Die KI-Verordnung ist das europäische Gesetz, das den Einsatz von KI-Systemen nach Risikoklassen regelt: verbotene Praktiken, Hochrisiko-Systeme mit strengen Auflagen, Systeme mit Transparenzpflichten und der große Rest ohne besondere Anforderungen. Amtlich ist sie die Verordnung (EU) 2024/1689.
- KI-Verordnung (AI Act)
Das europäische Gesetz, das den Einsatz von KI-Systemen nach Risikoklassen regelt.
Beispiel: „Für unsere Projekte greift aus der KI-Verordnung bisher nur die Transparenzpflicht.“Wer in der Pflicht steht: der Anbieter, der ein System entwickelt oder unter eigenem Namen anbietet, und der Betreiber, der es „under its authority“ einsetzt. Die meisten Unternehmen sind Betreiber, und für die sind die Pflichten überschaubar.
Was als KI-System gilt, steht in Artikel 3: ein „machine-based system“, das mit „varying levels of autonomy“ arbeitet und aus Eingaben ableitet, wie es Ausgaben erzeugt. Die Fassung ist weit und schließt auch ältere Verfahren des maschinellen Lernens ein.
Welche Fristen gelten
Die Verordnung ist am 1. August 2024 in Kraft getreten und greift in Stufen. Seit 2. Februar 2025 gelten die Verbote und die Pflicht zur KI-Kompetenz, seit 2. August 2025 die Regeln für Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck, seit 2. August 2026 der übrige Teil mit den Transparenzpflichten. Die Auflagen für Hochrisiko-Systeme wurden im Sommer 2026 verschoben.
Verschoben hat sie die Verordnung (EU) 2026/1744 vom 8. Juli 2026, im Amtsblatt veröffentlicht am 24. Juli 2026. Hochrisiko-Systeme nach Anhang III folgen damit erst ab 2. Dezember 2027, solche nach Anhang I ab 2. August 2028. Jeder Text, der dafür noch den 2. August 2026 nennt, ist überholt.
Was bei Verstößen droht
Nach Artikel 99 bis zu 35 Millionen Euro oder 7 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes bei verbotenen Praktiken, bis zu 15 Millionen oder 3 Prozent bei Verstößen gegen andere Pflichten und bis zu 7,5 Millionen oder 1 Prozent bei falschen Angaben gegenüber Behörden, jeweils der höhere Betrag. Für kleine und mittlere Unternehmen sind niedrigere Obergrenzen vorgesehen.
Was eine Agentur und ihre Kunden davon betrifft
In der Regel drei Dinge. Die Kennzeichnung von KI-erzeugten Inhalten, siehe Transparenzpflicht bei KI. Der Hinweis, dass ein Chatfenster ein KI-System ist. Und die KI-Kompetenz der Leute, die solche Werkzeuge im Betrieb einsetzen. Hochrisiko-Auflagen treffen Websites praktisch nie; sie betreffen Dinge wie Personalauswahl, Kreditvergabe und kritische Infrastruktur.