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Visuelle Behinderungen

oder auch Sehbeeinträchtigungen, Sehbehinderungen

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 17.10.2026

Visuelle Behinderungen sind Einschränkungen des Sehens, von der Sehschwäche bis zur Blindheit. Wer blind ist, bildet dabei die kleinste der betroffenen Gruppen.

Visuelle Behinderungen

Einschränkungen des Sehens, von der Sehschwäche bis zur Blindheit.
Beispiel: „Visuelle Behinderungen betreffen weit mehr Menschen als die Blindheit allein.“

Auch: Sehbeeinträchtigungen, Sehbehinderungen. Der Plural ist bewusst gesetzt, denn die Gruppe ist uneinheitlich: Sehschärfe, Gesichtsfeld, Kontrastempfinden und Blendempfindlichkeit sind verschiedene Dinge und treten einzeln auf.

Abgrenzung zur Farbenblindheit: Die betrifft den Farbton und nicht die Sehschärfe. Sie wird deshalb eigens behandelt und zählt amtlich meist gar nicht als Behinderung.

Wie viele Menschen betroffen sind

Amtlich zählt das Statistische Bundesamt zum Jahresende 2025 gut 7,8 Millionen Menschen mit schwerer Behinderung, 9,4 Prozent der Bevölkerung. Bei 4 Prozent von ihnen ist Blindheit oder Sehbehinderung die schwerste Behinderung. Das sind rund 300.000 Menschen.

Die für das Web entscheidende Zahl ist eine andere. Die Weltgesundheitsorganisation zählt mindestens 2,2 Milliarden Menschen mit einer Einschränkung des Nah- oder Fernsehens, häufigste Ursache der Nahsicht ist die Alterssichtigkeit. Wer eine Lesebrille braucht, taucht in keiner Behindertenstatistik auf und stößt trotzdem an zu kleine Schrift.

Balkendiagramm mit drei Balken auf einer Skala bis 60 Prozent: körperlich 57 Prozent, geistig oder seelisch 16 Prozent, nicht ausgewiesen 19 Prozent, darunter die Aufschlüsselung der körperlichen Behinderungen von inneren Organen mit 27 Prozent bis zum Verlust einer Brust mit 2 Prozent
Blindheit und Sehbehinderung sind bei 4 Prozent die schwerste Behinderung.

Womit Websites bedient werden

Je nach Grad mit verschiedenen Mitteln: mit vergrößerter Schrift und erhöhtem Kontrast, mit der Bildschirmvergrößerung, mit dem Zoom des Browsers, mit einem Screenreader oder mit einer Braillezeile. Viele kombinieren mehreres, etwa Vergrößerung und Sprachausgabe.

Daraus folgt, dass eine Website nicht für ein Hilfsmittel gebaut wird. Sie muss sich vergrößern lassen, umbrechen, Farben des Systems übernehmen und zugleich als Text auswertbar bleiben.

Was im Entwurf darüber entscheidet

Vier Dinge, in dieser Reihenfolge: Alternativtexte für alles, was Information trägt, ausreichender Kontrast, eine Struktur aus echten Überschriften und ein Layout, das bei 400 Prozent Zoom umbricht.

Aus unserer Arbeit an über 2.500 Website-Projekten ist der häufigste Fehler kein technischer: Text in Bildern. Er lässt sich weder vergrößern noch vorlesen noch einfärben, und er fällt erst auf, wenn jemand ihn braucht.

Siehe auch:

Screenreader

Programm, das Bildschirminhalte vorliest oder auf einer Braillezeile ausgibt.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)

Bildschirmvergrößerung

Hilfsmittel, das einen Ausschnitt des Bildschirms stark vergrößert darstellt.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Responsive Design

Alt-Text

Textfassung eines Bildes, die beschreibt, was es zeigt, wenn das Bild nicht ankommt.

#Website-Struktur

Kontrastverhältnis

Messwert für den Helligkeitsunterschied zwischen Text und Hintergrund.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)

Farbenblindheit

Eingeschränkte Unterscheidung von Farben, meist zwischen Rot und Grün.

#Barrierefreiheit (Accessibility)