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C2PA (Content Credentials)

oder auch Content Credentials

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 18.10.2026

C2PA ist ein offener Standard, der die Herkunft und die Bearbeitungsschritte einer Bild-, Audio- oder Videodatei nachweisbar in der Datei selbst festhält. Dazu gehört ausdrücklich die Angabe, ob ein KI-Modell beteiligt war und an welcher Stelle. Die so entstehenden Angaben heißen Content Credentials und lassen sich mit einem Prüfwerkzeug auslesen.

C2PA (Content Credentials)

Ein offener Standard, der die Herkunft einer Datei festhält, einschließlich der Beteiligung von KI.
Beispiel: „Die C2PA-Angaben nennen die Kamera, zwei Bearbeitungsschritte und das Werkzeug, mit dem der Hintergrund erzeugt wurde.“

Was festgehalten wird: womit die Datei entstanden ist, wer sie bearbeitet hat, welche Werkzeuge beteiligt waren und ob dabei KI im Spiel war. Die Angaben sind kryptografisch unterschrieben, und eine Veränderung wird beim Prüfen erkennbar.

Der Name steht für Coalition for Content Provenance and Authenticity. Im Lenkungsausschuss sitzen laut Eigenangabe unter anderem Adobe, Amazon, BBC, Google, Meta, Microsoft, OpenAI, Sony, TikTok und Truepic.

Die Koalition selbst beschreibt den eigenen Zweck mit einem Bild, das die Sache gut trifft: „Content Credentials function like a nutrition label for digital content.“ Ziel sei, „establish the origin and edits of digital content“.

Wo die Schwäche liegt

In der Lücke. Der Standard beweist, was dasteht, und nicht, was fehlt. Wer die Angaben entfernt, hinterlässt eine Datei ohne Nachweis, und eine Datei ohne Nachweis gilt als gewöhnliche Datei. Verdacht erregt sie damit nicht. Dazu kommt, dass viele Verarbeitungsschritte die Angaben verlieren: ein Screenshot, eine Komprimierung in einem sozialen Netzwerk, ein Durchgang durch ein älteres Bildprogramm.

Was das praktisch wert ist

Einiges im Journalismus, wenig im Mittelstand. Wo es darauf ankommt, die Echtheit eines Bildes zu belegen, ist ein unterschriebener Herkunftsnachweis das beste verfügbare Mittel. Für eine Unternehmenswebsite bringt er nichts, was ein sichtbares Kennzeichen und ein ehrlicher Alternativtext nicht auch leisten, siehe KI-Kennzeichnung. Beobachten lohnt sich dennoch, weil die Verordnung eine maschinenlesbare Markierung verlangt und C2PA der naheliegende Weg dorthin ist. Einige Kameras und mehrere Bildprogramme schreiben die Angaben inzwischen von sich aus, und damit entsteht der Nachweis ohne Zusatzaufwand.

Siehe auch:

KI-Wasserzeichen

Ein unsichtbares Muster in einer KI-Ausgabe, an dem sich ihre Herkunft erkennen lässt.

#Künstliche Intelligenz (KI)

KI-Kennzeichnung

Der sichtbare und maschinenlesbare Hinweis darauf, dass ein Inhalt von einer KI erzeugt wurde.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Transparenzpflicht bei KI

Die Pflicht, offenzulegen, dass ein Inhalt oder ein Gesprächspartner von einer KI stammt.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Urheberrecht und KI

Die Frage, wem erzeugte Inhalte gehören und ob fremde Werke ins Training durften.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Generative AI

Modelle, die neue Inhalte erzeugen, statt vorhandene nur einzuordnen.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Alt-Text

Textfassung eines Bildes, die beschreibt, was es zeigt, wenn das Bild nicht ankommt.

#Website-Struktur