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Tool Poisoning

oder auch Tool-Description Injection

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 18.10.2026

Tool Poisoning bezeichnet eine Anweisung an ein KI-Modell, die in der Beschreibung eines Werkzeugs versteckt ist. Ein Agent liest diese Beschreibung, um das Werkzeug benutzen zu können, und übernimmt dabei die untergeschobene Anweisung als wäre sie Teil seines Auftrags.

Tool Poisoning

Eine Anweisung an ein KI-Modell, die in der Beschreibung eines Werkzeugs versteckt ist.
Beispiel: „Das Tool Poisoning stand im Beschreibungstext eines frisch installierten Servers und verlangte das Auslesen der Zugangsdaten.“

Wo der Text steht: im Werkzeug-Schema, also in der Beschreibung, die ein Server über seine Funktionen ausliefert. Der Nutzer sieht diesen Text in der Regel nicht.

Verwandt mit der indirekten Prompt Injection: Beide schmuggeln Anweisungen über Inhalte ein, die das Modell zur Arbeit liest.

Warum Agenten darauf hereinfallen

Weil ein Sprachmodell nicht zwischen Beschreibung und Befehl unterscheidet. Beides erreicht es als Text im selben Kontext, und eine Beschreibung, die mitten im Satz in eine Anweisung übergeht, hat keine technische Markierung, an der das Modell den Übergang erkennen könnte. Das ist dieselbe Schwäche, die der Prompt Injection zugrunde liegt, nur an einer Stelle, auf die kaum jemand schaut.

Was den Angriff gefährlich macht

Der Zeitpunkt. Eine vergiftete Beschreibung kann nach der Installation nachgeliefert werden: Der Server verhält sich bei der Prüfung harmlos und ändert seine Beschreibung erst später. Prüfungen bei der Einrichtung reichen deshalb nicht; es braucht einen Blick auf die Beschreibungen bei jedem Start.

Was hilft

Nur Server aus bekannten Quellen, Beschreibungen mit festgehaltener Fassung, und eine Freigabe für die Werkzeuge statt für den Server. Wer die Beschreibungen zusätzlich ausgibt und liest, erkennt den Angriff in Sekunden; das Verfahren klingt umständlich und ist bei einer Handvoll Servern eine Sache von Minuten.

Wie man es prüft

Indem man die Beschreibungen ausgibt und liest. Alle gängigen Anwendungen können die Werkzeugliste eines Servers anzeigen; was dort an Prosa steht, gehört einmal durchgesehen und als Fassung festgehalten. Ändert sich der Text beim nächsten Start, ist das eine Meldung wert, und zwar bevor der Agent damit arbeitet.

Siehe auch:

Werkzeug-Schema (Tool Schema)

Die maschinenlesbare Beschreibung eines Werkzeugs, aus der ein Modell ableitet, wann und wie es zugreift.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Indirekte Prompt Injection (Indirect Prompt Injection)

Ein Angriff, bei dem die untergeschobene Anweisung in einem Inhalt steckt, den das Modell verarbeitet.

#Künstliche Intelligenz (KI)

MCP-Server

Ein Programm, das einem KI-Modell über das Model Context Protocol Werkzeuge und Daten anbietet.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Werkzeug-Freigabeliste (Tool Allowlist)

Die Festlegung, welche Werkzeuge ein KI-Agent ohne Rückfrage benutzen darf.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Confused Deputy

Ein Programm mit weiten Rechten, das im Auftrag eines Dritten handelt und dessen Rechte dabei unbeabsichtigt ausweitet.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Data Poisoning (Datenvergiftung)

Das absichtliche Verändern von Trainingsdaten, um einem Modell ein gewünschtes Fehlverhalten beizubringen.

#Künstliche Intelligenz (KI)