Ein Reseller verkauft Hosting unter eigenem Namen weiter, das technisch bei einem anderen Anbieter läuft. Gebucht wird ein Paket mit Verwaltungsrechten, aus dem der Reseller eigene Tarife schneidet, eigene Konten anlegt und selbst abrechnet.
- Reseller (Hosting)
Ein Anbieter, der Hosting eines anderen unter eigenem Namen weiterverkauft.
Beispiel: „Die Agentur trat als Reseller auf und stellte ihren Kunden das Hosting selbst in Rechnung.“Wörtlich heißt resell weiterverkaufen. Technisch läuft das über ein Paket mit Zugang zum Web Host Manager oder zu Plesk, in dem der Reseller Konten anlegt und ihnen Grenzen zuweist.
Abgrenzung zum Partnerprogramm: Dort vermittelt jemand Kunden und bekommt eine Vergütung. Der Reseller ist Vertragspartner seiner Kunden und rechnet selbst ab.
Abgrenzung zum Domain Reseller: Dieser gibt Registrierungen eines Registrars weiter und kein Hosting. Beides kommt oft aus derselben Hand, bleibt vertraglich aber getrennt.
Was ein Reseller übernimmt
Vertrag, Rechnung und Support. Der Endkunde kennt allein den Reseller, schreibt ihm bei Störungen und bekommt von ihm die Zusagen zur Verfügbarkeit, auch wenn die Maschine bei einem anderen steht.
Technisch kommt die Einteilung dazu: Konten anlegen, Speicher und Postfächer begrenzen, PHP-Versionen freigeben und entscheiden, welche Website auf welchem Server landet.
Warum das Modell für Agenturen passt
Weil Hosting und Betreuung zusammengehören. Wer die Website gebaut hat, kennt ihre Anforderungen, kommt im Störfall ohne Umweg an Protokolle und Konfiguration und bekommt eine laufende Einnahme statt eines einmaligen Projekts.
Für den Kunden wird daraus ein Ansprechpartner statt zweier. Das ist der eigentliche Grund, warum viele Agenturen diesen Weg gehen, auch wenn der Aufschlag auf den Einkauf klein bleibt.
Was ein Domain Reseller weiterverkauft
Registrierungen. Ein Domain Reseller kauft über das Partnerprogramm eines Registrars ein, gibt Domains unter eigenem Namen und eigener Preisliste aus und rechnet selbst ab. Verbreitete Plattformen im deutschsprachigen Raum sind AutoDNS von InterNetX, RRPproxy von Key-Systems und OpenSRS von Tucows.
Die Akkreditierung bleibt beim Registrar. Allein er hat die Verträge mit der ICANN und den Registrierungsstellen, und allein er kann eine Domain anlegen, verlängern oder übertragen. Der Domain Reseller reicht Aufträge an ihn weiter und steht in den Registrierungsdaten als Reseller, der Kunde als Inhaber.
Daraus folgt der Punkt, der im Streitfall zählt: Der Auth-Code für einen Umzug läuft über den Reseller, und wer dort niemanden erreicht, muss sich an den Registrar wenden, der den Kunden nicht als Vertragspartner kennt. Vor dem Einkauf gehört deshalb die Frage dazu, wie ein Inhaber seine Domain ohne Mitwirkung des Resellers herausbekommt.
Was ein Reseller vorher klären sollte
Die Haftung. Für Ausfälle, Datenverlust und die Verarbeitung personenbezogener Daten steht der Reseller gegenüber seinem Kunden ein, und sein Einkauf muss dafür passende Zusagen und einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung enthalten.
Dazu kommt der Ausgang. Wer dutzende Konten in einem Paket hält, braucht einen Weg, sie im Ganzen umzuziehen; ein Anbieter, der Sicherungen und Konten nur in seinem eigenen Format herausgibt, macht den Wechsel teuer.