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Website-Konzeption

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 02.09.2026
(aktualisiert 16.10.2026)

Website-Konzeption ist die Planungsphase vor Gestaltung und Entwicklung. Sie klärt, wen die Website erreichen soll, was sie leisten muss, welche Inhalte es dafür braucht und wie diese angeordnet werden. Das Ergebnis ist eine Grundlage, gegen die sich alle späteren Entscheidungen prüfen lassen.

Website-Konzeption

Die Planung einer Website vor der Umsetzung: Ziele, Zielgruppen, Inhalte, Struktur und die Anforderungen an Technik und Redaktion.
Beispiel: „Die Konzeption steht, jetzt können wir mit den Entwürfen anfangen.“

Abgrenzung zur Content-Konzeption: Diese ist ein Teil davon und behandelt ausschließlich die Inhalte.

Abgrenzung zum Relaunch-Konzept: Das Relaunch-Konzept plant den Umbau einer bestehenden Website und muss zusätzlich den Bestand berücksichtigen.

Was in der Konzeption entschieden wird

Am Anfang stehen die Ziele. Was soll die Website bewirken, und woran wird das gemessen? Eine Seite, die Anfragen erzeugen soll, sieht anders aus als eine, die Bewerber gewinnen oder bestehende Kunden entlasten soll. Ohne diese Festlegung wird jede spätere Diskussion zur Geschmacksfrage.

Darauf folgen die Zielgruppen und ihre Fragen. Wer kommt auf die Seite, mit welcher Absicht, und was muss er finden, damit er weiterkommt? Aus diesen Fragen ergeben sich die Inhalte, und aus den Inhalten ergibt sich die Struktur, meist festgehalten in einem Sitemap-Konzept.

Den Abschluss bilden die Anforderungen an Technik und Redaktion: Welches CMS, welche Schnittstellen, wer pflegt später was und wie oft. Diese Fragen wirken trocken und entscheiden trotzdem darüber, ob die Website nach zwei Jahren noch gepflegt wird.

Warum die Phase so oft übersprungen wird

Konzeption erzeugt nichts Sichtbares. Ein Entwurf lässt sich zeigen, ein Strukturdiagramm überzeugt niemanden im Vorbeigehen. Deshalb steht in vielen Projekten der Wunsch am Anfang, gleich mit dem Design zu beginnen.

Aus unseren Projekten kennen wir die Folge: Die Struktur wird während der Gestaltung mitentwickelt, jede zweite Seite wirft eine Grundsatzfrage auf, und die Entwürfe werden mehrfach umgebaut. Der Aufwand verschwindet dabei nicht, er verlagert sich nur in eine Phase, in der Änderungen deutlich teurer sind.

Was am Ende vorliegt

Üblich sind eine Zieldefinition mit messbaren Größen, eine Beschreibung der Zielgruppen, eine Inhaltsübersicht, die Seitenstruktur als Diagramm und eine Anforderungsliste für die Technik. Bei größeren Vorhaben kommen Wireframes oder ein Clickdummy dazu, damit sich die Wege durchspielen lassen, bevor gestaltet wird.

Der Workshop am Anfang

Die Konzeption beginnt in den meisten Projekten mit einem Workshop, und dessen Besetzung entscheidet über das Ergebnis. Dabei sein muss, wer die Ziele festlegen darf, wer die Inhalte später pflegt und wer die Kunden kennt, also meist jemand aus dem Vertrieb. Fehlt die Entscheidungsbefugnis im Raum, werden Festlegungen zu Vorschlägen, und die Abstimmung beginnt hinterher von vorn. Wie wir diese Phase aufbauen, steht auf unserer Seite zum Website Konzept.

Bestandsaufnahme vor dem Neubau

Bei einer bestehenden Website gehört eine Inventur an den Anfang: Welche Seiten gibt es, welche werden aufgerufen, welche ranken, und welche hat seit Jahren niemand angesehen? Die Zahlen liegen in der Webanalyse und in der Search Console. Aus unseren Relaunches kennen wir das Muster, dass ein erheblicher Teil des Seitenbestands keine Aufrufe hat und trotzdem mitgenommen wird, weil niemand die Entscheidung trifft, ihn zu streichen. Die Inventur macht diese Entscheidung möglich und verkleinert das Projekt.

Die Konzeption steuert das Budget

Eine belastbare Konzeption ist die Grundlage für einen Festpreis. Sie legt fest, wie viele Seitentypen es gibt, welche Funktionen dazugehören und was ausdrücklich nicht dazugehört. Damit wird die Grenze sichtbar, ab der ein Wunsch eine Änderung ist und keine Selbstverständlichkeit. Ohne diese Grenze verschiebt sich der Umfang während der Umsetzung, und zwar immer in dieselbe Richtung.

Was das Dokument leisten muss

Ein Konzept ist kein Text zum Lesen, sondern eine Grundlage zum Entscheiden. Zu jeder Festlegung gehört deshalb, wer sie getroffen hat und wann. Offene Punkte stehen als Liste darin, mit Zuständigkeit und Frist, nicht als Nebensatz im Fließtext. Und jede Aussage über die Ziele braucht eine Zahl, an der sie später überprüfbar ist. „Mehr Anfragen erzeugen“ taugt nicht als Ziel, „von zwölf auf zwanzig Anfragen im Monat innerhalb eines Jahres“ taugt. Sobald die Struktur steht, wird sie im Wireframe auf die einzelne Seite übertragen.

Siehe auch:

Content-Konzeption

Die Planung der Inhalte einer Website nach Themen, Formaten, Zuständigkeiten und Pflegeaufwand.

#Webdesign-Grundlagen

Sitemap-Konzept (Struktogramm)

Die geplante Seitenstruktur einer Website als Diagramm, mit allen Seiten und ihren hierarchischen Beziehungen.

#Webdesign-Grundlagen #Website-Struktur

Relaunch-Konzept

Die Planung des Umbaus einer bestehenden Website, einschließlich des Umgangs mit Bestandsinhalten, Adressen und Rankings.

#Webdesign-Grundlagen

Prototyping-Tool

Software zum Entwerfen von Oberflächen und zum Verbinden dieser Entwürfe zu klickbaren Abläufen.

#Webdesign-Grundlagen

Webdesign

Die Gestaltung, Erstellung und Pflege von Websites; je nach Zusammenhang auch die Branche, das Fachgebiet oder das Ergebnis.

#Webdesign-Grundlagen

Wireframe

Schematische Darstellung einer einzelnen Ansicht, die Aufbau und Rangfolge der Inhalte zeigt und die Gestaltung offen lässt.

#Benutzererfahrung (UX)