Die Transparenzpflicht bei KI ist die Pflicht, offenzulegen, dass ein Inhalt von einer KI erzeugt wurde oder dass ein Gesprächspartner eine KI ist. Sie steht in Artikel 50 der KI-Verordnung und gilt seit dem 2. August 2026.
- Transparenzpflicht bei KI
Die Pflicht, offenzulegen, dass ein Inhalt oder ein Gesprächspartner von einer KI stammt.
Beispiel: „Die Transparenzpflicht erfüllen wir mit einem Satz unter dem Chatfenster und einem Kennzeichen in jedem erzeugten Bild.“Drei Fälle stehen im Gesetz. Erstens das Gespräch: Wer mit einem KI-System spricht, muss das erfahren, „unless this is obvious“. Zweitens die Erzeugung: Anbieter müssen synthetische Inhalte maschinenlesbar markieren. Drittens die Veröffentlichung: Betreiber müssen Deepfakes und bestimmte Texte als künstlich erzeugt offenlegen.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Anbieter und Betreiber. Die maschinenlesbare Markierung schuldet der Anbieter des Werkzeugs. Den sichtbaren Hinweis schuldet derjenige, der veröffentlicht.
Der Wortlaut steht in Artikel 50 der KI-Verordnung. Absatz 2 verlangt, dass Ausgaben „marked in a machine-readable format“ und „detectable as artificially generated or manipulated“ sind. Absatz 4 verlangt von Betreibern, bei Deepfakes offenzulegen „that the content has been artificially generated or manipulated“.
Was das praktisch bedeutet
Für ein Chatfenster: ein Satz, der sagt, dass hier ein KI-Assistent antwortet. Für erzeugte Bilder und Videos: ein sichtbares Kennzeichen und eine Angabe in den Metadaten. Für Texte zu Themen von öffentlichem Interesse: ein Hinweis, wenn sie ohne menschliche Prüfung veröffentlicht werden. Wie wir das auf dieser Website halten, steht unter KI-Kennzeichnung.
Was nicht verlangt ist
Ein Hinweis bei jeder Benutzung eines Werkzeugs. Ein Text, den jemand mit einem Modell entworfen und anschließend geprüft, geändert und verantwortet hat, ist kein KI-Inhalt im Sinne der Vorschrift, sondern ein redigierter Text. Die Pflicht hängt an der Veröffentlichung ohne menschliche Verantwortung und nicht am benutzten Hilfsmittel. Wer vorsichtig sein will, hält das in einer KI-Richtlinie fest und notiert dort, ab welchem Anteil eigener Arbeit ein Text als redigiert gilt. Eine solche Festlegung ist im Streitfall mehr wert als jede nachträgliche Erklärung.