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Prompt Injection

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 17.10.2026

Prompt Injection ist ein Angriff, bei dem eine untergeschobene Anweisung das Verhalten eines Sprachmodells verändert. Weil ein Modell Anweisung und Material im selben Text verarbeitet, kann es den Unterschied zwischen beiden nicht zuverlässig erkennen.

Prompt Injection

Ein Angriff, bei dem eine untergeschobene Anweisung das Verhalten eines Sprachmodells verändert.
Beispiel: „Die Prompt Injection stand im Lebenslauf und wies das Modell an, den Bewerber als bestens geeignet zu bewerten.“

Zwei Spielarten: die direkte, bei der der Nutzer selbst tippt, und die indirekte, bei der die Anweisung in einem Inhalt steckt, den das Modell verarbeitet. Die zweite ist die gefährlichere.

Woher der Name kommt: aus der Verwandtschaft zur SQL-Injection, bei der eingeschleuster Code als Befehl ausgeführt wird. Der Vergleich trägt bis zu einem Punkt und bricht dann: Bei SQL lässt sich Befehl und Daten sauber trennen, bei Sprache nicht.

Zwei Ketten aus je vier Kästchen, verbunden durch Pfeile; die obere beginnt beim Nutzer, die untere endet bei einem Werkzeug, und unter ihr steht ein gestricheltes Feld mit der Beschriftung Webseite, PDF, E-Mail, Ticket
Im unteren Fall hat der Nutzer nichts falsch gemacht und merkt auch nichts.

Wie der Angriff aussieht

Als harmloser Text mit einer Anweisung darin.

Die Beschreibung bei OWASP fasst die Schwachstelle so: Sie liegt vor, wenn Eingaben das Verhalten oder die Ausgabe eines Sprachmodells auf unbeabsichtigte Weise verändern. Ausdrücklich zählen auch Eingaben dazu, die ein Mensch gar nicht sehen kann, etwa weißer Text auf weißem Grund.

Warum es sich schwer verhindern lässt

Weil es keine technische Trennung zwischen Anweisung und Inhalt gibt. Ein Sprachmodell bekommt einen Strom aus Zeichen und muss daraus schließen, was Auftrag ist. Filter helfen gegen bekannte Formulierungen und versagen gegen neue; die Forschung hat bisher keine verlässliche Abwehr hervorgebracht.

Was trotzdem hilft

Die Rechte begrenzen. Ein Modell, das nur lesen darf, richtet durch eine untergeschobene Anweisung wenig an. Gefährlich wird es dort, wo ein KI-Agent schreiben, versenden oder bezahlen kann. In unseren Projekten gilt deshalb: Jeder Schritt mit Außenwirkung braucht eine Freigabe durch einen Menschen.

Dazu kommt die Trennung der Zuständigkeiten. Wenn ein Modell Material verarbeitet, das von außen kommt, sollte es dafür möglichst wenig dürfen; und was es daraus macht, geht an eine Stelle, die prüft, statt direkt in ein System, das handelt.

Siehe auch:

Indirekte Prompt Injection (Indirect Prompt Injection)

Ein Angriff, bei dem die untergeschobene Anweisung in einem Inhalt steckt, den das Modell verarbeitet.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Jailbreak (KI)

Eine Eingabe, die ein KI-Modell dazu bringt, seine eigenen Schutzregeln zu übergehen.

#Künstliche Intelligenz (KI)

System-Prompt

Die Anweisung, die vor dem Gespräch gesetzt wird und für jede Antwort darin gilt.

#Künstliche Intelligenz (KI)

KI-Agent

Ein System, in dem ein Sprachmodell selbst entscheidet, welcher Schritt als Nächstes kommt.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Function Calling

Das Verfahren, mit dem ein Sprachmodell einen Programmaufruf anfordert, den die Anwendung dann ausführt.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Prompt

Die Eingabe, mit der ein Sprachmodell beauftragt wird.

#Künstliche Intelligenz (KI)