Asymmetrische Verschlüsselung ist ein Verfahren mit zwei zusammengehörenden Schlüsseln, von denen einer öffentlich sein darf. Was mit dem einen verschlüsselt wurde, lässt sich nur mit dem anderen wieder lesbar machen.
- Asymmetrische Verschlüsselung
Ein Verfahren mit zwei zusammengehörenden Schlüsseln, von denen einer öffentlich sein darf.
Beispiel: „Die asymmetrische Verschlüsselung löst das Problem, einen Schlüssel sicher zu übergeben.“Auch: Public-Key-Verschlüsselung, nach dem öffentlichen Schlüssel, der das Verfahren ausmacht. Das Gegenstück ist der private Schlüssel.
Abgrenzung zur symmetrischen Verschlüsselung: Dort ist es derselbe Schlüssel in beide Richtungen, und er muss geheim übergeben werden.
Wie asymmetrische Verschlüsselung das Austauschproblem löst
Indem es nichts Geheimes mehr zu übergeben gibt. Wer eine Nachricht empfangen will, veröffentlicht seinen öffentlichen Schlüssel; jeder darf ihn haben, und jeder kann damit verschlüsseln. Lesen kann die Nachricht nur, wer den zugehörigen privaten Schlüssel besitzt, und der hat den Rechner nie verlassen. Damit entfällt der Kanal, über den bei symmetrischen Verfahren der Schlüssel laufen muss.
Wofür das Verfahren außer dem Verbergen taugt
Für Signaturen, und das ist in der Praxis der häufigere Fall. Dreht man die Reihenfolge um und verschlüsselt mit dem privaten Schlüssel, kann jeder mit dem öffentlichen nachrechnen, dass die Nachricht vom Inhaber stammt und unterwegs unverändert blieb. Darauf beruhen digitale Zertifikate, signierte Software-Pakete und die Anmeldung mit Passkeys.
Welche Schlüssellängen heute gelten
Für RSA mindestens 3.000 Bit, für Verfahren auf elliptischen Kurven mindestens 250 Bit. Beide Zahlen stammen aus der Technischen Richtlinie TR-02102-1 des BSI in der Fassung vom 23.01.2026 und meinen dasselbe Sicherheitsniveau. Dass die Zahlen so weit auseinanderliegen, ist kein Widerspruch, sondern der Grund, warum elliptische Kurven sich durchgesetzt haben: kürzere Schlüssel, weniger Rechenarbeit, gleiche Sicherheit.