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Virtueller Influencer (KI-Influencer)

oder auch KI-Influencer, Virtuelle Persona

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 18.10.2026

Ein virtueller Influencer ist eine erfundene Person, die in sozialen Netzwerken als Figur auftritt und deren Bilder, Videos und Texte maschinell erzeugt werden. Hinter der Figur steht ein Unternehmen oder eine Agentur.

Virtueller Influencer (KI-Influencer)

Eine erfundene Person, die in sozialen Netzwerken auftritt und deren Inhalte maschinell erzeugt werden.
Beispiel: „Der virtuelle Influencer hatte 200.000 Abonnenten, und ein Teil davon hielt die Figur für einen Menschen.“

Was dafür nötig ist: eine gleichbleibende Figur über viele Bilder hinweg, siehe Character Consistency, eine erfundene Lebensgeschichte und ein fortlaufender Veröffentlichungsplan.

Der Vorteil für Auftraggeber: volle Kontrolle über Auftreten und Aussagen, keine Terminabstimmung, keine Skandale. Der Nachteil: keine echte Erfahrung hinter dem, was gesagt wird.

Was rechtlich gilt

Kennzeichnungspflicht und Werberecht. Wer mit einer Figur wirbt, die für einen Menschen gehalten werden kann, muss das erkennbar machen; dazu kommen die üblichen Pflichten zur Kennzeichnung von Werbung. Aussagen über Produkte sind zudem Werbeaussagen des Auftraggebers, auch wenn sie aus dem Mund einer erfundenen Figur kommen.

Wo die Grenze zur Täuschung liegt

Bei Erfahrungsberichten. Eine erfundene Figur, die ein Produkt empfiehlt, berichtet über eine Erfahrung, die niemand gemacht hat; das ist etwas anderes als eine Zeichentrickfigur im Werbespot. Je echter die Figur wirkt und je persönlicher die Aussage, desto näher liegt der Vorwurf der Irreführung.

Wofür die Technik dahinter brauchbar ist

Für Figuren, die als Figuren auftreten. Ein gezeichneter Begleiter durch eine Anleitung, ein Maskottchen, eine Erzählfigur in einer Kampagne: Dort stört die Künstlichkeit nicht, sondern ist Teil der Gestaltung. Der Aufwand für gleichbleibendes Aussehen ist derselbe, die Fragen der Täuschung stellen sich nicht.

Wovon wir abraten

Von Figuren, die sich als Menschen ausgeben. Das Vertrauensrisiko liegt beim Auftraggeber, und es trifft ihn verzögert: Solange niemand nachfragt, läuft es, und beim ersten Bericht darüber steht die Marke als täuschend da. Wer eine Figur einsetzen will, sagt von Anfang an, was sie ist.

Siehe auch:

Synthetische Medien (Synthetic Media)

Bild-, Ton- und Videoinhalte, die ganz oder teilweise von einem KI-Modell erzeugt wurden.

#Künstliche Intelligenz (KI)

KI-Kennzeichnung

Der sichtbare und maschinenlesbare Hinweis darauf, dass ein Inhalt von einer KI erzeugt wurde.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Deep Fake

Ein KI-erzeugter Inhalt, der etwas Bestehendes nachbildet und für echt gehalten würde.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Image-to-Video (Bild zu Video)

Die Erzeugung eines kurzen Videos aus einem einzelnen Bild durch ein KI-Modell.

#Künstliche Intelligenz (KI)

C2PA (Content Credentials)

Ein offener Standard, der die Herkunft einer Datei festhält, einschließlich der Beteiligung von KI.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Bildgenerierung

Das Erzeugen von Bildern durch ein KI-Modell anstelle von Fotografie oder Illustration.

#Künstliche Intelligenz (KI)