Zum Inhalt springen

Data Poisoning (Datenvergiftung)

oder auch Datenvergiftung, Model Poisoning, Training Data Poisoning

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 18.10.2026

Data Poisoning ist das absichtliche Verändern von Trainingsdaten, um einem Modell ein gewünschtes Fehlverhalten beizubringen. Der Angriff setzt vor dem Betrieb an und nicht während der Nutzung; das Modell verhält sich danach dauerhaft so, wie es der Angreifer eingerichtet hat.

Data Poisoning (Datenvergiftung)

Das absichtliche Verändern von Trainingsdaten, um einem Modell ein gewünschtes Fehlverhalten beizubringen.
Beispiel: „Das Data Poisoning bestand aus 200 manipulierten Seiten, die der Sammelvorgang mitnahm.“

Betroffen sind alle Stufen: das Vortraining, das Nachtraining und die Daten, aus denen Embeddings für eine Wissensbasis entstehen.

Eine typische Wirkung ist eine Hintertür: Das Modell arbeitet normal und schaltet nur bei einem bestimmten Auslösewort in das vorgesehene Fehlverhalten um.

Warum das überhaupt geht

Weil große Trainingsbestände aus dem offenen Netz stammen. Wer weiß, welche Adressen ein Sammelvorgang anfährt, kann dort Inhalte hinterlegen, und bei Beständen in Milliardengröße reichen dafür erstaunlich wenige Seiten. Dasselbe gilt für Datensätze, die über Jahre weitergegeben werden: Eine Quelle, die den Besitzer wechselt, kann nachträglich andere Inhalte ausliefern.

Die Projektgruppe OWASP führt den Angriff in ihrer Liste der zehn größten Risiken bei Sprachmodell-Anwendungen als LLM04:2025 Data and Model Poisoning und zählt dort auch die Einspeisung über Nutzereingaben dazu, die später wieder im Training landen.

Was ihn eindämmt

Herkunftsnachweise für jeden Datenbestand, Prüfsummen über die eingelesenen Dateien und eine Abnahme, die gezielt nach Auslösewörtern sucht. Für eigene Projekte ist die wichtigste Maßnahme banal: Nachtraining nur mit Daten aus dem eigenen Haus oder aus einer Quelle mit Vertrag, und niemals mit einem Datensatz, den jemand ohne Nachweis bereitstellt.

Warum eine Wissensbasis genauso betroffen ist

Weil dort kein Training dazwischensteht. Ein manipuliertes Dokument in einem Bestand, aus dem ein System Antworten zusammensetzt, wirkt sofort und lässt sich ohne Training wieder entfernen. Das macht diesen Weg für Angreifer bequemer und für Betreiber beherrschbarer: Wer schreibend auf die Wissensbasis zugreifen darf, ist die eigentliche Frage.

Siehe auch:

Trainingsdaten

Die Beispiele, aus denen ein KI-Modell seine Regeln ableitet.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Prompt Injection

Ein Angriff, bei dem eine untergeschobene Anweisung das Verhalten eines Sprachmodells verändert.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Tool Poisoning

Eine Anweisung an ein KI-Modell, die in der Beschreibung eines Werkzeugs versteckt ist.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Fine-Tuning (KI)

Das Weitertrainieren eines fertigen Modells mit eigenen Beispielen.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Red Teaming

Ein KI-System planmäßig angreifen, um seine Schwachstellen vor dem Einsatz zu finden.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Least Privilege (KI-Agenten)

Einem KI-Agenten nur die Rechte geben, die seine aktuelle Aufgabe braucht.

#Künstliche Intelligenz (KI)