Der Serverstandort ist der Ort, an dem der Rechner steht, der eine Website ausliefert. Er wirkt auf zwei Dinge: auf die Zeit, die Signale zum Besucher brauchen, und auf die Rechtslage, nach der die Daten darauf behandelt werden.
- Serverstandort
Der Ort, an dem der Server einer Website steht, samt dessen Folgen für Geschwindigkeit und Recht.
Beispiel: „Der Serverstandort liegt in Frankfurt, die Daten verlassen Deutschland nicht.“Auch: Rechenzentrumsstandort, Hosting-Standort. Bei größeren Anbietern wird er als Region gewählt.
Abgrenzung zum Sitz des Anbieters: Ein Unternehmen mit Sitz in Deutschland kann Server im Ausland benutzen, und ein ausländisches Unternehmen Server in Deutschland. Für die Rechtslage zählen beide Angaben.
Was der Serverstandort für die Geschwindigkeit bedeutet
Jede Netzrunde kostet Zeit, und diese Zeit steigt mit der Entfernung. Von Hamburg nach Frankfurt sind es wenige Millisekunden, nach Nordamerika rund 90 bis 120, nach Australien das Doppelte. Weil für Verbindungsaufbau und TLS mehrere Runden anfallen, vervielfacht sich der Unterschied.
Spürbar ist das vor allem bei der ersten Antwort des Servers, die in die Core Web Vitals eingeht und als Server-Antwortzeit zählt. Wer Besucher auf mehreren Kontinenten hat, löst das über ein CDN und nicht über die Wahl eines Kompromissstandorts.
Was der Serverstandort rechtlich bedeutet
Innerhalb der Europäischen Union gilt die Datenschutz-Grundverordnung ohne Zusatzbedingungen. Sobald Daten außerhalb verarbeitet werden, braucht die Übermittlung eine eigene Grundlage, und das ist der Punkt, an dem Verträge länger werden.
Für Behörden, Kliniken und viele öffentliche Auftraggeber ist der Standort deshalb eine Anforderung und keine Vorliebe. Mehr dazu steht bei DSGVO-konformem Hosting.
Wie du den Serverstandort prüfst
Nicht an der Endung der Domain, denn die sagt nichts darüber. Auskunft geben die Vertragsunterlagen des Anbieters, die Liste der Unterauftragsverarbeiter und eine Abfrage der IP-Adresse, die den Betreiber des Netzbereichs nennt.
Bei Diensten vor der Website wird es unübersichtlich: Ein CDN hält Kopien an vielen Orten, Sicherungen liegen manchmal in einer anderen Region, und Protokolldateien werden woanders ausgewertet. Gefragt wird deshalb nach allen Orten, an denen Daten liegen, und nicht nur nach dem Standort des Webservers.