Farbenblindheit ist die eingeschränkte Unterscheidung von Farben, meist zwischen Rot und Grün. Betroffene sehen Farben, nur bestimmte Paare fallen für sie zusammen.
- Farbenblindheit
Eingeschränkte Unterscheidung von Farben, meist zwischen Rot und Grün.
Beispiel: „Bei Farbenblindheit sehen der grüne und der rote Punkt in der Statusanzeige gleich aus.“Auch: Farbfehlsichtigkeit, Farbsehschwäche. Der gängige Name führt in die Irre, denn blind für Farben ist kaum jemand. Die Fachnamen zählen die drei Zapfentypen des Auges durch: Protanopie, Deuteranopie und Tritanopie, nach protos, deuteros und tritos, also erster, zweiter und dritter.
Abgrenzung zum Kontrast: Der Kontrast misst den Helligkeitsunterschied, die Farbenblindheit betrifft den Farbton. Rot und Grün können bei gleichem Kontrastwert ununterscheidbar sein, weil sich ihre Helligkeit kaum unterscheidet.
Wie verbreitet das ist
Häufiger, als die meisten Gestalter annehmen. Männer sind deutlich stärker betroffen als Frauen, weil die Anlage auf dem X-Chromosom liegt.
Das US-amerikanische National Eye Institute nennt in seiner Übersicht zur Farbsehschwäche eine Zahl für Männer: etwa einer von zwölf. Für Frauen nennt es keine Zahl und verweist nur auf das deutlich geringere Risiko. Am häufigsten ist die Rot-Grün-Schwäche, seltener die Blau-Gelb-Schwäche, und sehr selten sieht jemand gar keine Farben.
Woran Oberflächen scheitern
Immer an derselben Stelle: Die Farbe trägt eine Aussage allein. Das rot umrandete Pflichtfeld ohne Text daneben, die Diagrammlegende, die ihre Linien nur über Farbe zuordnet, der Link im Fließtext, den nichts außer seiner Farbe als Link ausweist, die Statusampel aus Punkten.
Die WCAG führt das als Erfolgskriterium 1.4.1 „Use of Color“ auf Stufe A: Farbe darf nicht das einzige visuelle Mittel sein, um Information zu vermitteln, eine Handlung anzuzeigen, zu einer Reaktion aufzufordern oder ein Element zu unterscheiden. Das ist eine der am leichtesten zu prüfenden Anforderungen und zugleich eine der am häufigsten verletzten.
Was als zweites Merkmal taugt
Alles, was ohne Farbe funktioniert: ein Symbol im Punkt, ein Wort neben der Anzeige, eine Schraffur in der Fläche, eine Linienart im Diagramm, die Beschriftung direkt an der Linie statt in der Legende. Beim Link reicht die Unterstreichung im Fließtext.
Die Probe ist in zehn Sekunden gemacht: Bild in Graustufen umrechnen und schauen, ob die Aussage noch da ist. Aus unserer Arbeit an über 2.500 Website-Projekten fällt dabei fast immer dasselbe auf, nämlich Diagramme aus Tabellenprogrammen und die grün-rote Rückmeldung in Formularen.