Google Trends ist das kostenlose Werkzeug von Google, das zeigt, wie sich das Interesse an einem Suchbegriff über die Zeit und über Regionen verteilt. Es nennt keine Suchzahlen, sondern Werte zwischen 0 und 100, und dieser Unterschied entscheidet darüber, ob jemand die Kurve richtig liest.
- Google Trends
Das kostenlose Werkzeug von Google, das den Verlauf des Suchinteresses zu einem Begriff zeigt.
Beispiel: „Ein Blick in Google Trends zeigte, dass die Nachfrage jeden Januar anzieht.“Auch: Die Werte heißen dort Interesse im zeitlichen Verlauf. Der Vorgänger Google Insights for Search ging 2012 in Google Trends auf.
Abgrenzung zum Suchvolumen: Dieses ist eine absolute Zahl, meist ein Monatsdurchschnitt aus einem Keyword-Werkzeug. Google Trends liefert nur Verhältnisse, dafür bis auf den Tag genau.
Was die Zahlen in Google Trends bedeuten
Der höchste Punkt im gewählten Zeitraum bekommt die 100. Alle anderen Punkte stehen im Verhältnis dazu: 50 heißt halb so viel Interesse wie zum Höhepunkt, 25 ein Viertel. Wie viele Menschen tatsächlich gesucht haben, steht nirgends.
Die Abbildung zeigt denselben Verlauf zweimal, links mit erfundenen Suchzahlen, rechts so, wie Google Trends ihn ausgibt.
Daraus folgt die wichtigste Regel im Umgang mit dem Werkzeug: Zwei Kurven aus zwei verschiedenen Abfragen lassen sich nicht vergleichen. Wer wissen will, ob Begriff A häufiger gesucht wird als Begriff B, muss beide in dieselbe Abfrage schreiben. Google Trends vergleicht bis zu fünf Begriffe gleichzeitig, und erst dann steht die 100 für den höchsten Punkt über alle fünf.
Was sich aus einem Vergleich mehrerer Begriffe ablesen lässt
Genau deshalb lohnt sich die Abfrage mit mehreren Begriffen. Die 100 gilt dann für alle gemeinsam, und damit stehen sie untereinander im Verhältnis, auch wenn keine einzige absolute Zahl im Diagramm steht.
Die Abbildung zeigt drei Begriffe über ein Jahr, in der Darstellung von Google Trends.
Drei Aussagen stecken darin. A wird am häufigsten gesucht und hat einen Jahresgang mit Höhepunkt im September. B bleibt das ganze Jahr gleich und liegt bei gut der Hälfte von A. C wächst stetig und hat sich binnen eines Jahres mehr als verdreifacht, ohne die beiden anderen einzuholen. Für die Planung von Inhalten ist C der interessanteste der drei.
Und dann der Schritt, den viele auslassen: Kennt man für einen Begriff das absolute Suchvolumen, lassen sich die anderen hochrechnen. Liegt A bei 12.000 Suchen im Monat und steht im selben Monat bei 100, entspricht ein Punkt 120 Suchen. B mit 50 kommt dann auf rund 6.000, C mit 38 auf rund 4.600.
Das ist eine Schätzung und keine Messung. Die Monatsmittel der Keyword-Werkzeuge und die Tageswerte von Google Trends stammen aus verschiedenen Quellen, beide runden, und je weiter ein Begriff von dem mit der bekannten Zahl entfernt liegt, desto gröber wird die Rechnung. Als Größenordnung taugt sie trotzdem, und sie macht aus relativen Werten brauchbare absolute.
Was eine Null in Google Trends bedeutet
Nicht, dass niemand gesucht hat. Google zeigt Werte erst oberhalb einer Mindestmenge an Suchanfragen; darunter steht eine Null. Bei seltenen Begriffen, bei kleinen Regionen und bei kurzen Zeiträumen passiert das schnell.
Dazu kommt, dass die Auswertung auf einer Stichprobe beruht. Zwei Abrufe derselben Abfrage können leicht voneinander abweichen. Für die Frage, ob ein Long-Tail Keyword zehn oder zwanzig Mal im Monat gesucht wird, ist das Werkzeug deshalb ungeeignet. Dafür braucht es die absoluten Zahlen aus einem Keyword-Werkzeug, siehe Keyword-Recherche.
Wie Suchbegriff und Thema sich unterscheiden
Beim Tippen bietet Google Trends zwei Arten von Einträgen an. Der Suchbegriff zählt genau diese Zeichenfolge und alles, was sie enthält. Das Thema, in der Liste mit einer Beschreibung versehen, fasst alle Schreibweisen, Übersetzungen und verwandten Formulierungen desselben Gegenstands zusammen.
Der Unterschied ist groß. Der Suchbegriff Webdesign zählt nur diese Schreibweise, das Thema Webdesign auch web design, Webgestaltung und die englischen Anfragen aus demselben Land. Für Marken und für alles, was Menschen unterschiedlich schreiben, ist das Thema die ehrlichere Auswahl.
Welche Einstellungen das Ergebnis drehen
Fünf Stellschrauben ändern die Kurve, ohne dass sich an den Suchanfragen etwas ändert. Wer eine Zahl aus Google Trends weitergibt, nennt sie am besten mit.
Einstellung | Was sie verändert |
|---|---|
Zeitraum | Der höchste Punkt im gewählten Zeitraum wird zur 100. Ein anderer Zeitraum ergibt deshalb andere Zahlen für dieselben Wochen |
Region | Verglichen wird innerhalb des Gebiets. Ein Begriff kann in Deutschland bei 100 stehen und weltweit bei 3 |
Kategorie | Grenzt mehrdeutige Begriffe ein. „Golf“ in der Kategorie Fahrzeuge meint das Auto, in Sport den Sport |
Suchtyp | Websuche, Bildersuche, News, Shopping oder YouTube. Dieselbe Frage hat je nach Oberfläche einen anderen Verlauf |
Suchbegriff oder Thema | Der Begriff zählt genau diese Zeichenfolge, das Thema alle Schreibweisen und Sprachen desselben Gegenstands |
Besonders der Zeitraum führt in die Irre. Eine Marke, die im letzten Jahr von 100 auf 40 gefallen ist, kann über fünf Jahre betrachtet gerade erst anfangen zu wachsen. Beide Kurven stimmen, sie beantworten nur verschiedene Fragen.
Wofür sich Google Trends lohnt
Für den Jahresverlauf. Wann fragen Leute nach Weihnachtsgeschenken, wann nach Steuererklärungen, wann nach einer neuen Website? Die Antwort steht dort zuverlässig, und sie taugt für die Planung von Inhalten und Kampagnen.
Für Vergleiche innerhalb einer Abfrage, etwa zwischen zwei Schreibweisen oder zwei Marken. Für regionale Unterschiede, die das Werkzeug bis auf Bundesländer herunterbricht. Und für das Erkennen von Bewegungen: Ein Begriff, der seit Monaten steigt, ist ein Hinweis, über den sich ein Beitrag lohnt, lange bevor ein Keyword-Werkzeug ein stabiles Monatsvolumen dafür ausweist.
Woran Google Trends scheitert
An kleinen Zahlen, an mehrdeutigen Namen und an der Vergangenheit. Begriffe unterhalb der Schwelle liefern eine flache Null-Linie, Markennamen, die zugleich ein Alltagswort sind, liefern das Interesse am Alltagswort, und die Erhebung hat sich über die Jahre mehrfach geändert. Sprünge zum Jahreswechsel sind deshalb manchmal keine Verhaltensänderung, sondern eine Umstellung bei Google.
Dazu kommt die Verwechslung von Suche und Markt. Dass nach einem Produkt weniger gesucht wird, kann heißen, dass es weniger gekauft wird. Es kann auch heißen, dass die Leute es inzwischen anders nennen oder ihre Fragen einer KI stellen, statt sie in die Suchmaschine zu tippen.
Wie Google Trends entstanden ist
Google startete das Werkzeug am 11. Mai 2006 mit Daten ab 2004. 2008 kam unter dem Namen Insights for Search eine zweite, genauere Anwendung dazu, die 2012 in Google Trends aufging. Seitdem ist es ein Werkzeug für alle, von der Redaktion bis zur Forschung.
Seit Juli 2025 gibt es zusätzlich eine Schnittstelle, zunächst in einer geschlossenen Testphase. Sie liefert die Daten eines gleitenden Fensters von rund 1.800 Tagen, ohne die Umrechnung auf 0 bis 100 und ohne die Begrenzung auf fünf Begriffe. Wer regelmäßig vergleichen will, bekommt damit zum ersten Mal Werte, die über mehrere Abfragen hinweg zusammenpassen.