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RDAP

Tags: Domains
Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 04.11.2026

RDAP ist der Nachfolger von WHOIS und liefert Auskünfte zu Domains in fester Form statt als formlosen Text. Die Abkürzung steht für Registration Data Access Protocol, auf Deutsch etwa Zugriffsprotokoll für Registrierungsdaten.

RDAP

Der Nachfolger von WHOIS, der Auskünfte zu Domains strukturiert ausliefert.
Beispiel: „Die Abfrage über RDAP lieferte dieselben Angaben, nur maschinenlesbar.“

Auch: Registration Data Access Protocol. Abgefragt wird über HTTPS, geantwortet wird in JSON, dem Format, in dem auch Schnittstellen im Web sprechen.

Abgrenzung zum WHOIS: Dieses lief über einen eigenen Port und gab Text aus, den jedes Programm selbst zerlegen musste. RDAP beantwortet dieselben Fragen in einer festen Form.

Was RDAP besser macht

Vier Dinge. Die Antwort ist strukturiert und lässt sich ohne Raten auswerten. Sie kennt Zeichen aller Schriften, während das alte Verfahren auf das englische Alphabet gebaut war. Sie kann je nach Berechtigung unterschiedlich ausführlich sein. Und sie verweist auf die zuständige Stelle weiter, wenn die Frage woanders hingehört.

Besonders der dritte Punkt ist der Grund für den Wechsel. Seit die Inhaberdaten geschwärzt sind, braucht es einen Weg, berechtigten Stellen mehr zu zeigen als der Allgemeinheit. Über ein Textprotokoll ohne Anmeldung ging das nicht, siehe WHOIS-Datenschutz.

Seit wann RDAP Pflicht ist

Für die allgemeinen Endungen seit dem 26. August 2019. Vergabestellen und Registrare mussten den Dienst von da an anbieten, zunächst neben dem alten. Am 28. Januar 2025 hat die ICANN die Pflicht aufgehoben, daneben weiterhin WHOIS zu betreiben.

Seitdem schalten immer mehr Betreiber den alten Dienst ab. Für Länderendungen gilt die Vorgabe nicht; sie entscheiden selbst, und die DENIC bietet beides an.

Was das im Alltag bedeutet

Für die gelegentliche Abfrage wenig: Die Webformulare der Vergabestellen beantworten dieselben Fragen wie früher. Wer dagegen Werkzeuge betreibt, die Domaindaten automatisch abholen, muss sie umstellen, sobald der alte Dienst wegfällt.

Erkennen lässt sich RDAP an der Adresse der Abfrage: Sie ist eine gewöhnliche Webadresse, die auf /domain/<name> endet, und die Antwort ist JSON. Wer sie im Browser öffnet, sieht die Rohdaten ohne jede Aufbereitung.

Siehe auch:

WHOIS

Die Abfrage, die zeigt, wer eine Domain registriert hat und wann sie abläuft.

#Domains

WHOIS-Datenschutz (Redaction)

Das Schwärzen persönlicher Daten in der öffentlichen Domainauskunft.

#Domains

ICANN

Die Organisation, die weltweit die Vergabe von Namen und Nummern im Internet ordnet.

#Domains

Registry

Die Stelle, die eine Top-Level-Domain betreibt und ihr Verzeichnis führt.

#Domains

Registrar

Der Anbieter, über den sich eine Domain registrieren und verwalten lässt.

#Domains

Domain

Der Name, unter dem eine Website im Internet erreichbar ist.

#Domains