Zum Inhalt springen

Transkript

oder auch Transkription

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 16.10.2026

Ein Transkript ist der vollständige Inhalt eines Videos oder einer Tonaufnahme als Text. Es steht neben dem Medium und lässt sich lesen, ohne es abzuspielen.

Transkript

Der vollständige Inhalt eines Videos oder einer Tonaufnahme als Text.
Beispiel: „Das Transkript gibt Beschreibung und Dialog in der Reihenfolge wieder, in der sie im Video vorkommen.“

Auch: Transkription, Volltext, Mitschrift. Von lateinisch transcribere, also umschreiben oder abschreiben; dieselbe Wurzel steckt im Zeugnis, dem englischen transcript.

Abgrenzung zu den Untertiteln: Untertitel sind an den Zeitverlauf gebunden und zeigen immer nur den gerade laufenden Satz. Das Transkript zeigt alles auf einmal, lässt sich überfliegen, durchsuchen und auf einer Braillezeile lesen.

Anwendungsfall: Für taubblinde Menschen ist das Transkript der einzige Zugang zu einem Video, weil weder Untertitel noch Tonspur bei ihnen ankommen.

Was ein vollständiges Transkript enthält

Mehr als das Gesagte. Die WCAG nennt die Gattung „alternative for time-based media“ und verlangt darin die richtig sortierten Textbeschreibungen der zeitbasierten Informationen aus Bild und Ton. Also auch, was zu sehen ist, und das an der Stelle, an der es vorkommt.

Dazu kommen die Sprecherkennzeichnung und, wenn das Medium interaktiv ist, ein Weg, dasselbe Ergebnis ohne das Medium zu erreichen. Ein Transkript, das nur den Dialog abbildet, ist eine Mitschrift, aber keine Alternative im Sinne der Anforderungen.

Links ein Videobild mit einer dunklen Untertitelleiste „Komm rein! [Tür quietscht]“, darunter eine Tonspur mit der Einblendung „gesprochen: Sie öffnet die Tür“, rechts ein Dokument mit den Zeilen Sprecherin, Geräusch, Beschreibung und Sprecher
Das Transkript führt zusammen, was Bild und Ton getrennt zeigen.

Wann es die Audiodeskription ersetzt

Auf Stufe A stellt Erfolgskriterium 1.2.3 beides nebeneinander: entweder eine Audiodeskription oder eine Alternative für zeitbasierte Medien. Ab Stufe AA gilt das nicht mehr, dort wird die Audiodeskription eigens verlangt. Umgekehrt fordert Stufe AAA mit 1.2.8 das Transkript zusätzlich.

Für die meisten Unternehmensvideos ist das die praktische Antwort auf die Frage nach dem Aufwand: Untertitel und Transkript decken Stufe A vollständig ab.

Warum es sich doppelt lohnt

Weil ein Video für eine Suchmaschine eine Datei ohne Inhalt ist. Das Transkript ist der einzige Teil, der sich indexieren lässt, und bringt die Begriffe aus dem Video auf die Seite.

Aus unserer Arbeit an über 2.500 Website-Projekten wird aus dem Transkript regelmäßig ein eigener Beitrag: Einmal gegliedert, mit Zwischenüberschriften versehen und um die Beispiele ergänzt, die im Video nur gezeigt wurden, steht ein Artikel da, der für sich steht.

Siehe auch:

Barrierefreiheit

Eigenschaft eines Angebots, von Menschen mit Behinderungen ohne fremde Hilfe genutzt werden zu können.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)

Alt-Text

Textfassung eines Bildes, die beschreibt, was es zeigt, wenn das Bild nicht ankommt.

#Website-Struktur

Screenreader

Programm, das Bildschirminhalte vorliest oder auf einer Braillezeile ausgibt.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)

Fließtext

Zusammenhängender Text in Absätzen, der den Hauptteil einer Seite trägt.

#Website-Struktur

Assistive Technologien

Hilfsmittel, mit denen Menschen mit Behinderungen digitale Angebote bedienen.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)

Auditive Behinderungen

Einschränkungen des Hörens, von der Schwerhörigkeit bis zur Gehörlosigkeit.

#Barrierefreiheit (Accessibility)