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Hashtag

oder auch Doppelkreuz (Hashtag), Hashtags, Raute (Hashtag)

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 04.11.2026

Ein Hashtag ist ein Wort mit einem Doppelkreuz davor, das einen Beitrag einem Thema zuordnet. Aus #webdesign wird dadurch ein Verweis: Wer darauf tippt, sieht alle Beiträge, die dasselbe Schlagwort tragen. Erfunden hat die Form Chris Messina 2007 auf Twitter, abgeschaut hat er sie im Chat.

Hashtag

Ein Schlagwort mit Doppelkreuz davor, das einen Beitrag einem Thema zuordnet.
Beispiel: „Unter dem Hashtag sammelten sich an dem Abend mehrere tausend Beiträge.“

Auch: Das Zeichen selbst heißt im Deutschen Doppelkreuz oder Raute, englisch hash. Der zweite Teil des Wortes, tag, ist das Schlagwort, siehe Tag (Verschlagwortung).

Abgrenzung zum At-Zeichen: Das At-Zeichen spricht eine Person an und benachrichtigt sie. Der Hashtag ordnet einem Thema zu und benachrichtigt niemanden.

Wie ein Hashtag gebaut ist

Ein Hashtag endet beim ersten Zeichen, das kein Buchstabe und keine Ziffer ist. Daraus folgen fünf Regeln, die auf allen Plattformen gleich sind.

Regel

Beispiel

Keine Leerzeichen, sonst endet der Hashtag dort

#neue website wird zu #neue

Keine Satz- und Sonderzeichen

#webdesign-hamburg endet vor dem Strich

Umlaute und Zahlen gehen

#Grüße und #2026 funktionieren

Nur Zahlen gehen nicht

#2026 ja, #26 je nach Dienst nicht

Groß- und Kleinschreibung ist gleichwertig

#MadeMyDay findet dasselbe wie #mademyday

Der häufigste Fehler steckt in der ersten Zeile: Wer zwei Wörter meint, muss sie zusammenschreiben. Aus „neue Website“ wird #neuewebsite, und genau dort beginnt die nächste Frage.

Warum die Schreibweise mit großen Buchstaben zählt

#mademyday und #MadeMyDay finden dieselben Beiträge, die Suche unterscheidet nicht. Für einen Screenreader ist der Unterschied allerdings groß: Die Kleinschreibung liest er als eine Buchstabenfolge vor, bei den großen Anfangsbuchstaben erkennt er drei Wörter und spricht sie aus.

Dieselbe Hilfe gilt für Sehende. Das bekannteste Beispiel ist #susanalbumparty, mit dem eine Plattenfirma 2012 eine Veranstaltung von Susan Boyle ankündigte; in Großbuchstaben geschrieben wäre #SusAlbumParty niemandem aufgefallen. Binnenmajuskeln sind deshalb die Hausregel, siehe Barrierefreiheit.

Woher der Hashtag kommt

Die Idee stammt aus dem Internet Relay Chat, wo Gesprächsräume seit den späten 1980er Jahren mit einem Doppelkreuz beginnen. Am 23. August 2007 schlug Chris Messina auf Twitter vor, Gruppen auf dieselbe Weise zu kennzeichnen. Twitter fand den Vorschlag zunächst zu technisch und machte Hashtags erst 2009 anklickbar.

Danach ging es schnell: Instagram übernahm die Form 2011, Facebook 2013, später folgten LinkedIn, YouTube und TikTok. Aus einem Vorschlag für eine Nischenfunktion wurde damit eines der wenigen Zeichen, die über alle Plattformen hinweg dasselbe bedeuten.

Was ein Hashtag heute noch bringt

Weniger als vor zehn Jahren, und je nach Plattform etwas anderes. Instagram hat Ende 2024 die Möglichkeit entfernt, einem Hashtag zu folgen, und Adam Mosseri, der den Dienst leitet, sagt seitdem offen, Hashtags hülfen beim Einordnen eines Beitrags und nicht bei dessen Verbreitung. Die Empfehlungen des Systems stützen sich auf Verweildauer und Interaktionen.

Auf LinkedIn und X sind Hashtags weiterhin Filter, über die Leute Themen verfolgen, dort aber sparsam gesetzt: zwei bis drei genügen. Auf TikTok und YouTube helfen sie dem System beim Einordnen des Videos. Am stärksten wirken sie überall dort, wo ein Hashtag eine Veranstaltung, eine Kampagne oder eine Gemeinschaft benennt und die Leute ihn selbst benutzen.

Die Tabelle fasst zusammen, was ein Hashtag auf den einzelnen Plattformen heute noch tut.

Plattform

Was der Hashtag dort tut

Sinnvolle Zahl

Instagram

Ordnet den Beitrag ein, bringt nach Angaben des Hauses keine Reichweite

drei bis fünf

X

Filter und Einstieg in laufende Gespräche

ein bis zwei

LinkedIn

Themen, denen Leute folgen

drei

TikTok

Hinweis an die Empfehlungen, worum es geht

drei bis fünf

YouTube

Erscheint über dem Titel, führt zur Hashtag-Seite

zwei bis drei

Facebook

Kaum noch in Gebrauch

keine

Mastodon

Der einzige Weg, Beiträge zu finden, weil es keine Empfehlungen gibt

so viele wie passen

Die Zeile zu Mastodon ist dabei die interessanteste. Dort gibt es keine Empfehlungen, die einen Beitrag an Fremde ausspielen, und deshalb ist der Hashtag die einzige Brücke zu Leuten, die einem noch nicht folgen. Was auf Instagram an Bedeutung verliert, ist dort unverzichtbar.

Wie viele Hashtags sinnvoll sind

Die Obergrenzen der Plattformen sind kein Ziel. Instagram erlaubt dreißig pro Beitrag, sinnvoll sind drei bis fünf, die wirklich zum Inhalt passen. Eine Wand aus Schlagwörtern unter einem Beitrag sieht nach Werbung aus und bringt nach allem, was die Plattformen selbst sagen, nichts.

Eine Mischung trägt am weitesten: ein breites Schlagwort für das Thema, ein engeres für die Nische und eines, das nur zur eigenen Marke oder Veranstaltung gehört. Das letzte ist das einzige, über das sich die Beiträge später wiederfinden lassen.

Wann ein Hashtag sich gegen den Absender dreht

Ein Hashtag gehört niemandem. Wer einen eigenen ausruft, lädt alle ein, ihn zu benutzen, auch die Unzufriedenen. McDonald's hat das im Januar 2012 erlebt: Unter dem Schlagwort, mit dem die Kette Geschichten über ihre Lieferanten sammeln wollte, erzählten die Leute Geschichten über Lebensmittelvergiftungen. Die Kampagne lief wenige Stunden.

Die New Yorker Polizei machte 2014 dieselbe Erfahrung, als sie um Fotos mit ihren Beamten bat und Bilder von Festnahmen zurückbekam. Die Lehre daraus ist einfach: Ein Hashtag für eine Kampagne lohnt sich dort, wo die Leute dem Absender wohlgesonnen sind, und er braucht vorher eine Antwort auf die Frage, was geschieht, wenn sie es nicht sind.

Was ein Hashtag für die eigene Website nicht leistet

Ein Hashtag wirkt innerhalb einer Plattform. Außerhalb davon ist er ein Wort mit einem Zeichen davor: kein Verweis, kein Rankingfaktor, kein Keyword im Sinne der Suchmaschine. Auf der eigenen Website haben Hashtags deshalb nichts zu suchen, dort erledigen Kategorien und Schlagwörter dieselbe Aufgabe und ergeben echte Seiten.

Was aus sozialen Netzwerken zurückkommt, sind Besuche und Erwähnungen, siehe Social Signals. Die entstehen aus dem Beitrag selbst, nicht aus den Schlagwörtern darunter.

Siehe auch:

At-Zeichen (@)

Das Sonderzeichen @, das in einer E-Mail-Adresse das Postfach von der Domain trennt.

Tag (Verschlagwortung)

Ein frei vergebenes Schlagwort, das einen Inhalt beschreibt und ihn mit gleich verschlagworteten Inhalten verbindet.

#Webdesign-Grundlagen

Social Signals

Reaktionen in sozialen Netzwerken auf einen Inhalt, oft als Rankingfaktor vermutet.

#Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Interaktion (Interaction)

Jede zählbare Handlung an einem Beitrag oder einer Anzeige: Klick, Ansicht, Reaktion, Kommentar oder Weitergabe.

#Suchmaschinenmarketing (SEM)

Screenreader

Programm, das Bildschirminhalte vorliest oder auf einer Braillezeile ausgibt.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)

Keyword

Der Begriff, auf den hin eine Seite geplant und geschrieben wird.

#Suchmaschinenoptimierung (SEO)