechpausen gelegt. Die WCAG beschreibt genau das als Standardfall: Erzählung, die den Dialog nicht überdeckt. Was beschrieben wird, sind Handlungen, Personen, Szenenwechsel, eingeblendeter Text und alles andere, was nur zu sehen ist.

Reichen die Pausen nicht, hilft die erweiterte Audiodeskription: Das Video hält kurz an, die Beschreibung läuft, danach geht es weiter. Das ist in den Anforderungen eine eigene Stufe und in der Produktion deutlich aufwendiger.

Links ein Videobild mit einer dunklen Untertitelleiste „Komm rein! [Tür quietscht]“, darunter eine Tonspur mit der Einblendung „gesprochen: Sie öffnet die Tür“, rechts ein Dokument mit den Zeilen Sprecherin, Geräusch, Beschreibung und Sprecher
Die Audiodeskription liegt in der Tonspur, nicht im Bild.

Wann die WCAG sie verlangt

Auf Stufe A lässt Erfolgskriterium 1.2.3 die Wahl zwischen einer Audiodeskription und einer Alternative für zeitbasierte Medien, also einem vollständigen Transkript. Auf Stufe AA verlangt 1.2.5 „Audio Description (Prerecorded)“ die Audiodeskription für jedes aufgezeichnete Video. Wer AA anstrebt, kann sie nicht mehr durch Text ersetzen.

Für öffentliche Stellen und für die vom Barrierefreiheitsstärkungsgesetz erfassten Dienstleistungen ist AA der Maßstab. Damit wird aus der Wahlmöglichkeit eine Pflicht.

Was das für die eigenen Videos heißt

Der günstigste Weg führt über das Drehbuch. Wer beim Schreiben darauf achtet, dass Gesagtes und Gezeigtes zusammenfallen, braucht hinterher kaum eine zusätzliche Spur. Ein Erklärvideo, in dem jemand sagt „hier oben rechts“ und auf etwas Unbenanntes zeigt, braucht sie dagegen immer.

Aus unserer Arbeit an über 2.500 Website-Projekten ist die häufigste Lösung bei Imagefilmen trotzdem das Transkript: Es deckt Stufe A ab, kostet einen Bruchteil und bringt den Inhalt nebenbei in eine Form, die Suchmaschinen lesen können.

Siehe auch:

Barrierefreiheit

Eigenschaft eines Angebots, von Menschen mit Behinderungen ohne fremde Hilfe genutzt werden zu können.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)

Screenreader

Programm, das Bildschirminhalte vorliest oder auf einer Braillezeile ausgibt.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)

Alt-Text

Textfassung eines Bildes, die beschreibt, was es zeigt, wenn das Bild nicht ankommt.

#Website-Struktur

Assistive Technologien

Hilfsmittel, mit denen Menschen mit Behinderungen digitale Angebote bedienen.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)

EN 301 549

Europäische Norm, die die Barrierefreiheitsanforderungen an IT-Produkte und Dienste festlegt.

#Barrierefreiheit (Accessibility)

Erweiterte Audiodeskription

Audiodeskription, für die das Video anhält, weil die Sprechpausen nicht ausreichen.

#Barrierefreiheit (Accessibility)