C2PA ist ein offener Standard, der die Herkunft und die Bearbeitungsschritte einer Bild-, Audio- oder Videodatei nachweisbar in der Datei selbst festhält. Dazu gehört ausdrücklich die Angabe, ob ein KI-Modell beteiligt war und an welcher Stelle. Die so entstehenden Angaben heißen Content Credentials und lassen sich mit einem Prüfwerkzeug auslesen.
- C2PA (Content Credentials)
Ein offener Standard, der die Herkunft einer Datei festhält, einschließlich der Beteiligung von KI.
Beispiel: „Die C2PA-Angaben nennen die Kamera, zwei Bearbeitungsschritte und das Werkzeug, mit dem der Hintergrund erzeugt wurde.“Was festgehalten wird: womit die Datei entstanden ist, wer sie bearbeitet hat, welche Werkzeuge beteiligt waren und ob dabei KI im Spiel war. Die Angaben sind kryptografisch unterschrieben, und eine Veränderung wird beim Prüfen erkennbar.
Der Name steht für Coalition for Content Provenance and Authenticity. Im Lenkungsausschuss sitzen laut Eigenangabe unter anderem Adobe, Amazon, BBC, Google, Meta, Microsoft, OpenAI, Sony, TikTok und Truepic.
Die Koalition selbst beschreibt den eigenen Zweck mit einem Bild, das die Sache gut trifft: „Content Credentials function like a nutrition label for digital content.“ Ziel sei, „establish the origin and edits of digital content“.
Wo die Schwäche liegt
In der Lücke. Der Standard beweist, was dasteht, und nicht, was fehlt. Wer die Angaben entfernt, hinterlässt eine Datei ohne Nachweis, und eine Datei ohne Nachweis gilt als gewöhnliche Datei. Verdacht erregt sie damit nicht. Dazu kommt, dass viele Verarbeitungsschritte die Angaben verlieren: ein Screenshot, eine Komprimierung in einem sozialen Netzwerk, ein Durchgang durch ein älteres Bildprogramm.
Was das praktisch wert ist
Einiges im Journalismus, wenig im Mittelstand. Wo es darauf ankommt, die Echtheit eines Bildes zu belegen, ist ein unterschriebener Herkunftsnachweis das beste verfügbare Mittel. Für eine Unternehmenswebsite bringt er nichts, was ein sichtbares Kennzeichen und ein ehrlicher Alternativtext nicht auch leisten, siehe KI-Kennzeichnung. Beobachten lohnt sich dennoch, weil die Verordnung eine maschinenlesbare Markierung verlangt und C2PA der naheliegende Weg dorthin ist. Einige Kameras und mehrere Bildprogramme schreiben die Angaben inzwischen von sich aus, und damit entsteht der Nachweis ohne Zusatzaufwand.