Die POUR-Prinzipien sind die vier Grundsätze, unter denen die WCAG ihre Anforderungen ordnet: wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust.
- POUR-Prinzipien
Die vier Prinzipien der WCAG: wahrnehmbar, bedienbar, verständlich, robust.
Beispiel: „Die POUR-Prinzipien ordnen jedes Erfolgskriterium einem von vier Grundsätzen zu.“Auch: POUR, die vier Prinzipien der WCAG. Das Merkwort setzt sich aus den englischen Anfangsbuchstaben zusammen: perceivable, operable, understandable, robust. Dass daraus ausgerechnet „pour“ wird, also gießen, ist ein Zufall, der sich gut merken lässt.
Abgrenzung zu den Erfolgskriterien: Ein Prinzip lässt sich nicht prüfen. Es ordnet nur ein, worum es bei den Kriterien darunter geht.
Die vier Prinzipien
Wahrnehmbar heißt, dass Informationen und Bedienelemente so darstellbar sein müssen, dass Nutzer sie wahrnehmen können. Darunter liegen Alternativtexte, Untertitel, Kontraste und alles, was einen zweiten Sinneskanal eröffnet.
Bedienbar heißt, dass sich Bedienelemente und Navigation bedienen lassen müssen. Hier stehen Tastaturbedienung, genug Zeit, Flackergrenzen und Navigationshilfen. Verständlich verlangt, dass Information und Bedienung verständlich sind, also Sprache, Vorhersehbarkeit und Hilfe bei Eingabefehlern. Robust verlangt, dass Inhalte sich von einer großen Bandbreite an Programmen einschließlich Hilfsmitteln auswerten lassen.
Wofür das Merkwort taugt
Für die Einordnung eines Befunds. Wer vor einer Liste mit achtzig Punkten sitzt, sortiert sie mit POUR in vier Stapel und sieht sofort, wo das Projekt steht: fehlende Alternativtexte sind ein Wahrnehmungsproblem, eine Fokusfalle ein Bedienungsproblem.
Die Prinzipien stehen als Überschriften im Dokument selbst, nachzulesen in den WCAG 2.2. Das Kürzel POUR stammt aus der Lehrpraxis und taucht im Normtext nirgends auf.
Wo es an Grenzen kommt
Beim vierten Prinzip. Robust hatte lange nur drei Kriterien, und eines davon ist mit 4.1.1 weggefallen. Übrig bleiben Name, Rolle und Wert sowie Statusmeldungen, beides Fragen des Markups.
Aus unserer Arbeit an über 2.500 Website-Projekten verteilt sich der Aufwand sehr ungleich: Das meiste liegt bei wahrnehmbar und bedienbar, verständlich fällt in die Redaktion, und robust ist erledigt, wenn die Bedienelemente von Anfang an die richtigen Elemente sind.