Die Blitzlicht- und Flackergrenzen sind Grenzwerte, ab denen flackernde Inhalte bei lichtempfindlichen Menschen einen epileptischen Anfall auslösen können. Sie werden in Blitzen je Sekunde und in Fläche gemessen.
- Blitzlicht- und Flackergrenzen
Grenzwerte, ab denen flackernde Inhalte einen epileptischen Anfall auslösen können.
Beispiel: „Die Blitzlicht- und Flackergrenzen sind überschritten, wenn eine große Fläche öfter als dreimal je Sekunde hell und dunkel wird.“Auch: Drei-Blitze-Regel, im Englischen general flash and red flash thresholds. Der rote Blitz steht eigens darin, weil gesättigtes Rot Anfälle auslöst, die ein gleich heller Wechsel in anderen Farben nicht auslöst.
Abgrenzung zur reduzierten Bewegung: Bewegung reduzieren richtet sich gegen Animationen, die Schwindel und Übelkeit auslösen, und ist eine Einstellung des Nutzers. Die Flackergrenzen sind ein harter Grenzwert, der für alle gilt und sich nicht abschalten lässt.
Was genau gezählt wird
Erfolgskriterium 2.3.1 „Three Flashes or Below Threshold“ steht auf Stufe A und verlangt, dass nichts auf einer Seite öfter als dreimal in einer Sekunde blitzt, es sei denn, der Blitz liegt unter den Grenzwerten.
Die Grenzwerte selbst stehen in der Definition zu den Blitzschwellen: Als Blitz zählt ein Paar gegenläufiger Helligkeitswechsel von mindestens zehn Prozent des Höchstwerts, wobei das dunklere Bild unter 0,80 relativer Leuchtdichte liegt. Bestanden ist auch, wenn die gleichzeitig blitzende Fläche höchstens ein Viertel eines Sehfelds von zehn Grad einnimmt.
Wo das im Web vorkommt
Selten in der Gestaltung, häufig im eingebundenen Material: Konzertmitschnitte mit Stroboskop, Werbevideos mit harten Schnittfolgen, animierte GIFs, Ladeanimationen mit starkem Hell-Dunkel-Wechsel und Hintergrundvideos, die von selbst starten.
Deshalb sind Videos ohne Autoplay hier mehr als eine Frage des guten Geschmacks. Was erst auf Knopfdruck läuft, trifft niemanden unvorbereitet, und eine Vorwarnung vor dem Start ist für Betroffene die Voraussetzung dafür, eine Seite überhaupt zu öffnen.
Womit sich das prüfen lässt
Von Hand ist das nicht zu zählen. Das Trace Center der University of Maryland stellt dafür das Photosensitive Epilepsy Analysis Tool kostenlos bereit: Es zeichnet ein Fenster auf und meldet allgemeine Blitze, rote Blitze und verlängerte Blitzfolgen. Es läuft nur unter Windows, und für Material, das gewerblich für Fernsehen, Film oder Spiele produziert wurde, ist die Nutzung untersagt.
Für den Alltag reicht meist eine Regel: Kein Inhalt startet von selbst, und fremdes Videomaterial wird vor dem Einbinden angesehen. Automatisierte Prüfwerkzeuge für Barrierefreiheit erkennen Flackern nicht, weil sie das Dokument lesen und nicht das bewegte Bild.