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POUR-Prinzipien

oder auch POUR

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 16.10.2026

Die POUR-Prinzipien sind die vier Grundsätze, unter denen die WCAG ihre Anforderungen ordnet: wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust.

POUR-Prinzipien

Die vier Prinzipien der WCAG: wahrnehmbar, bedienbar, verständlich, robust.
Beispiel: „Die POUR-Prinzipien ordnen jedes Erfolgskriterium einem von vier Grundsätzen zu.“

Auch: POUR, die vier Prinzipien der WCAG. Das Merkwort setzt sich aus den englischen Anfangsbuchstaben zusammen: perceivable, operable, understandable, robust. Dass daraus ausgerechnet „pour“ wird, also gießen, ist ein Zufall, der sich gut merken lässt.

Abgrenzung zu den Erfolgskriterien: Ein Prinzip lässt sich nicht prüfen. Es ordnet nur ein, worum es bei den Kriterien darunter geht.

Die vier Prinzipien

Wahrnehmbar heißt, dass Informationen und Bedienelemente so darstellbar sein müssen, dass Nutzer sie wahrnehmen können. Darunter liegen Alternativtexte, Untertitel, Kontraste und alles, was einen zweiten Sinneskanal eröffnet.

Bedienbar heißt, dass sich Bedienelemente und Navigation bedienen lassen müssen. Hier stehen Tastaturbedienung, genug Zeit, Flackergrenzen und Navigationshilfen. Verständlich verlangt, dass Information und Bedienung verständlich sind, also Sprache, Vorhersehbarkeit und Hilfe bei Eingabefehlern. Robust verlangt, dass Inhalte sich von einer großen Bandbreite an Programmen einschließlich Hilfsmitteln auswerten lassen.

Drei von oben nach unten schmaler werdende Felder mit Pfeilen dazwischen: 4 Prinzipien, 13 Richtlinien, 86 Erfolgskriterien, jeweils mit einer Erläuterung
Die vier Prinzipien stehen über allem, geprüft wird eine Ebene tiefer.

Wofür das Merkwort taugt

Für die Einordnung eines Befunds. Wer vor einer Liste mit achtzig Punkten sitzt, sortiert sie mit POUR in vier Stapel und sieht sofort, wo das Projekt steht: fehlende Alternativtexte sind ein Wahrnehmungsproblem, eine Fokusfalle ein Bedienungsproblem.

Die Prinzipien stehen als Überschriften im Dokument selbst, nachzulesen in den WCAG 2.2. Das Kürzel POUR stammt aus der Lehrpraxis und taucht im Normtext nirgends auf.

Wo es an Grenzen kommt

Beim vierten Prinzip. Robust hatte lange nur drei Kriterien, und eines davon ist mit 4.1.1 weggefallen. Übrig bleiben Name, Rolle und Wert sowie Statusmeldungen, beides Fragen des Markups.

Aus unserer Arbeit an über 2.500 Website-Projekten verteilt sich der Aufwand sehr ungleich: Das meiste liegt bei wahrnehmbar und bedienbar, verständlich fällt in die Redaktion, und robust ist erledigt, wenn die Bedienelemente von Anfang an die richtigen Elemente sind.

Siehe auch:

WCAG (Web Content Accessibility Guidelines)

Internationale Richtlinien des W3C für barrierefreie Webinhalte.

#Barrierefreiheit (Accessibility)

WCAG-Erfolgskriterien

Die einzeln prüfbaren Anforderungen der WCAG, jede genau einer Stufe zugeordnet.

#Barrierefreiheit (Accessibility)

Barrierefreiheit

Eigenschaft eines Angebots, von Menschen mit Behinderungen ohne fremde Hilfe genutzt werden zu können.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)

Screenreader

Programm, das Bildschirminhalte vorliest oder auf einer Braillezeile ausgibt.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)

Keyboard Navigation

Bedienung einer Website allein mit der Tastatur, ohne Maus und ohne Touch.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)