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Bewegung reduzieren

oder auch prefers-reduced-motion

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 16.10.2026

Bewegung reduzieren ist eine Systemeinstellung, mit der Nutzer Animationen abbestellen, und zugleich die Abfrage, über die eine Website sie berücksichtigt. Ist sie gesetzt, sollen Bewegungen entfallen oder sich auf das Nötige beschränken.

Bewegung reduzieren

Systemeinstellung, mit der Nutzer Animationen abbestellen, und die Abfrage, die sie berücksichtigt.
Beispiel: „Mit ‚Bewegung reduzieren‘ steht die animierte Abbildung im Glossar still.“

Auch: prefers-reduced-motion, nach dem Namen der CSS-Abfrage. In den Systemeinstellungen heißt die Option bei Apple „Bewegung reduzieren“, unter Windows „Animationseffekte“.

Abgrenzung zum Abschalten durch die Website: Hier entscheidet der Nutzer einmal für alle Angebote. Eine Schaltfläche auf der Seite selbst ist zusätzlich möglich, ersetzt die Einstellung aber nicht.

Warum die Einstellung existiert

Weil Bewegung im Sichtfeld körperlich wirkt. Bei Menschen mit vestibulären Störungen lösen Parallaxe, zoomende Übergänge und großflächiges Verschieben Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen aus. Es handelt sich um eine körperliche Reaktion, die sich nicht abstellen lässt, und damit um etwas anderes als eine Vorliebe.

Betroffen ist dabei mehr als eine Randgruppe. Die Einstellung wird auch von Menschen gesetzt, die sich schlicht weniger Unruhe auf dem Bildschirm wünschen, und auf älteren Geräten spart abgeschaltete Bewegung zusätzlich Rechenzeit.

Das Erfolgskriterium Animation aus Interaktionen (2.3.3) verlangt deshalb, dass sich durch Interaktion ausgelöste Bewegung abschalten lässt, sofern sie nicht unverzichtbar ist.

Was die Abfrage bewirkt

Sie meldet die Einstellung des Betriebssystems an das Stylesheet. Zwei Werte gibt es: reduce, wenn der Nutzer sie gesetzt hat, und no-preference sonst. Alles, was sich bewegt, gehört in einen Block, der auf reduce reagiert.

@media (prefers-reduced-motion: reduce) {
  *,
  *::before,
  *::after {
    animation-duration: 0.01ms !important;
    animation-iteration-count: 1 !important;
    transition-duration: 0.01ms !important;
    scroll-behavior: auto !important;
  }
}

Was reduziert wirklich heißt

Nicht jede Bewegung muss verschwinden. Ein kurzer Übergang, der einen Zustandswechsel verständlich macht, darf bleiben; er hilft beim Verstehen und bewegt kaum Fläche. Weg gehören die großen Bewegungen: Parallaxe, selbstlaufende Bildfolgen, zoomende Seitenwechsel, alles, was sich über den halben Bildschirm schiebt.

Aus unserer Arbeit an über 2.500 Website-Projekten ist der Block mit dem Sternchen-Selektor ein brauchbarer Notnagel für Bestandsseiten, aber kein Ersatz für die Entscheidung je Animation. Wer neu baut, prüft jede Bewegung einzeln und schaltet gezielt ab.

Siehe auch:

Barrierefreiheit

Eigenschaft eines Angebots, von Menschen mit Behinderungen ohne fremde Hilfe genutzt werden zu können.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)

Parallax-Effekt

Gestaltungsmittel, bei dem sich Ebenen beim Scrollen unterschiedlich schnell bewegen.

#Website-Struktur

Modal

Fenster, das sich über den Inhalt legt und die Seite dahinter sperrt, bis es geschlossen wird.

#Website-Struktur

Blitzlicht- und Flackergrenzen

Grenzwerte, ab denen flackernde Inhalte einen epileptischen Anfall auslösen können.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)

Eingabehilfen

Die Einstellungen eines Betriebssystems für die barrierefreie Bedienung.

#Barrierefreiheit (Accessibility)

Autoplay vermeiden

Der Verzicht darauf, Ton und Bewegung ohne Zutun des Nutzers zu starten.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)