Index Bloat bezeichnet einen Zustand, in dem von einer Website viel mehr Seiten im Index stehen, als Inhalte vorhanden sind, die jemandem nützen. Das englische bloat heißt Blähung, und das Bild passt: Der Bestand wirkt groß und trägt nichts.
- Index Bloat
Ein Index voller Seiten der eigenen Website, die dort niemandem nützen.
Beispiel: „Bei 300 Produkten und 40.000 indexierten Adressen lag ein klarer Fall von Index Bloat vor.“Erkennbar an der Differenz zweier Zahlen: Seiten, die laut eigener Zählung bestehen, gegen Seiten, die laut Search Console im Index stehen.
Abgrenzung zum Crawl Budget: Das betrifft den Abruf, Index Bloat den Bestand. Beide hängen zusammen, sind aber zwei Probleme.
Woran man Index Bloat erkennt
An drei Stellen. Der Bericht zur Index-Abdeckung in der Search Console nennt die Zahl der aufgenommenen Adressen; liegt sie um ein Mehrfaches über der Zahl der echten Inhalte, ist die Richtung klar. Die Suche nach site: plus Domain gibt eine groben Schätzwert. Und die Liste der Seiten mit Impressionen zeigt, welche davon überhaupt je in Ergebnissen erschienen sind.
Die letzte Zahl ist die aussagekräftigste. Ein Bestand, in dem neun von zehn Adressen in einem halben Jahr keine einzige Impression hatten, besteht fast nur aus Seiten, die niemand sucht.
Woher Index Bloat kommt
Aus drei Quellen, fast immer technisch und selten redaktionell. Erstens Adressen mit Parametern für Filter, Sortierung und Sitzungen, siehe URL-Parameter-Handling. Zweitens automatisch erzeugte Seiten: Schlagwortarchive, Monatsarchive, Autorenseiten, Druckansichten, interne Suchergebnisse. Drittens Seiten mit sehr wenig eigenem Inhalt, etwa eine Kategorie je Produkt.
Keine dieser Quellen ist ein Fehler für sich. Zum Problem wird es, wo niemand entschieden hat, was davon in den Index gehört, und die Voreinstellung des Systems die Entscheidung trifft.
Wie man Index Bloat abträgt
Je Gruppe von Seiten, nicht je Seite. Für jede Gruppe gibt es drei Möglichkeiten: Sie bleibt und wird besser, sie bekommt ein Meta Robots mit noindex, oder sie wird auf eine stärkere Seite zusammengeführt. Diese Entscheidung trifft ein Mensch, und sie dauert einen Vormittag.
Danach gilt die Reihenfolge aus dem De-Listing: erst das noindex wirken lassen, dann prüfen, ob die Zahl sinkt, und erst zuletzt den Abruf sperren. Wer in der umgekehrten Reihenfolge arbeitet, friert den aufgeblähten Bestand ein.