Anycast ist dieselbe Adresse an vielen Orten, wobei die Anfrage beim nächstgelegenen landet. Welcher Standort das ist, entscheidet die Wegewahl im Netz und nicht der Fragende.
- Anycast
Dieselbe Adresse an vielen Orten, wobei die Anfrage beim nächstgelegenen landet.
Beispiel: „Die Nameserver liefen über Anycast, deshalb antwortete in Hamburg ein Server in Frankfurt und in Tokio einer in Japan.“Umgesetzt wird es über die Wegewahl zwischen den Netzen: Mehrere Rechenzentren kündigen denselben Adressbereich an, und jedes Netz nimmt den kürzesten Weg dorthin.
Abgrenzung zum Load Balancing: Dieses verteilt innerhalb eines Standorts. Anycast verteilt zwischen Standorten und ohne eigenes Gerät in der Mitte.
Wofür Anycast benutzt wird
Für Dienste, die überall schnell und immer erreichbar sein müssen: die Wurzel des Namenssystems, öffentliche Resolver, die Nameserver großer Anbieter und die Auslieferungsnetze für Inhalte.
Der Gewinn ist doppelt: kurze Wege für die Antwort und ein Ausfall, der sich von selbst umgeht, weil ein Standort seine Ankündigung einstellt und der Verkehr zum nächsten fließt.
Was Anycast für das DNS bedeutet
Kurze Antwortzeiten ohne Zutun des Kunden. Die dreizehn Adressen der Wurzel stehen über dieses Verfahren für mehr als tausend Maschinen, und dasselbe gilt für die bekannten öffentlichen Resolver.
Für den Betreiber einer Website heißt das: Ein Anbieter für DNS-Hosting mit Anycast spart je Abfrage zweistellige Millisekunden, siehe DNS-Hosting.
Wo Anycast an Grenzen stößt
Bei langen Verbindungen. Weil die Wegewahl sich ändern kann, landet ein Paket mitten in einer Übertragung unter Umständen bei einem anderen Standort; für kurze Anfragen wie im DNS ist das unkritisch, für längere Sitzungen braucht es Vorkehrungen.
Dazu kommt der Aufwand: Eigene Adressbereiche und eigene Ankündigungen in mehreren Rechenzentren sind nichts, was eine Agentur nebenbei betreibt.