Ein Microformat ist die Auszeichnung von Inhalten über festgelegte Klassennamen im bestehenden HTML. Statt eines eigenen Blocks mit Daten bekommt das sichtbare Markup zusätzliche Klassen, aus denen Programme Personen, Orte und Termine herauslesen können.
- Microformat
Auszeichnung von Inhalten über festgelegte Klassennamen im bestehenden HTML.
Beispiel: „Die Visitenkarte im Footer ist als Microformat mit h-card ausgezeichnet.“Die heutige Fassung heißt microformats2 und benutzt Präfixe wie h-, p- und u-. Die ältere Fassung arbeitete mit Namen wie vcard und fn.
Abgrenzung zu Schema Markup: Schema Markup steht als eigener Block im Quelltext und wird von Suchmaschinen breit unterstützt. Microformats hängen am sichtbaren Markup und können deshalb nicht von ihm abweichen.
Wie sie aufgebaut sind
Ein Wurzelelement trägt die Klasse des Typs, die Eigenschaften stehen als Klassen an den Elementen darin. Weil die Angaben am sichtbaren Inhalt hängen, gibt es keine zweite Fassung, die veralten könnte.
<div class="h-card">
<a class="p-name u-url" href="https://www.homepage-helden.de/">Homepage Helden</a>
<span class="p-locality">Hamburg</span>
<a class="u-email" href="mailto:info@beispiel.de">info@beispiel.de</a>
</div>Die Festlegungen pflegt die Gemeinschaft hinter microformats.org, wo auch die vollständigen Eigenschaften von h-card, h-entry und h-event stehen.
Wo sie heute eine Rolle spielen
Im IndieWeb und bei Feed-Lesern. Dort werden Beiträge, Antworten und Profile über h-entry und h-card ausgetauscht, ohne dass eine eigene Schnittstelle nötig wäre. Für die Darstellung in Suchergebnissen hat sich dagegen Schema Markup durchgesetzt.
Für eine gewöhnliche Unternehmenswebsite sind Microformats deshalb kein Muss. Wo sie schon stehen, schaden sie nicht und dürfen bleiben; wer neu auszeichnet, nimmt Schema Markup.
Historisch sind sie der älteste der drei Wege: Microformats entstanden ab 2005, RDFa und Mikrodaten folgten, und mit JSON-LD kam die Fassung, die sich durchgesetzt hat. In alten Vorlagen trifft man deshalb bis heute auf Klassen wie vcard oder hreview.
Was von ihnen bleibt
Der Gedanke, dass Auszeichnung am sichtbaren Inhalt hängen sollte. Genau daran scheitern viele Umsetzungen mit strukturierten Daten: Der Block behauptet etwas, das auf der Seite nicht steht, und wird deshalb verworfen.
Aus unserer Arbeit an über 2.500 Website-Projekten ist das die brauchbarste Prüffrage für jede Auszeichnung: Steht das, was hier ausgezeichnet wird, auch sichtbar auf der Seite? Microformats konnten diese Frage gar nicht erst falsch beantworten.