Google My Activity ist die Seite im Google-Konto, auf der steht, was Google über die eigene Nutzung gespeichert hat: Suchanfragen, aufgerufene Seiten, Videos, Sprachbefehle. Erreichbar ist sie unter myactivity.google.com, und dort lässt sich alles davon ansehen, durchsuchen, löschen und für die Zukunft abschalten.
- Google My Activity
Die Seite im Google-Konto, auf der alle gespeicherten Aktivitäten stehen und sich löschen lassen.
Beispiel: „Ein Blick in Google My Activity zeigt, wie lange die eigene Suchhistorie zurückreicht.“Auch: My Activity, auf Deutsch Meine Aktivitäten. Die Einstellungen dazu heißen Aktivitätseinstellungen und liegen im selben Konto.
Abgrenzung zum Browserverlauf: Dieser liegt im Browser auf dem Gerät. Wer in My Activity alles löscht, hat seinen Chrome-Verlauf damit nicht angerührt und umgekehrt.
Was in Google My Activity steht
Die Seite bündelt mehrere Sammlungen, die Google getrennt führt. Welche davon gefüllt sind, hängt davon ab, was im Konto eingeschaltet ist.
Was dort steht | Woher es kommt |
|---|---|
Web- und App-Aktivitäten | Suchanfragen, aufgerufene Seiten aus der Suche, benutzte Apps, Sprachbefehle |
YouTube-Verlauf | Angesehene Videos und die Suchanfragen innerhalb von YouTube |
Zeitachse | Der frühere Standortverlauf. Er liegt inzwischen auf dem Gerät und ist von Haus aus ausgeschaltet |
Aktivitäten in KI-Diensten | Unterhaltungen mit den Assistenten von Google, soweit die Speicherung eingeschaltet ist |
Andere Aktivitäten | Alles, was keiner der Gruppen zugeordnet ist, etwa Käufe, Buchungen oder Spracheinstellungen |
Die Einträge sind erstaunlich genau. Zu einer Suchanfrage steht dort die Uhrzeit auf die Minute, das benutzte Gerät und oft die Seite, die daraufhin geöffnet wurde. Wer die Liste zum ersten Mal sieht, erschrickt meist über die Länge und nicht über den Inhalt.
Wie sich Aktivitäten löschen lassen
Auf vier Wegen. Einzelne Einträge lassen sich über das Menü am Eintrag entfernen. Ganze Tage oder Zeiträume über den Filter, der nach Datum und nach Dienst sortiert. Alles auf einmal über die Auswahl des gesamten Zeitraums. Und automatisch über die Einstellung, die alles nach 3, 18 oder 36 Monaten entfernt.
Die automatische Löschung ist die einzige, die dauerhaft wirkt, ohne dass jemand daran denken muss. Für neue Konten ist sie seit 2021 auf 18 Monate voreingestellt; ältere Konten sammeln weiter, bis jemand die Einstellung von Hand ändert (Stand November 2026). Wer gar nichts sammeln lassen will, schaltet die jeweilige Aktivität ganz ab, was die Dienste nicht daran hindert zu funktionieren, aber Empfehlungen schlechter macht.
Was Google trotzdem behält
Löschen in My Activity heißt, dass der Eintrag aus dieser Übersicht verschwindet und nicht mehr für Empfehlungen benutzt wird. Es heißt nicht, dass jede Spur weg ist. Abrechnungsdaten, Verträge und Sicherheitsprotokolle unterliegen eigenen Fristen, und Googles Hilfe nennt getrennt davon, dass Standortangaben und IP-Adressen nach 30 Tagen aus den Web- und App-Aktivitäten entfernt werden.
Ebenso wenig betrifft die Löschung das, was auf dem eigenen Gerät liegt: der Verlauf im Browser, heruntergeladene Dateien, Zwischenspeicher. Und sie betrifft nicht, was andere Anbieter über dieselbe Person gespeichert haben, etwa Werbenetze über ihr eigenes Retargeting.
Warum My Activity für die Suche wichtig ist
Die gespeicherten Aktivitäten fließen in die Ergebnisse zurück. Wer oft dieselbe Seite anklickt, bekommt sie eher wieder zu sehen; wer in einer Stadt sucht, bekommt Ergebnisse von dort. Die eigene Suchergebnisseite ist deshalb kein Maßstab für das Ranking einer Website.
Für jede Prüfung einer Platzierung gilt daher: angemeldet sucht man die eigene Geschichte, nicht die Wirklichkeit. Verlässliche Werte liefern Werkzeuge, die von außen messen, oder ein Fenster ohne Anmeldung samt abgeschalteter Personalisierung. Als Gegenprobe taugt auch ein Blick in Google Trends, der gar nicht erst persönlich wird.
Was My Activity mit Werbung zu tun hat
Die gespeicherten Aktivitäten speisen auch die Werbung. Welche Themen Google einem zuordnet, steht allerdings an anderer Stelle: im Anzeigencenter desselben Kontos. Dort lässt sich die Liste der angenommenen Interessen ansehen, einzelne Einträge entfernen und die Personalisierung ganz abschalten.
Ein Missverständnis hält sich hartnäckig: Wer die Personalisierung abschaltet, bekommt deshalb nicht weniger Werbung. Er bekommt dieselbe Menge, nur schlechter passend, weil Google dann auf die Suchanfrage und den Ort zurückfällt statt auf das, was es über die Person weiß. Wer Werbung ganz loswerden will, braucht ein Abonnement oder einen anderen Dienst.
Was My Activity mit dem Auskunftsrecht zu tun hat
Wenig, und das wird gern verwechselt. My Activity zeigt, was Google zur Verbesserung seiner Dienste gespeichert hat, aufgeräumt und durchsuchbar. Das Auskunftsrecht aus Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung geht weiter: Es umfasst alle personenbezogenen Daten, die Zwecke, die Empfänger und die Speicherdauer.
Praktisch führt der Weg über Google Takeout, wo sich die Daten als Archiv herunterladen lassen, und über eine Anfrage an den Verantwortlichen, wenn das nicht genügt. My Activity ist davon der bequeme Teil, und für die meisten Fragen reicht er aus.
Was in fünf Minuten zu tun ist
Drei Handgriffe, und sie lohnen sich auch für Leute, die nichts zu verbergen haben. Erstens die Seite öffnen und den Zeitraum ansehen, der dort steht. Zweitens die automatische Löschung auf drei Monate stellen, denn länger braucht kein Mensch seine Suchanfragen. Drittens die Zeitachse prüfen und ausschalten, wenn niemand sie benutzt.
Wer ein gemeinsam genutztes Gerät hat, schaltet zusätzlich die zusätzliche Bestätigung ein: Dann verlangt Google ein Passwort, bevor jemand die Liste öffnet. Das ist die einzige Einstellung, die verhindert, dass die eigene Suchgeschichte am Küchentisch gelesen wird.