Vendor Lock-in bezeichnet die Abhängigkeit von einem Anbieter, aus der ein Wechsel nur mit hohem Aufwand möglich ist. Das englische Wort beschreibt das Einschließen: Man kommt hinein, aber schlecht wieder heraus.
- Vendor Lock-in (CMS)
Die Abhängigkeit von einem Anbieter, aus der ein Wechsel nur mit hohem Aufwand möglich ist.
Beispiel: „Der Vendor Lock-in zeigte sich erst, als die Inhalte exportiert werden sollten.“Auch: Anbieterbindung, Herstellerabhängigkeit.
Betrifft nicht nur gemietete Dienste: Auch ein selbst betriebenes System bindet, wenn Inhalte in einer eigenen Form gespeichert sind.
Woran ein Vendor Lock-in hängt
An vier Dingen, und der Preis ist keines davon. Erstens am Export: Kommen alle Inhalte vollständig heraus, samt Medien, Verweisen und Übersetzungen? Zweitens am Format: Ist das Ergebnis lesbar oder eine Datei, die nur der Anbieter versteht?
Drittens an den Funktionen, die nur dort existieren und anderswo nachgebaut werden müssten. Und viertens an den Adressen: Wenn die Website unter einer Domain des Anbieters läuft, hängt auch die aufgebaute Sichtbarkeit daran.
Wie sich das vor dem Vertrag prüfen lässt
Mit einem Probeexport. Inhalte anlegen, exportieren, Ergebnis ansehen. Das kostet eine Stunde und beantwortet die Frage, die sonst erst nach Jahren gestellt wird.
Dazu zwei Fragen an den Anbieter, deren Antworten in den Vertrag gehören: Welches Format hat der Export, und wie lange bleiben die Daten nach einer Kündigung abrufbar? Wo darauf ausweichend geantwortet wird, ist die Antwort schon gegeben.
Wo Bindung hinnehmbar ist
Überall dort, wo sie bewusst eingegangen wird und der Nutzen überwiegt. Ein Baukasten, der einen kleinen Betrieb ohne Dienstleister handlungsfähig macht, ist auch dann die richtige Wahl, wenn ein Wechsel später Arbeit macht.
Problematisch ist die unbemerkte Bindung: eine Website, die über Jahre wächst, ohne dass je geprüft wurde, wie man wieder herauskommt. Die Frage gehört an den Anfang und nicht an das Ende.