Die Bildschirmvergrößerung ist ein Hilfsmittel, das einen Ausschnitt des Bildschirms stark vergrößert darstellt. Wer damit arbeitet, sieht zu jeder Zeit nur einen Teil der Seite.
- Bildschirmvergrößerung
Hilfsmittel, das einen Ausschnitt des Bildschirms stark vergrößert darstellt.
Beispiel: „Mit der Bildschirmvergrößerung ist von einem Formular immer nur ein Feld gleichzeitig zu sehen.“Auch: Bildschirmlupe, Screen Magnifier. Windows nennt das Werkzeug Bildschirmlupe, macOS schlicht Zoom; beide sitzen in den Bedienungshilfen des Systems.
Abgrenzung zum Zoom im Browser: Der Browser-Zoom vergrößert die Seite, die daraufhin neu umbricht und in eine Spalte rutschen kann. Die Bildschirmvergrößerung vergrößert das fertige Bild des Bildschirms; dabei bricht nichts um, und der Ausschnitt wandert.
Was dabei verloren geht
Der Überblick. Bei achtfacher Vergrößerung bleibt von einem Bildschirm etwa die Fläche einer Visitenkarte übrig. Alles, was auf einer Seite weit auseinanderliegt, kann nicht mehr zusammen wahrgenommen werden.
Daraus folgt eine Gestaltungsregel, die auch ohne Hilfsmittel trägt: Was zusammengehört, gehört zusammen. Die Fehlermeldung steht am Feld und nicht als Sammelmeldung über dem Formular, die Beschriftung steht über dem Feld und nicht in einer fernen Spalte, die Schaltfläche steht beim Inhalt, auf den sie sich bezieht.
Was die WCAG verlangt
Zwei Kriterien greifen ineinander. Erfolgskriterium 1.4.4 „Resize Text“ auf Stufe AA verlangt, dass sich Text ohne Hilfsmittel auf 200 Prozent vergrößern lässt, ohne dass Inhalt oder Funktion verloren gehen; ausgenommen sind Untertitel und Bilder von Text.
Erfolgskriterium 1.4.10 „Reflow“ geht weiter: Der Inhalt muss sich bei einer Breite von 320 CSS-Pixeln ohne Scrollen in zwei Richtungen darstellen lassen. Das entspricht einem Fenster von 1280 Pixeln bei 400 Prozent Zoom, und es ist derselbe Umbruch, den ein Smartphone auslöst.
Woran es in der Praxis scheitert
An festen Pixelbreiten, an Tabellen, die nicht umbrechen, und vor allem an der fixierten Kopfzeile. Was bei voller Größe 80 Pixel hoch ist, frisst bei 400 Prozent ein Drittel des sichtbaren Bereichs, und darunter bleibt kaum noch Platz für den Inhalt.
Aus unserer Arbeit an über 2.500 Website-Projekten ist die Prüfung in zwei Minuten erledigt: Browserfenster auf 1280 Pixel, Zoom auf 400 Prozent, und dann durch die Seite scrollen. Was dabei seitlich wegläuft oder sich überlagert, fällt sofort auf.