Künstliche Intelligenz ist der Sammelbegriff für Systeme, die aus Eingaben selbstständig Ergebnisse ableiten, statt eine vorgegebene Regel abzuarbeiten. Der Begriff ist über siebzig Jahre alt und umfasst ein ganzes Feld von Verfahren.
- Künstliche Intelligenz (KI)
Systeme, die aus Eingaben selbstständig Ergebnisse ableiten, statt einer vorgegebenen Regel zu folgen.
Beispiel: „Künstliche Intelligenz steckt heute in der Suche, in der Übersetzung und in der Rechtschreibprüfung.“Auch: AI, Artificial Intelligence. Das englische Kürzel überwiegt in der Fachliteratur, das deutsche in Gesetzen und in der Presse. Gemeint ist dasselbe.
Abgrenzung zur Automatisierung: Eine Automatisierung führt aus, was jemand festgelegt hat. Ein KI-System leitet den Weg zur Ausgabe selbst ab, und deshalb lässt sich sein Ergebnis nicht lückenlos vorhersagen.
Anwendungsfall: Der Begriff wird im Verkauf für fast jede Software benutzt. Die Prüffrage lautet: Leitet das System seine Ausgabe aus Daten ab, oder arbeitet es eine Regel ab, die jemand geschrieben hat?
Wie die EU-Verordnung sie definiert
Seit 2024 gibt es eine Legaldefinition. Artikel 3 Nummer 1 der Verordnung (EU) 2024/1689 vom 13. Juni 2024 beschreibt ein KI-System als maschinengestütztes System, das „für einen in unterschiedlichem Grade autonomen Betrieb ausgelegt ist“, nach der Inbetriebnahme anpassungsfähig sein kann und „aus den erhaltenen Eingaben für explizite oder implizite Ziele ableitet“, wie es Ausgaben erzeugt: Prognosen, Inhalte, Empfehlungen oder Entscheidungen, die physische oder virtuelle Umgebungen beeinflussen.
Das entscheidende Wort ist „ableiten“. Es trennt ein KI-System von einfacher Software: Den Unterschied macht, dass der Weg von der Eingabe zur Ausgabe dem System nicht vollständig vorgeschrieben ist. Mit der Komplexität der Software hat das wenig zu tun.
Was alles dazugehört
Der Begriff umfasst mehrere Generationen von Verfahren. Die symbolische KI der frühen Jahrzehnte arbeitete mit von Hand gepflegten Regeln und Wissensbasen; daraus stammen die Expertensysteme. Ab den 2010er-Jahren hat das maschinelle Lernen übernommen, das seine Regeln aus Daten zieht.
Was heute im Alltag „KI“ heißt, ist fast immer der jüngste Zweig davon: Deep Learning mit großen Sprachmodellen. Die älteren Verfahren sind deshalb nicht verschwunden. Eine Spamfilterung, eine Produktempfehlung und eine Routenplanung kommen ohne Sprachmodell aus.
Was der Begriff nicht sagt
Nichts über Bewusstsein, nichts über Verstehen und nichts über Verlässlichkeit. „Intelligenz“ ist hier eine Bezeichnung für eine Fähigkeit, nicht für ein Innenleben: Das System findet Muster in Daten und setzt sie fort.
Aus unserer Arbeit an über 2.500 Website-Projekten ist das die wichtigste Erwartung, die im Erstgespräch geradegerückt werden muss. Ein Sprachmodell weiß nicht, ob etwas stimmt; es erzeugt, was zu seiner Eingabe passt. Wer das weiß, stellt andere Fragen an das Ergebnis.