Multichannel Publishing bezeichnet das Ausspielen derselben Inhalte aus einer Quelle in mehreren Kanälen: Website, App, Newsletter, Bildschirm im Ladengeschäft, gedruckter Katalog. Gepflegt wird einmal, dargestellt wird je Kanal anders.
- Multichannel Publishing
Dieselben Inhalte aus einer Quelle in mehreren Kanälen ausspielen.
Beispiel: „Multichannel Publishing versorgt Website und Filialbildschirme aus demselben Bestand.“Setzt eine Content-API voraus und passt deshalb zu Headless-Systemen.
Abgrenzung zur Content-Wiederverwendung: Die zeigt einen Inhalt mehrfach innerhalb einer Website, hier verlässt er sie.
Was Inhalte für Multichannel Publishing mitbringen müssen
Struktur statt Formatierung. Ein Text, in dem Zeilenumbrüche, Schriftgrößen und Spaltenbreiten stecken, lässt sich nur in dem Kanal ausgeben, für den er gesetzt wurde. Ein Text in benannten Feldern lässt sich überall anders darstellen.
Das ist der eigentliche Aufwand, und er fällt vor dem ersten Kanal an: Das Datenmodell muss so geschnitten sein, dass jeder Kanal die Teile findet, die er braucht, und die übrigen weglassen kann.
Warum der zweite Kanal die Probe ist
Weil sich erst dort zeigt, ob die Trennung gelungen ist. Solange nur die Website bedient wird, fällt nicht auf, dass im Fließtext ein fester Verweis auf eine Seitenadresse steht oder dass eine Bildunterschrift die Bildposition beschreibt.
Deshalb lohnt es sich, den zweiten Kanal früh wenigstens prototypisch zu bauen, auch wenn er später kommt. Die Fehler, die er aufdeckt, sind zu diesem Zeitpunkt billig zu beheben.
Wo der Aufwand sich nicht lohnt
Bei einem einzigen Kanal, der absehbar einziger bleibt. Die Struktur, die mehrere Kanäle möglich macht, kostet in Planung und Pflege, und sie zahlt sich erst aus, wenn der zweite wirklich kommt.
In unseren Projekten lautet die ehrliche Frage deshalb, ob jemand den zweiten Kanal beauftragt hat. Dass er denkbar wäre, genügt nicht; alles andere ist eine Investition in eine Möglichkeit.