Die WAI ist der Bereich des W3C, der die Standards zur Barrierefreiheit im Web entwickelt. Von dort stammen die WCAG, die ARIA-Spezifikation und ein großer Teil des frei verfügbaren Materials zum Thema.
- WAI (Web Accessibility Initiative)
Der Bereich des W3C, der die Standards zur Barrierefreiheit im Web entwickelt.
Beispiel: „Die WAI gibt die WCAG heraus und pflegt die Materialien dazu.“Auch: Web Accessibility Initiative. Gesprochen wird das Kürzel meist englisch; die Arbeit läuft in offenen Arbeitsgruppen, an denen sich Unternehmen und Einzelne beteiligen.
Abgrenzung zum W3C: Das Konsortium entwickelt die Standards des Web insgesamt, von HTML bis CSS. Die WAI ist der Teil davon, der sich mit Barrierefreiheit befasst.
Was von dort kommt
Nach ihrer eigenen Darstellung gibt die WAI Richtlinien heraus, die als internationaler Standard für Barrierefreiheit im Web gelten, dazu technische Spezifikationen wie WAI-ARIA und die Zuordnungen zu den Schnittstellen der Betriebssysteme, Begleitmaterial zur Umsetzung sowie frei verfügbare Materialien zur Schulung, dazu Übersetzungen und Forschung.
Praktisch heißt das: Die verbindlichen Texte und ihre Erläuterungen kommen aus derselben Hand. Zu jedem Erfolgskriterium gehört eine Understanding-Seite mit Absicht und Beispielen und eine Sammlung von Techniken, die ausdrücklich nicht verbindlich sind.
Wie sie arbeitet
In Arbeitsgruppen. Die Accessibility Guidelines Working Group entwickelt die WCAG, die ARIA Working Group die Spezifikation für Rollen und Zustände, die Accessible Platform Architectures Working Group die Schnittstellen zu den Plattformen. Dazu kommt eine offene Interessengruppe mit einer Mailingliste.
Entschieden wird im Konsens, und das erklärt das Tempo. Zwischen WCAG 2.1 und 2.2 lagen fünf Jahre, und die Arbeit an der nächsten Fassung läuft seit Jahren.
Was davon im Alltag nützt
Vor allem die Materialien neben der Norm: die Easy Checks für eine erste Einschätzung, der Authoring Practices Guide mit Mustern für Bedienelemente, die Übersicht zu Prüfwerkzeugen und die Hinweise zum Einbeziehen von Betroffenen.
Aus unserer Arbeit an über 2.500 Website-Projekten sind diese Seiten der schnellste Weg zu einer belastbaren Antwort. Sie stehen hinter der Norm, sind frei zugänglich und ersparen den Streit über Blogbeiträge aus zweiter Hand.